Anja Vatter | Texterin | 2 Kinder

MomPreneurs Portrait Anja Vatter

Anja Vatter | Texterin | 2 Kinder

Mehr Optimismus, weniger Optimierung!

 

Wer bist du, was machst du und warum?

Als Superheldin wäre ich »Word Woman«, im so genannt »echten Leben« bin ich Texterin und Konzepterin, Verlegerin, freie Traurednerin und Mama. Seit 2010 bin ich selbstständig und liebe es! Meine Welt sind die Worte. Alle meine Jobs vereint das Geschichtenerzählen, die Wahl der richtigen Buchstaben in der richtigen Reihenfolge. Warum ich texte, schreibe, erzähle? Wahrscheinlich, weil ich nicht anders kann.

MomPreneurs Anja Vatter

In einem Satz: Was ist deine CRAZY Mission, das Wichtigste, was du für dich & andere bewirken möchtest?

Ich möchte mit Worten ein bisschen die Welt verändern. Das geht nämlich. Ehrlich.

Was läuft bei dir als Mutter und Unternehmerin anders und warum ist das CRAZY?

CRAZY finde ich immer wieder, dass es funktioniert. Dass ich ein Leben lebe, das mich glücklich und erfolgreich macht – obwohl ich nicht das Gefühl habe, mich abrackern zu müssen oder auf allzu viel zu verzichten. Ich gehe gerne zur Arbeit, verbringe gern Zeit mit meinen Kindern – und kann trotzdem noch ausgehen, reisen, Bücher lesen… Wahnsinn, oder?

Anja Vatter im Verlag Vatter & Vatter

Wie sieht Erfolg für dich persönlich aus und was ist dein Weg dorthin?

Erfolg schlägt sich für mich auf jeden Fall NICHT in Zahlen nieder. Er hat nichts mit der Karriereleiter und der Anzahl an Angestellten zu tun. Meinen Erfolg messe ich in den Rückmeldungen meiner Kund*innen. Ich bin erfolgreich, wenn meine Arbeit die Erwartungen der Auftraggeber*innen im besten Fall übertrifft. Ich sage jetzt etwas ganz, ganz kitschiges: Der Weg dahin ist die Liebe. Im Ernst: Wenn du liebst, was du tust, lieben das andere auch. Man merkt einfach, wenn jemand für ihre Sache brennt.

Anja Vatter als Traurednerin bei einer Hochzeitszeremonie

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es, den alltäglichen MomPreneurs Wahnsinn irgendwie zu meistern?

Seit 2017 habe ich meinen eigenen Arbeitsraum, nur drei Minuten zu Fuß von zuhause, der Schule und der Kita. Hier gründe ich grade mit famosen Mitstreiterinnen den »Raum für Stil & Inhalt«. Nicht zuhause zu arbeiten, ist für mich immens wichtig: Mich mahnen keine Wäscheberge und unausgeräumte Spülmaschinen, sondern es inspirieren mich gleichsam kreative, kluge Frauen.

Anja Vatter Raum für Stil & Inhalt

Drei Tage die Woche bin ich alleine mit unseren zwei Söhnen, da mein Partner in einer anderen Stadt arbeitet – da ist halt dann früher Schluss mit Arbeiten. Dafür kommt an einem dieser »Single-Abende« immer eine Freundin oder ein Freund vorbei und hilft beim Kochen, Vorlesen, Abwaschen. Und ich darf an den zwei anderen Tagen länger im Büro bleiben. Dass es klappt, ist aber weniger einer festen Struktur geschuldet als meiner flexiblen, intuitiven Tagesplanung. 😉

Welche Top 3 Tipps & Tools bringen dir wirklich CRAZY Ergebnisse im Business oder erleichtern dir deinen CRAZY MomPreneurs Alltag am meisten?

Erstens: Selbstoptimismus statt Selbstoptimierung. Schneller, höher, weiter soll nicht das Ziel sein. Ganz oft ist es so, wie’s grade ist, schon richtig fantastisch!

Zweitens: Bewegung. Wenn sich mein Körper bewegt, bewegt sich automatisch auch mein Geist. Die griffigsten Claims, die hübschesten Redewendungen und die treffendsten Alliterationen entstehen beim Spazieren oder Radfahren. (Na, gut, oder beim Lesen).

Drittens: Liebe Menschen. Die ab und zu auf die Jungs aufpassen. Die abends auf ein Glas Wein vorbeikommen. Die Verständnis haben für mein Bedürfnis, einfach mal ganz, ganz allein zu sein.

Wie können wir in unserer Gesellschaft mehr CRAZY MomPreneurship ermöglichen – welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?

Es ist eine der langweiligsten Predigten unseres Jahrhunderts, aber: Gleichstellung! Ich finde es verrückt, dass Männer, die sich für feministisch halten, in junger Vaterschaft dann plötzlich doch nur die obligaten zwei Monate Elternzeit machen. Und gleichzeitig ist es verständlich: Wir sind die erste Generation, die hier Vorbilder schaffen muss. Das ist anstrengend und bedingt, dass wir angelernte Glaubenssätze hinterfragen. Prämisse Nummer eins muss daher wohl sein: Alles einmal gehörig überdenken!

Anja Vatter und ihre zwei Kinder

Dein wichtigstes Learning als MomPreneur für andere MomPreneurs?

Da möchte ich wiederholen, was ich unter 6 genannt habe: Mehr Optimismus, weniger Optimierung! Ach, und gerne auch: Work-Life-Balance gibt es nicht. Work gehört einfach zu Life. Wie alles andere auch. Nicht mehr, nicht weniger.

1 Comment
  • Ilka Köppen
    Posted at 10:04h, 09 Februar Antworten

    Liebe Anja, ich bin sehr froh, dass Du mir hier in den weiten Welten des www begegnet bist. Das Interview mit Dir ist pure Inspiration für mich. Ich selbst habe noch nicht den Mut gefunden mit meiner Leidenschaft für Wörter in die Welt zu gehen…umso schöner ist es zu sehen, dass es geht. Danke!

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