Rebecca | Fitness | 2 Kinder

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Ganz wichtig: Umfangreich austesten

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Rebecca Köhler, 33, Entwicklerin des fitdankbaby®-Konzepts und Mutter von zwei Kindern. fitdankbaby® ist ein Fitnesskonzept für Mamas und Babys. Die grundlegende Idee ist, das Workout für die Mutter mit sinnvollen Übungen für das Baby zu vereinen. Das Baby liegt also nicht nur daneben, sondern ist ein wichtiger Part im Kurs und süßer Trainingspartner. fitdankbaby® bietet Müttern die Möglichkeit, nicht fit trotz Baby zu sein, sondern eben gerade DANK Baby. Die Kurse gibt es mittlerweile an fast 1000 Standorten in 6 Ländern (Stand Anfang 2015).

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Woher kam die Idee für dein Business? Wie bist du gestartet und wie hast du das finanziert?

Neben der Schule, der Ausbildung als Mediengestalterin und dem Studium (Deutsch und Englisch) habe ich immer als Fitness- und Tanztrainerin gearbeitet. Schließlich habe ich mein Studium abgebrochen und bin als Trainerin in die Freiberuflichkeit gestartet. Nach der Geburt meines Sohnes (also vor gut 7 Jahren) musste ich feststellen, dass es für Mütter keine Möglichkeit gab, gemeinsam mit dem Kind zum Sport zu gehen. Mein Kind war bei meinen regulären Kursen von Anfang an mit dabei (im Trainingssaal war ich bei beiden Kindern bis 4 Wochen vor und 6 Wochen nach der Geburt). Natürlich wollte er nach kurzer Zeit nicht mehr auf der Matte liegen und so habe ich ihn einfach bei den Übungen dazugenommen.

Das kam super an – beim Baby und bei den Teilnehmern. Viele hatten selbst noch kleine Kinder zuhause und wollten sie am liebsten gleich mitbringen. Die Atmosphäre im Kurs hat sich verändert – Babys bringen den Menschen immer ein Lächeln ins Gesicht. Ich habe mich dann mit befreundeten Experten zusammengesetzt (Hebamme, Kinderphysio) und ein erstes Konzept erstellt. Der Testlauf mit ein paar Mamas war super und so entstanden die ersten Kurse.

Durch zahlreiche Fortbildungen wie Beckenbodentraining, Säuglingsgymnastik usw. habe ich meine Kenntnisse erweitert. Die Kurse waren von Anfang an immer ausgebucht und nach einiger Zeit kamen die ersten Anfragen von Mamas und Trainern aus anderen Städten. Also gingen wir Anfang 2010 mit dem ersten Ausbildungsseminar an den Start. Dafür hatte ich ein umfangreiches Konzept ausgearbeitet und mit dem fitdankbaby®-Gurt ein eigenes Trainingsgerät entwickelt. Seitdem hat sich fitdankbaby® rasant entwickelt. Es waren schon zu Beginn sehr schnell Einnahmen und kaum Ausgaben zu verzeichnen, so dass ich ohne „Finanzspritze“ ausgekommen bin.

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Wie läuft es jetzt? Haben sich deine Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Anfangs hätte ich nie gedacht, dass ich einmal Geschäftsführerin eines internationalen Unternehmens sein würde – meines Unternehmens ☺. Vieles hat sich wie von allein entwickelt und mich selbst überrascht. Die Finanzlage ist gut – wir hatten von Anfang an schwarze Zahlen und jährliche Umsatzsteigerungen. Mittlerweile können wir davon leben (auch mein Mann ist heute komplett im Unternehmen), sind aber bis jetzt nicht damit reich geworden. Der Großteil des Gewinns fließt derzeit gleich wieder in die Firma zurück, da wir noch große Expansionspläne haben.

