Angela | Kinderbetreuung | 1 Kind

MomPreneurs-Angela-Schmidt-Notfallmamas

Angela | Kinderbetreuung | 1 Kind

Erstelle einen Businessplan.

Wer bist du und was machst du?

­Ich bin Angela Schmidt, Gründerin der „Notfallmamas“, einer Kindernotfallbetreuung für die kranken Kinder berufstätiger Eltern.
Die Notfallmamas betreuen kranke Kinder im elterlichen Zuhause, vor allem vormittags – wenn die Eltern dringende berufliche Termine haben, der Babysitter nicht kommen kann und die Großeltern auch nicht in derselben Stadt wohnen. Für diese Notfälle – auch aus eigenem Bedarf – habe ich die „Notfallmamas“ 2012 in Hamburg gegründet. Seit 2014 bieten wir den Service auch in Berlin und Schleswig-Holstein an. Frankfurt ist als weiterer Standort gerade in Planung.

Woher kam die Idee für dein Business?

­Wie bei vielen Start-ups und Existenzgründungen von Müttern entstand die Idee aus der eigenen Situation: Wir leben in Hamburg, meine Mutter am Bodensee. Und mein Mann ist als Berater vor allem in anderen Städten tätig. Wenn unsere Tochter mal krank wurde und ich wichtige Firmentermine wahrnehmen musste, konnte ich früher nur den Termin absagen. Jetzt kann ich eine Notfallmama anrufen, die ganz schnell zu uns kommt.

Das Schöne an den Notfallmamas ist, dass alle Beteiligten von diesem Service profitieren. Erstens die Kinder, die eine liebevolle 1:1-Betreuung genießen, während Mama oder Papa ohne schlechtes Gewissen arbeiten können. Zweitens die Kollegen und Arbeitgeber, die nicht ständig Ausfälle auffangen müssen. Drittens die Mütter, die nach der Babypause wiedereinsteigen wollen und nun dem Arbeitgeber lächelnd eine Antwort geben können, wenn der fragt, wer sich um das kranke Kind kümmert. Und viertens „meine“ Notfallmamas: sie haben einen tollen Job, der ordentlich bezahlt wird und können die Kinder schön „betüdeln“.

Flyer von Notfallmamas

Wie bist du gestartet, wo stehst du?

­Ich habe mit Flyern angefangen, die ich in Kitas und bei Kinderärzten verteilt habe, um unsere Dienstleistung bei den Eltern vorzustellen – eben da, wo der Stress oft anfängt. Anfänglich waren wir mit mir sechs Betreuerinnen – mittlerweile sind es über 30 in Hamburg, Berlin und Schleswig-Holstein. Gleichzeitig habe ich viel Social Media-Arbeit betrieben, was dazu geführt hat, dass wir mittlerweile auch in Berlin tätig sind. Ende vergangenen Jahres konnten wir die ersten Firmenkunden gewinnen. Dies wird in diesem Jahr konzentriert fortgesetzt.

Wo und wie arbeitest du?

­Ich habe im Home-Office losgelegt und hatte zwischendurch einen Büro-WG-Platz, der zwar wunderschön war, sich aber als unpraktisch erwies, er war einfach zu weit weg von Wohnung oder Kita. Mittlerweile arbeite ich seit anderthalb Jahren wieder im home office, was deutlich zeitsparender ist. Gerade habe ich wieder mit Kooperationspartnern eine Büro-WG bezogen, die nur drei Minuten von der Kita unserer Tochter entfernt liegt. Ideal also.

Angela Schmidt bei der Arbeit

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

­Da ich viel im Home-Office arbeite, bin ich mit meiner Zeiteinteilung – innerhalb der Kita-Öffnungszeiten natürlich – sehr flexibel. Ich kann sowohl abends als auch mal am Wochenende arbeiten und ich kann Haushalt und Job gut kombinieren. Das hat Vor- und Nachteile, so werden ungeliebte Arbeitsaufgaben schnell mal durch Waschmaschine befüllen oder Spülmaschine ausräumen ersetzt.

Da mein Mann wie gesagt viel unterwegs ist, haben wir einen „Frei-Tag“ für mich festgelegt: freitags arbeitet mein Mann von Hamburg aus und ist an diesem Tag für unsere Tochter zuständig. Er bringt sie zur Kita, holt sie ab und betreut sie danach. Das erlaubt mir, die Freitage auch für Reisen zu nutzen, etwa nach Berlin, Kiel oder Frankfurt. Und ich habe einen Tag, an dem ich ungestört lange arbeiten kann.

Betreuungsengpässe wegen eines kranken Kindes kann ich mit den Notfallmamas nun ganz entspannt auffangen – das kommt tatsächlich immer öfter vor, je mehr ich reisen muss. Und es ist ein tolles Gefühl, ohne auf die Uhr schauen zu müssen und ohne ein schlechtes Gewissen Kind, Opa oder Freundin gegenüber meine Termine wahrnehmen zu können!

Angela Schmidt mit ihrer Tochter

Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

­Das klingt oberlehrerhaft, aber: einen Businessplan erstellen! Zum einen zeigt diese anstrengende Hausaufgabe genau die Stellen auf, wo es haken könnte und man ist gezwungen, sich sein Modell sehr genau zu überlegen. Und wenn man diese Aufgabe gelöst hat, hat man einen wunderbaren Fahrplan – auch für Zeiten, wo es mal nicht so gut läuft.

Und das Zweite ist eine Partnerin oder einen Partner, der unterstützt und den Rücken stärkt und mit dem man sich austauschen kann. Ganz alleine muss man zwar niemandem Rechenschaft ablegen, aber ein Austausch ist oft ganz schön hilfreich und bringt frische Luft in die eigenen Gedanken.

Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

  1. iPad/iPhone mit Kinderapps wie z.B. Wimmel App, Fiete, damit man auch außerhalb der Kita-Zeiten in Ruhe ein geschäftliches Telefonat führen kann.
  2. Entlastung durch Mitarbeiter oder Freunde – zum zwischendurch Luftholen
  3. Mein Mann. Das muss man auch mal sagen 🙂

Links

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Webseite: https://www.notfallmamas.de/
Facebook: https://www.facebook.com/notfallmamas
Twitter: https://twitter.com/DieNotfallmamas

Fotos: Felix Gliesche (https://twitter.com/flix)

1Kommentare
  • Petra Perry
    Posted at 21:04h, 20 Juni Antworten

    Ganz tolle Geschäftsidee! Ich hoffe Ihr wächst bald auch nach Niedersachsen. Wegen Kind krank habe ich schon den ein oder anderen Termin verschieben müssen. Machmal kann mir auch mein Mann etwas Zeit verschaffen, aber das ist leider nicht immer möglich.

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