Alexandra | Autorin & Verlegerin | 1 Kind

Alexandra | Autorin & Verlegerin | 1 Kind

Vertraue dir!

Wer bist du und was machst du?

Ich heiße Alexandra Gaida-Steingaß und bin als Autorin und Verlegerin tätig. Meinen Buchverlag Accepta Kommunikation habe ich während meiner Elternzeit gegründet.

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Woher kam die Idee für dein Business? Wie bist du gestartet und wie hast du das finanziert?

Als meine Tochter geboren wurde, spürte ich allein durch die Tatsache, Mutter geworden zu sein, dass sich viele Dinge in mir verändert hatten. So hinterfragte ich meine berufliche Zukunft bereits in meinem ersten Jahr der Elternzeit. Im dritten Jahr stand dann endgültig fest: In meinen Job als Projektmanagerin in einer Unternehmensberatungsfirma möchte ich hauptberuflich nicht mehr zurückkehren. Mein Ziel war es, endlich mit Inhalten zu arbeiten, für die mein Herz wirklich schlägt und die mich begeistern.

So besann ich mich auf meine Wurzeln bzw. auf das, was mir immer schon wichtig gewesen ist: Bücher. Durch meine Ausbildung zur Verlagskauffrau und mein Studium zur Verlagsherstellerin lag mein weiterer Weg plötzlich klar vor mir: Ich will Bücher machen. Ich möchte einerseits selbst schreiben, aber auch den Entstehungsprozess eines Buches, vom Text über Lektorat, Satz und Herstellung bis hin zu Druck, Marketing und Vertrieb, begleiten. Schon in meiner Diplomarbeit hatte ich mich mit dem Thema Verlagsgründung befasst. Dass ich selbst einmal Gründerin bzw. Verlegerin sein würde, hätte ich mir damals nicht träumen lassen.

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Da ich mich bereits im Jahr 2008 nebenberuflich mit einer PR-Agentur selbstständig gemacht habe, konnte ich meine Gründungsaktivitäten sowie mein erstes Buchprojekt mittels Eigenkapital finanzieren.

Wie läuft es jetzt? Haben sich deine Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Meine Erwartungen haben sich voll und ganz erfüllt. Ich bin beruflich sehr zufrieden und das selbstbestimmte, kreative Arbeiten macht mich glücklich. Spannende Kontakte und ein inspirierendes Netzwerk bereichern meinen Arbeitsalltag. Nichts ist eingefahren. Ständig warten interessante Herausforderungen, neue Projektideen entstehen. Manches bleibt reines Kopf-Kino, manches ist der Startschuss für Neues.

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Aktuell ist mein drittes Buch erschienen, in das ich viel Zeit und Herzblut investiert habe. Es trägt den Titel „Anders als erwartet – Von besonderen Herausforderungen in der frühen Familienphase“. In 12 Interviews erzählen starke Eltern von ihren unvorhersehbaren, existenziellen Herausforderungen mit Baby oder Kleinkind. Ich nenne diese Mütter und Väter insgeheim „Helden des Alltags“. Denn egal, ob sie ein behindertes Kind großziehen, mit dem Verlust ihres Kindes fertig werden müssen oder in ihrer Elternzeit selbst schwer erkrankt sind – sie alle gehen ihren individuellen Weg mit Mut und Zuversicht und glauben an sich und ihre Kinder.

Finanziell läuft es gut, da ich die Kosten meiner Buchprojekte genau kalkulieren und aus dem Gewinn vorangegangener Projekte finanzieren kann.

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Wo und wie arbeitest du?

Primär arbeite ich im Homeoffice. Entweder in Süddeutschland, wo wir meist leben, oder von Frankfurt am Main aus, wo wir am schönen Opernplatz ein Büro haben. Mein Team besteht aus tollen, kreativen Freelancern, die ihr Handwerk von der Pike auf gelernt haben und von deren Erfahrung ich ungemein profitiere. Unsere Kommunikation läuft klassisch via Skype, Telefon oder per Email und über redaktionelle Plattformen wie Confluence, Evernote oder WordPress. Wenn es um die konkrete Buchgestaltung geht, treffe ich mich mit meinem Grafikdesigner, um Schriften und Papier auszuwählen, die Umschlagentwürfe zu sichten, Satz- und Reproduktionsfragen zu besprechen.

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Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Mein Arbeitstag beginnt um spätestens 8 Uhr, nachdem meine Tochter zum Kindergarten losmarschiert ist. Ab 12.30 Uhr gehört meine freie Zeit ihr. Arbeitstechnisch geht es häufig abends ab 20 Uhr nochmals für zwei bis drei Stunden am Schreibtisch weiter. Mein Mann ist beruflich viel unterwegs, teilweise sehen wir uns nur am Wochenende. Aber alles ist eingespielt und ich schaffe es gut, Kind, Job, Haushalt & Co. unter einen Hut zu bringen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich gar nicht erst versuche, mittags parallel zu Spielplatz und Kinderturnen jobtechnisch etwas auf die Beine zu stellen. Diese klare zeitliche Einteilung in Arbeits- und Familienzeit nimmt viel Druck. Wenn wirklich Not am Mann ist, springt meine Mutter ein. Auch bei verlegerischen Fragen zu Inhalten oder grafischer Umsetzung kann ich immer auf sie und meine Familie zählen. Ebenfalls ist mein Mann, der stets rational und im Sinne des business case denkt, ein wertvoller Ratgeber für mich.

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Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Ich habe bei fast allen Entscheidungen auf mein Bauchgefühl, auf meine innere Stimme gehört. Und ich hatte stets Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten. Ich habe gelernt, dass ich Entscheidungen, die ich für richtig halte, niemandem erklären muss, wenn sie sich für mich gut anfühlen. Und ich musste lernen, dass sich viele Dinge nicht aus dem Stand umsetzen lassen, sondern Zeit benötigen, um zu werden. Manchmal gab es Wochen des Stillstands, in denen Entscheidungsprozesse nicht voran kamen. Entweder, weil es an mir selbst oder an externen Einflüssen lag. Früher war ich ein ungeduldiger Mensch. Heute begreife ich solche Verzögerungen als Chance, denn wer weiß, wozu dieses Innehalten gut ist. Alles braucht seine Zeit. Nur so können sich neue Türen auftun. Stets zugänglich sein für Neues und mit offenen Augen durch die Welt gehen, das finde ich wichtig.

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Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

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  1. Ich bin ein visueller Typ. Ich habe immer meinen kleinen Think Tank aus Papier, sprich mein Notizbuch, dabei. Ich schreibe Gedanken und Textentwürfe nieder, male Dinge auf, vernetze sie, notiere To Do´s und Abhängigkeiten. So stelle ich relativ schnell fest, ob neue Ideen Hand und Fuß haben.
  2. Interessante Blogs oder Nachrichtenkanäle über den FeedReader abonnieren, um so schnell und unkompliziert fachlich up to date zu sein.
  3. Nicht zu viele Tipps einholen. Ratgeber, Foren, Meinungen etc. habe ich ganz bewusst nur in dosierter Form konsultiert. Vertraue Dir und Deinem Bauchgefühl – ähnlich wie im Familienleben und bei der Kindererziehung auch.

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Links

Website: https://www.accepta-kommunikation.de

Facebook: https://www.facebook.com/Accepta-Kommunikation-253343921504540

Fotos: ©Peter Landmann

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