Ann Kathrin Gutowski | Schmuckhandwerk | 1 Kind

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Ann Kathrin Gutowski | Schmuckhandwerk | 1 Kind

Das Wort Disziplin ist mir fremd, denn Disziplin benötigt man nur, wenn man Dinge tut, zu denen man sich zwingen muss.

 

Wer bist du, was machst du und warum?

Mein Name ist Ann Kathrin Gutowski (am liebsten nenne ich mich Anna), ich wohne in Berlin, bin 36 Jahre jung und alleinerziehende Mutter von einem großartigen 5-jährigen Jungen. Der Vater von meinem Sohn übernimmt einen kleinen Teil seiner Verantwortung, den größten Teil übernehme allerdings ich.

Seit ca. 12 Jahren designe und fertige ich mit großer Leidenschaft Schmuck an. Hauptsächlich arbeite ich mit Metallen wie Silber, Gold, Kupfer und Messing.

MomPreneurs Anna Suno Logo

Dabei benutze ich verschiedenste Techniken, wie zum Beispiel filigrane Sägearbeiten in Metall, handgestempelte Gedichtsverse auf Kettenanhängern sowie diverse Silber- und Goldschmiedearbeiten.

Ende letzten Jahres reiste ich mit meinem Sohn für einige Monate nach Indien und entwarf meine erste Bekleidungslinie, die ich dort von einer kleinen, familiären Schneiderei fertigen lasse. Dabei lege ich höchsten Wert auf angemessene Bezahlung und faire, angenehme Arbeitsbedingungen der Schneider, sowie eine freundschaftliche Beziehung zu meinen Geschäftspartnern.

Meine fertigen Arbeiten verkaufe ich an Läden, auf Märkten in Berlin, familiären Festivals in Deutschland und in meinem Online-Shop über das Portal etsy.

Anna Suno verkauft Schmuck auf einer Messe

Was ich am meisten an meiner Arbeit liebe ist, dass sie von meinen Reisen lebt und dass ich Materialien und Inspirationen von überall mitbringe. Als alleinerziehende Mutter war es mir von Anfang an wichtig, mein Kind, meine Arbeit und meine Leidenschaft zu vereinen und alles an einen Ort zu bringen. Deshalb begann ich auf familiären Festivals zu verkaufen, zu denen ich meinen Sohn mitnehmen kann. Durch unsere Reisen spricht mein Sohn mittlerweile drei Sprachen fließend und kennt die verschiedensten Kulturen.

In diesem Herbst werden wir unseren Wohnort an ein kleines, familiäres Stranddorf in Mexiko verlegen, wo mein Sohn eine Montessori Schule besuchen wird. Die 3-monatigen Sommerferien verbringen wir dann in Deutschland, wo ich weiterhin meine Stände auf Festivals betreibe. Für den Online-Versand beschäftige ich Mitarbeiter, die meine Ware aus Deutschland versenden.

Anna Suno und ihr Sohn vor einer Weltkarte

In einem Satz: Was ist deine CRAZY Mission, das Wichtigste, was du für dich & andere bewirken möchtest?

Andere Menschen zu inspirieren, mit ihrer Leidenschaft zu gehen, das Sicherheitsdenken abzulegen und nicht dem systematischen Trampelpfad zu folgen, sondern ihrem Herzen.

Was läuft bei dir als Mutter und Unternehmerin anders und warum ist das CRAZY?

Wenn ich gefragt werde, was ich beruflich mache, bekomme ich oft erstaunte Blicke und die meist gestellte Frage ist dann: Kann man denn davon leben und um die Welt reisen?

Ich sage dann immer: Wenn man etwas will, dann kann man das.

Anna Suno in Indien

Sicherlich fahre ich nicht das neuste Auto und schlafe in 5-Sterne Hotels, aber das ist auch nicht mein Anspruch. In Berlin wohne ich in einer WG, was mir das Leben als Alleinerziehende um einiges einfacher macht.

Meine Arbeit nehme ich einfach dahin mit, wo ich grade bin. Mal auf einen Neuköllner Spielplatz oder wie jetzt grade in ein Hostel in den Tropen. Das Wort Disziplin ist mir fremd, denn Disziplin benötigt man nur, wenn man Dinge tut, zu denen man sich zwingen muss. Alles was ich tue, mache ich mit 100 % Herzblut. Mutter, Künstlerin, Verkäuferin, Fotografin, Strategin…. Das einzige wozu ich mich zwingen muss, ist meine Buchhaltung. 🙂

Wie sieht Erfolg für dich persönlich aus und was ist dein Weg dorthin?

