Angela | Personalberatung | 1 Kind

Angela Schindler bei der Arbeit

Angela | Personalberatung | 1 Kind

Es fügt sich vieles von selbst

Wer bist du und was machst du?

­Ich heiße Angela Schindler bin Mutter und Gründerin von concentio. Ich vermittle Teilzeitkräfte in Festanstellung und berate Unternehmen, die ihre Personalpolitik und ihr Gesundheitsmanagement familienbewusst gestalten möchten. Vor Kurzem habe ich meine Dienstleistung mit zwei Geschäftspartnern erweitert: Zum einen werden wir Senioren- und Pflegeheime ebenfalls bei der Gestaltung der familienbewussten Personalpolitik und des Gesundheitsmanagements unterstützen und beraten, aber auch Pflegekräfte aus dem Ausland rekrutieren und diesen mit unserem Relocation Service zur Seite stehen. Eine weitere neue Dienstleistung ist die Vermittlung von Azubis und deren Betreuung innerhalb der Ausbildung.

Da mir die Stellung der Frau im Beruf sehr wichtig ist, arbeite ich ehrenamtlich für den VBM – Verband berufstätiger Mütter e. V. – als Regionalstellenleiterin für den Rhein-Neckar-Kreis.

Angela Schindler bei der Arbeit

Woher kam die Idee für dein Business?

­Ich habe lange als Management Assistentin gearbeitet, auch im Bereich Human Ressources. Mich hat es schon immer geärgert, dass Mitarbeiter nur als Arbeitskraft gesehen werden und nicht als Mensch. Außerdem konnte ich nie die Respektlosigkeit gegenüber Frauen im Beruf verstehen. Wir bekommen sehr viel weniger Geld, als unsere männlichen Mitstreiter, obwohl wir gleiche Arbeit leisten und meines Erachtens viel größere Potentiale in unseren Soft Skills besitzen. Nach der Geburt meines ersten Kindes wurde mir schnell klar, dass ich nur übergangsweise fest arbeiten wollte, weil ich gemerkt habe, wie viele Steine einer Mutter mit Arbeitswunsch in den Weg gelegt werden. Es fängt bei der Ausübung einer der Qualifikation entsprechenden Tätigkeit und der hohen Diskrepanz im Gehalt an, geht weiter mit der veralteten Sichtweise, den Mitarbeiter nur als Ressource zu sehen, bis hin zu den fehlenden Betreuungsmöglichkeiten.

Durch meine Arbeit möchte auch ich etwas zur Verbesserung und Entwicklung der Gesellschaft hinsichtlich Arbeitsstrukturen und Gleichberechtigung beitragen.

Angela Schindler mit ihrer Tochter

Wie bist du gestartet, wo stehst du?

­Mit Mitte, Ende 20 wusste ich, dass ich irgendwann mal meine eigene Chefin sein wollte. Doch wie es halt so ist: Dann hat man seine Festanstellung und das Gehalt ist auch okay. Ich habe mich immer zur Arbeit gequält, weil es mich dermaßen aufgeregt hat, wie manch Manager eine Abteilung oder ein Unternehmen führt. Das hatte nichts mit dessen Person zu tun, sondern mit meiner anderen WERTvorstellung und meinem anderen Führungsansatz. Als ich dann Mutter wurde und die Erfahrung machte, wie schwer es ist, wieder in einer guten Position mit gutem Gehalt einzusteigen, fiel meine Entscheidung recht schnell. Die Geburt meiner Tochter hat sehr viel in mir ausgelöst – ich hatte nun den Mut und den Drang, etwas an meinem „Arbeits-Dasein“ zu ändern, anderen Frauen und Müttern den Wiedereinstieg zu erleichtern und die Unternehmen darauf zu sensibilisieren, das der UnternehmensWERT MENSCH, die Zukunft ist.

Wo und wie arbeitest du?

­Ich arbeite hauptsächlich von zu Hause in meinem Büro. Bewerbungsgespräche führe ich in einem Hotel und Kundengespräche finden in der Regel beim Kunden statt. Für mich ist die Selbständigkeit und das Homeoffice die beste Lösung Beruf und Familie zu vereinbaren. Mittlerweile erkennt meine Tochter den Klingelton des Geschäftstelefon und weiß, dass sie mich jetzt nicht stören darf. Ich habe keine festen produktiven Zeiten, dass hängt ganz von meiner Tagesform ab. Es gibt Tage, da bin ich vormittags unheimlich produktiv und kreativ. Es gibt aber auch Tage, da ist es eher der Nachmittag oder sogar der Abend. Ab und an vermisse ich Kollegen oder Mitarbeiter. Aber um das zu kompensieren, telefoniere oder treffe ich mich mit Frauen aus meinem Netzwerk und Gleichgesinnten zum Austausch.

Angela Schindler im Home Office

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

­Mein Lebensgefährte ist Führungskraft. Zum Glück hat er einen guten Stand beim Chef. Daher sprechen wir jede Woche ab, wer wann die Tochter in den Kindergarten bringen oder abholen kann. Natürlich liegt die meiste „Arbeit“ bei mir. Ich bin auch diejenige, die sich kümmern muss, wenn das Kind krank ist. Meistens muss ich sie um 16 Uhr vom Kindergarten abholen. Aber das macht nix. Vor meiner Selbständigkeit habe ich meine Tochter an vier Tagen die Woche täglich maximal zwei Stunden gesehen. Das war sehr hart für uns beide. Für sie noch mehr, sie bekam Neurodermitis und Verlustängste. Durch meine Selbstständigkeit und die intensive Zeit, die ich mit ihr verbringen kann, haben sich diese Probleme bei ihr zu 90 Prozent aufgelöst.

Ich habe das Glück, dass meine Mutter in der Nähe wohnt, ich oft auf sie zurückgreifen kann und dass meine Tochter ihre Oma abgöttisch liebt. Ich musste lernen, mich zurückzunehmen und auch mal loszulassen. Keiner nimmt es mir übel, wenn ich um 16 Uhr Feierabend mache, solange ich meine Ziele und Vereinbarungen einhalte.

Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

­Geht kleine Schritte und übernehmt euch nicht. Es fügt sich vieles von selbst, wenn man am Ball bleibt. Man darf sich nicht unter Druck setzen und sollte die Freiheiten der Selbstständigkeit zu seinem Nutzen machen. Geht Kooperationen ein und besucht für euer Business geeignete Netzwerke. Stellt dort Fragen und hört genau zu. Lest zwischen den Zeilen. Seid mutig und verfolgt euer Ziel. Lasst euch nicht vom negativen Gerede anderer beeinflussen. Euer Bauch, euer Gefühl weiß, ob ihr auf dem richtigen Weg seid. Wichtig ist: Hilfe und konstruktive Kritik annehmen und reflektieren.

Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

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1. iPad/iPhone mit Kinderapps wie z.B. Wimmel App, damit man auch außerhalb der Kita-Zeiten in Ruhe ein geschäftliches Telefonat führen kann.

2. Entlastung durch Mitarbeiter oder Freunde – zum zwischendurch Luftholen

3. Mein Mann. Das muss man auch mal sagen.

Links

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Webseite: https://www.concentio-personalvermittlung.de/

Xing Profil: https://www.xing.com/profile/Angela_Schindler und Unternehmensseite

Bilder: Angela Schindler

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