Die ersten Jahre waren wir Marktöffner für den Bereich Müttersport, heute gibt es viel mehr Angebote für die gleiche Zielgruppe. Daher stecken wir viel Geld in überregionales Marketing, die Qualitätssicherung und die Weiterentwicklung des Konzepts. Natürlich habe ich mir für einige Bereiche auch Berater geholt, aber vieles habe ich wohl intuitiv richtig gemacht. Beispielsweise wollte ich nie „das schnelle Geld machen“ oder einen Trend setzen, sondern langfristig am Markt bleiben. Das Augenmerk auf die langsame Entwicklung mit hoher Qualität und der Gebietsschutz für unsere Trainerinnen waren strategisch wichtige und (im Nachhinein betrachtet) richtige Entscheidungen.

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Wo und wie arbeitest du?

Die Firmenzentrale ist ein kleines Büro mit einer Handvoll Mitarbeiterinnen, das direkt an unser Haus angrenzt. So kann ich zum Beispiel noch arbeiten, wenn die Kinder im Bett sind – ich stelle einfach das Babyphon runter. Abends und am Wochenende gehe ich allerdings so wenig wie möglich ins Büro. Dennoch bin ich auch oft am Wochenende unterwegs, beispielsweise bei Qualitätschecks bei Ausbildern und Trainern, auf Messen oder Vorträgen. Neben meiner Tätigkeit als Geschäftsführerin sind die inhaltliche Weiterentwicklung des Konzepts und Social Media meine Kernkompetenzen.

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Zu Beginn galt wirklich „selbst und ständig“. Der Laptop im Bett war nicht ungewöhnlich… Heute würde ich das nicht mehr machen. Bewusst schaffe ich Raum für die Arbeit und Raum für die Familie. Mein Mann ist mittlerweile ebenfalls voll für fitdankbaby® tätig und wir stehen jeden Tag aufs Neue organisatorischen Herausforderungen gegenüber. Gott sei dank schaffen wir es, die Balance zwischen Geschäfts- und Lebenspartnerschaft zu halten. Wir arbeiten sehr unterschiedlich. Da wir aber unsere Tätigkeitsfelder klar geregelt haben und wichtige Entscheidungen sehr gut gemeinsam entscheiden können, ergänzen wir uns perfekt. Bei vielen Geschäftsreisen ist die ganze Familie dabei. Das Tolle an meinem Job ist ja, dass wir selbst nicht nur für die Vereinbarkeit von Kind und Sport stehen sondern die Vereinbarkeit von Kind und Karriere selbst leben.

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Ohne Kind hätte ich definitiv nie Karriere gemacht! Ich konnte auch schon viele andere Mütter ermutigen und sie als Lizenznehmerinnen in die Selbständigkeit begleiten. Zudem arbeiten bei uns eigentlich nur Mütter. Die Kunden (Lizenznehmer, Trainer, Kursteilnehmerinnen) haben fast ausschließlich selbst Kinder und daher großes Verständnis dafür, wenn wir mal nicht zu erreichen sind oder ein Kind im Hintergrund zu hören ist. Das ist natürlich Luxus… Für den Haushalt hat auch jeder feste Aufgaben, die recht traditionell ausfallen (ich Küche/Wäsche, er Müll/Handwerk ☺). Die Kinder haben wir beide gleich oft. Zudem stehen uns ein großes Netzwerk an Babysittern (Familie und Freunde) und eine Putzfrau zur Seite – wofür ich sehr dankbar bin.

Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Erstmal das richtige Business finden. Wenn man krampfhaft etwas sucht, womit man sich selbständig machen möchte, ist das schwierig. Die richtige Idee muss da sein und man muss dafür brennen. Ganz wichtig: Umfangreich austesten. Feedback einholen. Auch von Ideen verabschieden und loslassen. Die Gründung in der Elternzeit ist toll. Man hat Zeit für den Businessplan und ist sozialversicherungstechnisch abgesichert. Diese Chance kommt nie wieder.

Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

Spart Nerven: Einkommens-/Gewerbesteuer, Versicherungen und Co. Können einem am Jahresende nicht nur die Laune sondern auch das Konto vermiesen. Immer Rücklagen bilden!

Spart Zeit: Versuchen, ganze Tage für die Arbeit zu reservieren. Ist viel effektiver als hier mal eine Stunde und da mal ein Vormittag.

Spart Geld: Du selbst weißt am besten, was zu Deinem Unternehmen passt. Nicht immer bringen hochprofessionelle Fachleute die richtigen Lösungen.

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