Erfolg bedeutet für mich, jeden Tag genau das zu tun, was ich möchte und was mir und meinem Sohn guttut und den Tag mit einem Lächeln zu beginnen. Mich von meinem Herzen und nicht von meinen Ängsten leiten zu lassen. Nicht einem System oder einem vorgefertigten Weg zu folgen, sondern auch mal ein Risiko einzugehen.

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es, den alltäglichen MomPreneurs Wahnsinn irgendwie zu meistern?

Anna Suno bei der Arbeit

Meine Arbeitszeiten sind sehr flexibel und ich nutze die Zeit vor allem, wenn mein Sohn in der Kita ist und nachts. Tagsüber sitze ich viel am Computer und widme mich meinem Online-Shop, organisatorischen sowie bürokratischen Aufgaben. Nachts tauche ich dann ab in meine Kreativität und meine Goldschmiederei.

Die Zeit mit meinem Sohn betrachte ich als meine Freizeit, in der wir Freunde treffen, in den Park gehen oder einfach Berlin genießen. Die meisten Wochenenden (außer in den Sommermonaten) nehme ich mir frei.

Anna Suno bei der Arbeit

Auf Reisen arbeite ich zeitweise, so wie es in unseren Tagesablauf passt.

Manchmal stresse ich mich natürlich und komme an meine Grenzen und frage mich, wie ich alles unter einen Hut bekomme. Aber da meine Arbeit vor allem auf Saisons basiert, beiße ich in den stressvollen Momenten meine Zähne zusammen und mache mir klar, dass auch wieder ruhigere Zeiten kommen.

Da ich viel sitze, sind mir meine 10 bis 50 Minuten Yoga am Tag heilig.

Anna Suno und ihr Sohn

Welche Top 3 Tipps & Tools bringen dir wirklich CRAZY Ergebnisse im Business oder erleichtern dir deinen CRAZY MomPreneurs Alltag am meisten?

1. Bilde Netzwerke

Vereine dich mit Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. So unterstützt und inspiriert man sich gegenseitig

2. Lass dich coachen

Eine der besten Investitionen ist ein Business Coaching. Finde jemanden, der sich dein Business und deine Lebenssituation anschaut, mit dir Strategien entwickelt und dir dadurch weiterhilft.

3. Sei gut zu dir und lebe in Fülle

Wenn du deine Erwartungen an dich selber nicht erfüllst, dann sei nachsichtig mit dir und stolz auf das, was du erreicht hast. Belohne dich und deine Familie. Tu dir gutes und gehe nicht in ein Mangeldenken!

Wie können wir in unserer Gesellschaft mehr CRAZY MomPreneurship ermöglichen – welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?

Allgemein denke ich, dass man Selbstständigkeit mehr fördern und damit schon in der Schule beginnen sollte. In unserem Schulsystem wird man generell nur auf die Zukunft als Arbeitnehmer vorbereitet. Selbstständigkeit wird einem als Risiko suggeriert und das, obwohl es ein viel familienfreundlicheres Modell ist, in dem man sich selbst verwirklichen kann.

Ann Kathrin Gutowski von Anna Suno

Da ich ein großer Befürworter des Montessori Prinzips bin, denke ich, dass man in der Schule viel mehr selbstständig lernen und nach seinen Interessen gehen sollte. Auch die Uhrzeiten der Schule sollten flexibler gestaltet werden und an die wirklichen, heutigen Arbeitszeiten der Eltern angepasst werden, denn die wenigsten Menschen beginnen ihren Arbeitstag um 8 Uhr morgens.

Für mich sollte Arbeit, Alltag und Familie viel mehr zusammengeführt werden. Vorstellen kann ich mir da zum Beispiel Coworking mit Kinderbetreuung anstatt Kitaplatz. So könnte man sich seine Zeiten freier einteilen.

Dein wichtigstes Learning als MomPreneur für andere MomPreneurs?

Du und deine Familie sollten immer an erster Stelle stehen!

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