Dagmar | Coaching | 4 Kinder

Dagmar | Coaching | 4 Kinder

Unternehmertum erfordert Mut und echten Willen.

Wer bist du und was machst du?

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Ich bin Dagmar Terbeznik, Diplom-Kauffrau mit 15 Jahren Berufstätigkeit in der Wirtschaft und seit 2007 freiberufliche Coach. Seit 2008 bin ich zudem Mutter von inzwischen vier Kindern und somit auch Teil eines Doppelkarrierepaares.

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Mit meinem Angebot work-life-coaching biete ich professionelles Coaching (zertifiziert vom Deutschen Coaching Verband) insbesondere zu Fragestellungen, die auch mein Leben geprägt haben und prägen: berufliche Unzufriedenheit und Veränderung, Karriereplanung für Fach- und Führungsnachwuchskräfte, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Frauen im Beruf, Doppelkarrierepaare, Stressbewältigung und Work-Life-Balance.

Seit 2015 beschäftige ich mich zudem intensiv mit dem Thema New Work und Agilität und arbeite auch in diesem Feld. Dazu gehört auch die Organisation des AUGENHÖHECamps in Berlin und meine Mitgliedschaft bei den New Work Families.

Neben klassischem Einzel-Coaching biete ich auch Coaching-Seminare an. Hier bin ich für Unternehmen aktiv, für Hochschuleinrichtungen im Bereich Doktoranden und Post Docs.

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Woher kam die Idee für dein Business? Wie bist du gestartet und wie hast du das finanziert?

Meine Eltern waren selbständig mit einer Hausverwaltung. Zu Abiturzeiten dachte ich, dass ich das auch machen möchte und habe eine entsprechende Ausbildung gemacht. An deren Ende dachte ich: never ever übernehme ich den Laden meiner Eltern. Dann kam ein beruflicher Aufstieg in meinem Ausbildungsunternehmen, der Entschluss für ein BWL-Studium, Auslandspraktika und nach dem Studium der ehrgeizige Einstieg in einer internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Das war als Sprungbrett gedacht, hat mich aber so unglücklich gemacht, dass ich darüber krank wurde. Nach einigen Jahren bin ich dort also ausgestiegen, habe selbst Coaching in Anspruch genommen und dabei herausgefunden, dass ich zwar nicht den Laden meiner Eltern übernehmen will, aber auch selbständig und frei arbeiten möchte.

Dazu kam mit Mitte 30 der Kinderwunsch, den ich mir in Verbindung mit einem Angestelltendasein nicht vorstellen konnte. Und ich habe mit Coaching meine Berufung gefunden. Genau das ist es was ich machen wollte. Also habe ich eine entsprechende Ausbildungen absolviert und mich 2007 selbständig gemacht. Die Ausbildungen habe ich aus Erspartem finanziert. Ansonsten habe ich den Gründungszuschuss genutzt und brauchte für mein Business nicht viel Kapital, sondern Zeit und Durchhaltevermögen. Geld habe ich in den ersten Jahren kaum verdient. Anfangs hatte ich nebenbei noch eine 20-Stunden-Stelle, aber mit dem ersten Kind habe ich mich komplett für die Selbständigkeit und das Durchhalten entschieden.

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Wie läuft es jetzt? Haben sich deine Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Seit der Schwangerschaft mit meinen Zwillingen in 2010 hat das Geldverdienen einen Anfangsschwung genommen, der sich seitdem immer weiter ausdehnt. Die letzte Schwangerschaft in 2012 hat nicht mal mehr einen größeren Einbruch gebracht, allerdings habe ich da auch nur drei Monate die Arbeit ganz ruhen lassen. Das war für mich aber gut so.

Ich verdiene immer noch weniger, als ich zuletzt als Angestellte verdient habe, wenn ich dieses Gehalt auf meine aktuellen Arbeitsstunden runterrechnen würde. Trotzdem bin ich zufrieden! Ich kann arbeiten, obwohl ich vier Kinder in noch sehr betreuungsintensivem Alter habe. Ich liebe meine Arbeit. Ich liebe die Freiheit, ohne die ich diese beiden Bereiche meines Lebens für mich momentan nicht vereinbaren könnte. Und: Ich verdiene mein eigenes Geld und weiß, dass nicht nur die Kinder größer werden, sondern auch mein Business und mein Verdienst.

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Wo und wie arbeitest du?

Sämtliche Büroarbeiten erledige ich zu Hause. D. h. Online-Marketing, Konzepte schreiben, Buchhaltung, Akquise Tätigkeiten etc.. Ich genieße das total und kann gut die ungeputzten Fenster links liegen lassen, aber trotzdem zwischendurch mal eine Waschmaschine laufen lassen oder den Geschirrspüler ausräumen. Ich bin dabei sehr selbstbestimmt und kann auf das hören, was mir in dem Moment gerade wichtig erscheint. Das ist auch mal ein Lunch-Meeting mit einer Freundin oder sich mit einem Fachbuch in die Badewanne legen.

