Amber | E-Commerce | 2 Kinder

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Amber | E-Commerce | 2 Kinder

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Wer bist du und was machst du?

­Ich bin Amber – Mutter von Paul & Elias und Frau von Clemens. Das ist schon das Wichtigste! Ich bin gebürtige Kanadierin, seit 10 Jahren in Berlin und seit 5 Jahren arbeite ich in der Start-Up-Branche. Ich mag es selbständig zu arbeiten, weil ich die Flexibilität, Kreativität und Geschwindigkeit sehr schätze, die man bringen kann, wenn es um das eigene Projekt geht. Die Themen Kinder & Start-Up laufen für mich parallel und so erlebe ich mein Leben teilweise als großes Experiment: Wie kann das nur gehen?

Makerist Gründerin Amber

Woher kam die Idee für dein Business? Wie bist du gestartet?

­Ich habe 2009 ein Start-Up zum Thema Hochzeitsplanung gegründet – das habe ich über 4 Jahre weiter ausgebaut– in dieser Zeit habe ich einen sehr stark wachsenden Trend zum Thema DIY gesehen. Die Leute haben sich immer mehr begeistert für Deko oder Gastgeschenke oder Einladungskarten, die sie selber machen könnten. Parallel habe ich meine großartigen Jungs zur Welt gebracht, und bin in eine neue Welt von jungen Müttern eingetaucht. Da habe ich gesehen, wie in meinem Freundeskreis der Trend zugenommen hat, zu nähen, stricken oder zu basteln. Dann war für mich klar, hier muss ich etwas machen.

Makerist Logo

Die Idee für makerist habe ich mit Axel Heinz ausgearbeitet – er ist mein Co-Founder. Er hat einen ähnlichen Trend gespürt bei DaWanda, wo er vorher gearbeitet hat – eben diese Bewegung, Handgemachtes zu kaufen oder Handgemachtes selbst zu machen. Wir haben uns ausgetauscht und wollten beide etwas zum Thema Learning/ Tutorials machen, aber wir haben ebenfalls einen hohen Bedarf gesehen, sowohl Material als auch Anleitungen online zu kaufen. Wir sind also mit der Idee gestartet, kostenpflichte Handarbeits-Videos anzubieten und die dazu passenden Materialboxen. Seitdem haben wir die Geschäftsidee immer weiter ausgebaut.

Material Boxen von Makerist

Wie läuft es inzwischen? Wie ist makerist finanziert?

­Es kann geschäftlich einfach nicht besser laufen. Wir haben in nur einem Jahr schon 29 Videos auf unserer Seite und zu allem eine passende Komplettbox. Makerist haben wir schrittweise weiter ausgebaut mit PDF-Anleitungen externer Designer, die man direkt herrunterladen und damit sofort loslegen kann. Außerdem haben wir unsere Idee mit den Komplettboxen weiter ausgeweitet auf lose Materialien: Stoffe, Wolle usw.

Zur Finanzierung: Ich habe mich bewusst für die Gründung von makerist enschieden, weil ich daran geglaubt habe, dass es gut finanziert sein wird. Bei 1001hochzeiten haben wir uns zum großen Teil über Eigenkapital finanziert, und das ist über einen längeren Zeitraum problematisch. Die Zeit der Start-Ups, in der es reicht, nur eine gute Idee und ein bisschen Geld (und natürlich viel Arbeit) zu haben, um erfolgreich zu sein, ist vorbei. Es gibt mittlerweile so viele große Investoren, und auch so viele, die die gleiche Idee haben, dass man wirklich viel Geld braucht, um die Firma auf das nächste Level zu bringen. Makerist hat schon kurz nach der Gründung eine hohe sechstellige Summe von HTGF und von einer anderen Corporate VC-Firma erhalten . Wir sind aktuell dabei, in die nächste Investitionsrunde zu gehen.

Amber Riedel mit ihrem Team

Wo und wie arbeitest du?

­Ich stehe immer vor meinen Kindern auf, checke Mails und lege die Prioritäten für den Tag fest. So kann ich im Büro direkt loslegen. Vormittags stehen Meetings mit Kollegen, Trainern und Investoren an. Die Drehtage sind immer sehr lang, aber an normalen Arbeitstagen verlasse ich am späteren Nachmittag das Büro, um die Kids aus der Kita zu holen. An diesen Tagen verfolge ich den weiteren Ablauf von Projekten per Handy und hole das Nötigste abends noch auf. Wie in den meisten Start-ups üblich verbringe ich sehr viel Zeit vor dem Laptop, aber für die Trainersuche und Drehs bin ich öfter auch mal unterwegs. Das möchte ich nicht missen.

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

­Meine beiden Kinder sind noch jung, aber immerhin schon so alt, dass sie in die Kita gehen. Diese Zeit nutze ich voll aus und arbeite wirklich intensiv. Mein Mann und ich wechseln uns mit dem Hinbringen und Abholen ab, und wenn es nicht anders geht, holen wir uns einen Babysitter dazu. Wir versuchen es meistens aber selbst zu machen, da wir es als Familienwerte definiert haben, die Kinder nicht so stark fremd erziehen zu lassen. Allerdings kostet es uns extrem viel Kraft. Er musste abends und frühmorgens nochmal an den Rechner und ich muss öfter am Wochenende arbeiten aufgrund der Dreharbeiten. Ich schaffe es gerade noch, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, aber für alles anders ist kein Zeit: Freundinnen, Sport, Freizeit, Hobbies. Das muss gerade noch warten.

Amber Riedel von Makerist mit ihren Kindern

Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

­Selbständig zu sein ist toll, denn man kann genau das machen, was einen begeistert. Wenn man es alleine durchzieht ist es aber eine viel größere Belastung – da würde ich dazu raten, mit jemand zweitem zu gründen, vor allem für die Zeit, in der die Kinder klein sind. Da kann man einfach nicht 100% bei seiner Firma sein, und es ist eine schönes Gefühl, von einem guten Partner unterstützt zu werden.

Ich denke, hier ist auch der richtige Moment, um über die Arbeitsaufteilung in der Familie zu sprechen – oft kommt man in eine Situation, in der nicht klar ist, wer für was verantwortlich ist bspw. für Wäsche waschen oder einfach nur die Geschirrspüle auszuräumen. Wer bringt die Kinder zur Kita und wer holt sie ab. Um hier einen freien Kopf zu behalten, braucht man einen Terminplan. Und wenn du es dir leisten kannst- stelle einen Putzfrau ein!

Links

Webseite: www.makerist.de
Blog: https://blog.makerist.de/
Facebook: https://www.facebook.com/Makerist
Twitter: https://twitter.com/makerist
Ausbildung: https://www.facebook.com/amber.riedl

Fotos: Amber Riedl mit Kindern: Anna Luz de Leon

 

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