Bea | Internet | 1 Kind

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Wenn du etwas willst, findest du Wege

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Béa Beste, Bildungsunternehmerin. Ich bin Gründerin, Geschäftsführerin und Kreativchefin von Tollabox. Das ist eine kreative Bildungs- und Entdeckerbox für Drei- bis Zehnjährige, die monatlich direkt nach Hause geliefert wird. Die Box bringt zu jeder Monatsmitte drei Spiele mit kreativen Materialien und Anleitungen zum Basteln, Erforschen und Begreifen. Dazu kommen Elterntipps und eine fantasievolle Serienfolge der Tolla-Helden als Heft und Audio-Book. Playducation, also “Bildung durch Spielen”, ist das Konzept, um alle wichtigen Fähigkeiten der Kinder in der prägenden frühkindlichen Phase zu fördern. Für die Eltern ist das bequem: Die Tollabox erspart die aufwändige Suche nach Ideen und Material! Und der ganzen Familie macht das einfach Spaß – im Winter drinnen, im Sommer draußen oder auf Reisen.

Update Januar 2017: Die Tollabox ist in April 2016 insolvent gegangen. Das war sehr schmerzhaft für mich – und wer darüber Selbstkritisches dazu von mir lessen möchte, liest hier: http://www.tollabea.de/regrettingmotherhood-mal-ganz-anders/
Inzwischen blogge ich mit einem kleinen Team unter Tollabea.de und mir gehört die gleichnahmige Community auf Facebook, die 6 Mio Eltern monatlich erreicht und sich über Werbung finanziert. Ich tüftle an einem Video-Wiki-Konzept und berate in Sache Branding und Social Media Marketing – sowie in der Bildung.

Woher kam die Idee für dein Business?

2006 habe ich die bilingualen Phorms Kitas und Schulen mitgegründet und sechs Jahre lang geführt. Dann wollte ich über den Tellerrand schauen, wollte wissen, was das “Lernen der Zukunft” ausmacht. 2011 bin ich aus den operativen Funktionen raus und habe mich auf eine Bildungsexpedition begeben. Ich war in Indien, Australien, Indonesien und den USA unterwegs und habe spannende, unglaublich starke Projekte, Unternehmen und Orte gesehen, die Lernen für junge Menschen spannend, spaßvoll und besonders effektiv umsetzen! Eine australische Stiftung zum Beispiel, Play for Life Australia, bringt riesige Container mit sauberem und sicherem Industriemüll an Schulen, die sich im sozialen Umbruch befinden. Sie trainiert die Lehrer ausführlich und lässt die Kinder auf dem Schulhof dem sogenannten “free discovery play” nachgehen, mindestens 45 Minuten am Tag. Die Ergebnisse sind verblüffend, die Kinder verbessern sich in ihren schulischen Leistungen um 30-40 Prozent, die Uni in Melbourne wertet alles aus. (Bilder & mehr dazu gibt es hier: https://www.tollabox.de/blog/detailansicht/article/beas-tolla-reise/ )

Bea Beste Tollabox Kinder

Als Schulgründerin ist mir nur allzu vertraut, wie Eltern angesichts von Schulstress ticken… oder besser gesagt austicken. Kaum stellt sich die Frage nach der Gymnasialempfehlung, und schon schnürt sich ihre Kehle zu! Erst wollte ich eine neuartige Form von Nachhilfe gründen. Dann habe ich realisiert: Es muss etwas her, das eine neue Lernkultur direkt in die Familien bringt, weil dort die Basis fürs kindliche Lernen gelegt wird. Ich war stark angetrieben von dem Wunsch, ein Produkt zu schaffen, das unabhängig vom Wohnort funktioniert und unbegrenzter skalieren kann als ein eine KiTa oder eine Schule. Irgendwann kam ich auf die Idee: Monatsbox mit Bildungsinhalt, der Familien Spaß macht! Das ist die Story der TOLLABOX.

Update Januar 2017: Das aktuelle Business hat sich ja schon aus der Tollabox ergeben. Was ich konsequent verfolge ist: Ich mache nur noch Digitales. Weg mit der Welt der Dinge! Ich habe kein Lager, kein Laden, kein Büro – nur Laptop und Smartphone. Und bin sehr frei dabei.