Meine Einzel-Coaching-Termine führe ich in Räumen in Kreuzberg oder der City-West an, die ich stundenweise mieten kann. Das hat sich für mich sehr bewährt. Dennoch träume ich davon irgendwann eigene Praxisräume zu haben, am liebsten in Gemeinschaft mit anderen. Das kommt, aber vermutlich erst in ein paar Jahren.

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Ich bin Teil eines Doppelkarrierepaares. Mein Mann arbeitet zwar Vollzeit und ich recht schwankend 20 – 30 Stunden/Woche, aber wir teilen uns trotzdem sehr viel der Familienarbeit. Wir erledigen das Morgen- und Abendprogramm fast immer im Team. Nachmittags bin ich zuständig, habe aber viel Unterstützung von meinen Eltern und wir haben eine Kinderfrau, die einen festen Tag in der Woche nachmittags da ist. Auch bei Krankheiten haben wir diese Unterstützung bzw. gucken, wer von uns beiden zu Hause bleibt. Ich arbeite samstagvormittags mit Einzel-Coaching-Klienten, die Ihr Coaching auf eigene Rechnung neben dem Job machen. Außerdem haben wir eine tolle Nachbarschaft und können die Kinder auch dort mal unterbringen.

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Gut lässt sich unser Modell an der Zeit nach der Geburt unseres vierten Kindes darstellen: Ich habe einmal im Monat ein Seminar außerhalb von Berlin gegeben, mein Mann ist mit dem Baby mitgereist und hat es mir in den Pausen zum Stillen gebracht. Er hat ein halbes Jahr Elternzeit und –geld für eine 30-Stunden-Teilzeitwoche in Anspruch genommen und konnte dadurch die Reisezeiten etc. gut abdecken. Die drei „großen“ Kinder waren die zwei Tage bei Oma und Opa. Teilweise haben wir sogar kranke Kinder bei Oma und Opa gelassen. Das ist mir schwer gefallen („was mache ich hier eigentlich???“), aber mein Mann hat mich dabei super unterstützt („denen geht es super bei Oma und Opa und die würden sagen, wenn es nicht o.k. wäre!“). Ich bin zu Tagungen gegangen und habe mein Baby mitgenommen, was prima funktioniert hat. Und ich habe das Baby auch auf der Erde „rumdaddeln“ lassen und nebenbei am Schreibtisch gearbeitet.

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Es ist viel zu organisieren und abzustimmen. Phasenweise wird es auch zu viel und ich muss mir mehr Entlastung schaffen. Dann kommt die Kinderfrau mehr zum Einsatz, um Freiraum für mich und meinen Mann zu schaffen. Wenn ich Energie brauche gehe ich auch zum Shiatsu oder Salsa-Tanzen, um für mich zu sorgen. Ich habe keine Skrupel mir Hilfe zu holen und dafür auch Geld zu bezahlen. Im Zweifel alles, was ich verdiene. Mein Mann könnte ohne Hilfe auch nicht arbeiten, insofern ist die Rechnung gegen das Gehalt der Frauen eh Quatsch. Außerdem ist das nur eine Phase, die vorübergeht und ich will aber „im Geschäft“ bleiben und nicht irgendwann wieder bei null anfangen.

Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Mache das, wofür Du brennst, dann findest Du auch Deinen Weg. Das gilt immer. Für den Start in die Selbständigkeit würde ich noch ergänzen: sei realistisch und überfordere Dich nicht. Es kann dauern, bis Du finanziell auf eigenen Beinen stehst. Finanzielle Sicherheit (Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bezahlter Urlaub etc.) bietet eher ein Angestelltenverhältnis. Und die Freiheit zu genießen, bedeutet auch Verantwortung zu übernehmen. Unternehmertum erfordert Mut, Durchhaltevermögen und echten Willen.

Aber: Probiere es aus, wenn Du im Moment meinst, dass es das Richtige ist. Wenn Du später feststellst, dass es nicht das Richtige ist, dann kannst Du auch wieder in ein Angestelltenverhältnis o. ä.. Das habe ich schon öfter erlebt.

Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

  1. Online-Familien-Kalender, wo alle Termine zusammengeführt werden können.
  2. Du brauchst nicht immer gleich ein eigenes Büro. Co-working ist großartig und wird in Großstädten in vielen Modellen angeboten.
  3. Ich kaufe alles, was geht, nur noch online ein.

Links

Website: work-life-coaching.de
Blog: work-life-coaching.de
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Bilder: Esther Eisenhardt, Dagmar Terbeznik

 

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