Constanze | Recruiting | 2 Kinder

Constanze | Recruiting | 2 Kinder

Vieles fängt bei der Partnerwahl an

Wer bist Du und was machst Du?

Ich bin Constanze Buchheim, Gründerin von i-potentials und Mutter von zwei Kindern. Vor fünf Jahren habe ich die Personalberatung i-potentials gegründet, eine Personalberatung spezialisiert auf die Bedürfnisse der digitalen Welt. Unser Ziel ist es, DIE Personalberatung der Digitalen Wirtschaft in Europa zu sein.

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Woher kam die Idee und wie bist Du gestartet?

Für meinen früheren Arbeitgeber hatte ich bereits einige Gründungen mitbegleitet und für einige davon die HR-Bereiche aufgesetzt. Dabei habe ich festgestellt, wie stark sich die Start-Up-Szene entwickelt und wie auch hier gutes Personal gebraucht wird.

Die digitale Welt hat ihre eigenen spezifischen Bedürfnisse, die andere klassische Personalberatungen meiner Erfahrung nach nicht ausreichend abdecken konnten. So entstand die Idee, eine spezialisierte Personalberatung zu gründen, die die individuellen Bedürfnisse der digitalen Welt sowohl kulturell als auch hinsichtlich der spezifischen Funktionen besser versteht.

i-Potential - VOLTA - 5 Jahre

Die Gründung war eigentlich schon fast abgeschlossen, als ich schwanger wurde. Ich musste dann abwägen, ob ich weiter als Angestellte die Sicherheit bevorzuge oder ob ich doch die Courage habe, in die Selbständigkeit zu gehen. In dieser Zeit habe ich mir nochmal eindringlich die Frage gestellt, was ich wirklich will. Und mir wurde auch klar, dass hier eine Riesenchance vor mir lag, die ich so vielleicht nicht wieder bekommen würde. Im Jahr 2009 habe ich dann – einen Monat nach der Geburt unseres ersten Kindes – zusammen mit TeamEurope i-potentials gegründet.

Wie läuft es inzwischen und wie hast Du Dich finanziert?

I-potentials ist heute eine etablierte Personalberatung für die digitale Wirtschaft. Wir arbeiten sowohl für Start-Ups als auch für etablierte IT-Unternehmen sowie für die „Old Economy“. Vor zwei Jahren habe ich das Unternehmen komplett umstrukturiert und wir haben uns deutlich weiter professionalisiert. In der Zeit kam unser zweites Kind zur Welt.

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In der Anfangsphase nach der Gründung war das Netzwerk von TeamEurope für mich noch sehr wichtig. Das Unternehmen habe ich aber weitestgehend alleine aufgebaut und so habe ich dann im letzten Jahr alle Anteile übernommen und bin heute alleinige Gesellschafterin. Finanziert haben wir uns von Anfang an aus dem Cash-Flow.

Wo und wie arbeitest Du?

Als Geschäftsführerin habe ich die Flexibilität, mir meine Zeit selbst einzuteilen. Das Unternehmen ist soweit aufgestellt, dass ich nicht permanent vor Ort sein muss. Üblicherweise bin ich ca. 60% meiner Arbeitszeit im Unternehmen, denn ich muss und möchte auch präsent sein. In Hochphasen bin ich zeitweise gar nicht da, dann übernimmt mein Mann die Kinder komplett. Später gleiche ich das wieder aus. Die Zeit mit den Kindern teilen mein Mann und ich uns paritätisch.

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Wie ist Dein Setup und wie schaffst Du es, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Wir führen eine Partnerschaft auf Augenhöhe in jeglicher Hinsicht. Uns ist beiden klar, dass wir etwas im Leben erreichen wollen und wir helfen uns gegenseitig, unsere Ziele zu verwirklichen. Darüber sind wir uns in der Partnerschaft einig und nach diesem Prinzip organisieren wir unseren Alltag. Wir versuchen, uns weitestgehend selbst um die Kinder zu kümmern, greifen aber auch gelegentlich auf Babysitter zurück. Daneben halten wir es für sehr wichtig, sich eine gute und verlässliche Kita zu suchen. Die Zeit, die richtige Kita zu suchen, lohnt sich auf jeden Fall.

Was würdest Du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen wollen?

Vieles fängt tatsächlich mit der Partnerwahl und der gemeinsamen Bereitschaft für Verantwortung an. Ich würde allen raten, die selbständig und auch Mutter werden wollen (oder es schon sind), sich völlig darüber im Klaren zu sein, was das für die Organisation des Alltags bedeutet. Wichtig ist es, über all diese Punkte mit dem Partner zu sprechen und diesen Weg gemeinsam zu organisieren. Sprecht Euch in allen entscheidenden Punkten ab.

Grundsätzlich kann ich nur sagen – es ist machbar. Aber nur wenn Ihr mit Leidenschaft dabei seid, trägt sie Euch durch schwierige und anstrengende Zeiten. Und außerdem – die Einstellung macht die Musik. Akzeptiere den Moment, in dem Du etwas tust. Wenn Du im Unternehmen bist, bedaure nicht, dass Du nicht bei den Kindern bist, sondern genieße Dein Unternehmertum. Wenn Du bei den Kindern bist, genieße die Zeit und bedaure nicht, dass Du gerade keine Emails lesen kannst. Nimm die Dinge als bewusste Entscheidung an und sei Dir der Konsequenzen bewusst.

Deine Top 3 Tipps & Tools, die selbständigen Müttern Zeit, Geld und Nerven sparen

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  1. Ein gut funktionierendes Aufgaben-System. Am Sonntagabend lege ich z.B. die Prioritäten für die folgende Woche fest. Das mache ich manuell, unterstützt durch Asana. Darüber hinaus nutze ich ein Tages-Kartensystem. Für jeden Tag habe ich eine Karte mit priorisierten Aufgaben. Mit Hilfe dieser Karten kann ich jeden Tag vor- und auch nachbereiten. Auf der Rückseite lassen sich Erkenntnisse eintragen, die ich dann wiederum nutze, um mein Unternehmen weiterzuentwickeln. Mir gefällt es, eine richtige Karte in der Hand zu haben.
  2. Ein gemeinsamer Kalender. Um auch privat unsere Termine zu koordinieren nutzen mein Mann und ich Kalender, auf die wir gegenseitigen Zugriff haben.
  3. Personal Day. Wir haben bei i-potentials einen Personal Day eingeführt. Das ist ein freier Tag im Monat – zusätzlich zum Urlaub – der dazu gedacht ist, dass Mitarbeiter ihre privaten Dinge erledigen können, wie z.B. Arzttermine, Behördengänge, etc.

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Links

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Webseite: https://www.ipotentials.de/

Facebook: https://www.facebook.com/ipotentials

Xing: https://www.xing.com/profile/Constanze_Buchheim

Mein Buch: HR Basics für Start-ups

Fotos: Christian Kielmann, Porträtfoto: Alexander Klebe

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