Wie bist du gestartet, wo stehst du?

Meinst du mit der Tollabox? Ich mach das mal stichpunktartig:

  • 2011 begab ich mich auf die Bildungsexpedition und nach einigen Biz-Plan Verirrungen (das Nachhilfe-Ding) stand fest: Ich mache die Bildungsbox!
  • 2012 stellte ich mein Team zusammen, darunter ist seither auch meinen Mann Oliver Beste, der früher MyToys mitaufgebaut hat. Den ganzen Sommer lang haben wir das Konzept entwickelt, die Homepage aufgesetzt, erste Mitarbeiter gefunden. Auf den Markt sind wir im Oktober gegangen.
  • 2013 hatten wir ein großes Crowdfunding und 600.000 Euro in 4 Wochen auf Seedmatch.de eingesammelt.
  • 2014 haben wir neue, effiziente Marketingkanäle ausgearbeitet. Wir sind mitten in einer neuen Finanzierungsphase.
  • 2015 scheiterte die Finazierungsphase, wir mussten Insolvenzanmelden
  • ab Sommer 2015 habe ich die Marke und die rechte an der Community aus der Insolvenzmasse gekauft und blogge als Tollabea

Bea Beste Tollabox Community

Wo und wie arbeitest du?

Mein Büro ist im gleichen Dachgeschoss, wo Oliver und ich wohnen – es sind aber getrennte Räume. Ich bin ein fürchterlicher Morgenmuffel und normalerweise arbeite ich erst ab zehn Uhr. Dafür packt mich noch um Mitternacht alle meine Ernergie und Kreativität, so dass ich selten ins Bett vor zwei Uhr nachts gehe.

Update Januar 2017: Da ich das meiste Business digital machen kann und meine Tochter studiert, verbringe ich die kalte Jahreszeit im warmen Gegenden. Dieses Update schreibe ich gerade aus Puerto de Santiago auf Teneriffa.

mompreneurs_bea_beste_tollabea

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Das Problem stellt sich mit einer 24-Jährigen nicht mehr. Deswegen kurz aus der Vergangenheit berichtet: Als ich mit 21 Jahren schwanger wurde, habe ich beschlossen, dass “Work-Life-Balance” kein Thema für mich ist, dass ich etwas machen möchte das mir nur eines beschert: Lebenszeit. Ich habe mit Kind in der Regelstudienzeit studiert, nebenbei gearbeitet und ein Trendforschungsmonitor für eine Werbeagentur geschmissen, war streckenweise auch alleinerziehend. Als meine Tochter klein war, habe ich für SAT.1 und die Unternehmensberatung The Boston Consulting Group gearbeitet, und während dieser Zeit auch mal zwei Kinderfrauen beschäftigt. Ich habe eine wunderbare Beziehung zu meiner Tochter, wir haben nicht viel, aber viel gute, intensive Zeiten zusammen verbracht – und nahezu täglich zusammen gekocht. Ich habe viel Hilfe gehabt: Vom Vater, von meinem jeweiligen Lebenspartner, von meiner Schwiegermutter, von Freunden und Kommilitonen, später auch von Kollegen. Im Hochleistungsumfeld habe ich stets das Verständnis und die Kompromissbereitschaft erlebt, sich auf meine Situation einzulassen – wahrscheinlich weil ich selbst ausgestrahlt habe, dass Full-Time-Arbeit und Familie für mich eine Selbstverständlichkeit ist. Übrigens, auch meine Mitgründerin Sarah lebt das jetzt in unserem Tollabox-Konstrukt genau so – und auch ihr gelingt das extrem gut.

Mein Setup ist einfach: Wenn du etwas willst, findest du Wege. Wenn du etwas nicht willst, findest du Gründe.

Update Januar 2017: Wenn du dich auf den Wegen, die du gefunden hast, auf die Schnauze packst, bewegst du dich immer noch nach vorne.

Bea Beste Tollabox Familie

Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Einen Schritt nach dem anderen machen. Gleichgesinnte finden. Mut machen. Mut gemacht bekommen. Sich, seine Wünsche und Ziele mal einfach für selbstverständlich halten. Und ab und zu sich selbst zu sagen: Alles ist gut!

Bilder: Bea Beste, Titelbild: Katja Harbi

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