Edith | Handel | 2 Kinder

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Edith | Handel | 2 Kinder

Happy wife, happy life!

 

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Edith Szasszer, 42 Jahre alt, verheiratet und Mutter von Carl (7) und Fritz (3). Beruflich gehe ich voll und ganz in meinem Job als Inhaberin und Geschäftsführerin von Le Petit Beurre auf – einem kleinen, feinen Label für hochwertige Babyausstattung aus Hamburg.

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Woher kam die Idee für dein Business? Wie bist du gestartet und wie hast du das finanziert?

Le Petit Beurre fiel mir mehr oder minder vor die Füße. Ich selbst hatte für Carl schon Produkte von Le Petit Beurre im Kinderzimmer und im Sommer 2012 habe ich dann von einer Freundin erfahren, dass die ehemalige Inhaberin das bis dahin noch kleine Label abgeben möchte. Ich wusste sofort, dass das mein Ding ist.

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Durch meinen Marketing-Hintergrund wusste ich, dass Le Petit Beurre das Zeug hatte, etwas Großes zu werden. Ich wusste, dass es die perfekte Gelegenheit war, etwas Eigenes zu haben und hatte ohnehin schon länger die Idee für ein Kinderlabel im Kopf gehabt. Der Wiedereinstieg in den alten Job ist bei vielen Müttern nicht möglich. So war es auch bei mir. Also musste ich mich neu aufstellen. Wie sagt man so schön: „Gelegenheit macht Diebe“. Le Petit Beurre war meine Gelegenheit!

Le-Petit-Beurre-Produkte

Dadurch, dass ich ursprünglich nicht aus der Textilbranche komme, war es schon ein Sprung ins kalte Wasser, aber immerhin ein bewusster. Ich habe gar nicht weiter drüber nachgedacht und einfach losgelegt, weil es sich richtig angefühlt hat. Es war also eine sehr emotionale Entscheidung, die wir aus eigenen finanziellen Mitteln auf die Beine gestellt haben.

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Ron, mein Mann, hat mich von Anfang an unglaublich unterstützt. Klar, irgendwie hat er mich sicherlich anfangs auch nicht wirklich ernst genommen und gedacht: „Lass die mal machen“. Aber sein Credo: „Happy wife, happy life!“, ist letztendlich aufgegangen.

Wie läuft es jetzt? Haben sich deine Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Nachdem die ersten drei Jahren echt sehr hart waren und wir uns in dem hart umkämpften Markt erstmal behaupten mussten, können wir jetzt ein bisschen aufatmen und haben Zeit für den Feinschliff. Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch und sage immer: „Ja, es hätte schneller gehen können.“ Aber wir wollen langsam und vor allem gesund wachsen. Auch um die Qualität, die Le Petit Beurre ausmacht, gewährleisten zu können.

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Wir bekommen so viel positives Feedback, dass wir jetzt eigentlich ernten, was wir gesäht haben. Die Vorfinanzierung ist immer wieder eine Hausnummer, die gestemmt werden muss. Grundsätzlich muss man einfach wissen, dass es kein Business ist, mit dem man reich wird. Dafür müsste man schon billig und auf Masse produzieren. Nachhaltigkeit und Qualität sind aber meine wichtigsten Ansprüche an die Marke.

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Einen richtigen Coach hatte ich nicht. Aber mein Mann hat diese Rolle in gewisser Art und Weise übernommen. Die Tiefpunkte, die man hat, die Angst, ob man es schafft. Er hat mich immer motiviert und aufgebaut. Mit ihm habe ich mich immer besprochen.

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Mittlerweile sind wir ein kleiner Familienbetrieb geworden, in dem auch mein Mann immer mehr aktiv dabei ist. Seine Herkunft aus der Werbebranche ist natürlich hilfreich und wir profitieren sehr davon, dass wir uns so gut ergänzen.

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Wo und wie arbeitest du?

Angefangen habe ich zur Untermiete in einem 40 m² Büro. Ich habe alles selbst gemacht. Vertrieb, Kisten packen, alles. Als ich mit Fritz schwanger wurde, musste ich mir Hilfe holen. Claudia, die noch heute an meiner Seite steht und eine Mitarbeiterin im Lager. Es sind alles Mütter, die motiviert und mit Spaß am Produkt Le Petit Beurre zu dem machen, was es heute ist.

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Inzwischen haben wir eigene Räumlichkeiten, mit Lagerhalle und kleinem Showroom. Von dort beliefern wir europaweit Händler und Endkunden.

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Ganz ehrlich, einmal pro Woche möchte ich das Ganze am liebsten an den Nagel hängen, doch genauso oft erfüllt mich unsere Arbeit mit Stolz. Wenn ich von anderen Müttern höre, dass sie etwas von uns im Schrank haben – ein tolles Gefühl!

Viele die Le Petit Beurre sehen, sagen: „Wow, das könnte ich nie“. Aber man fängt ja klein an und wächst mit der Firma mit. Was unser Leben angeht, so kann ich nur so viel sagen: Wir leben einen ganz normalen Alltag, an einem schönen, kleinen Flecken Hamburgs. Mal bringe ich die Kinder in die Kita und mal mein Mann.

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Wenn es spät wird, gibt’s auch mal eine TK-Pizza zu Hause. Wenn dann die beiden Jungs im Bett sind und die letzte Email geschrieben ist, sitzen auch wir am liebsten in der Jogginghose auf der Couch. Diese kleinen Auszeiten und mal Fünfe gerade sein lassen, ist enorm wichtig.

Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Einfach machen! Nicht so viel darüber nachdenken. Learning by doing. Letztendlich ist es einfach Typsache, ob man für die Selbständigkeit geeignet ist oder nicht. Wer Herausforderungen liebt und mit Unsicherheit (bsp. finanzielle Auf- und Abs) umgehen kann, sollte es einfach wagen.

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Ein betriebswirtschaftliches Studium als Basis zu haben, so wie ich, hilft natürlich schon sehr. Und trotzdem, wenn ich heute meine Kalkulationen vom Anfang anschaue, stimmt fast nichts mehr davon.

Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

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  1. Die Herausforderung annehmen und an sich glauben ist die Basis für jeden Erfolg.
  2. Authentisch sein und sich selbst nicht aus dem Auge verlieren. Man darf Fehler machen und kann nicht immer perfekt sein. Das war mein wichtigstes Learning für den Beruf und als Mutter. Jede Krise und alle Fehler stärken einen für die Zukunft. Sie machen einen schlauer.
  3. Verantwortung abgeben und Hilfe annehmen. Ohne meinen Mann und mein tolles Mami-Netzwerk mit vielen Working-Mums, die sich gegenseitig helfen, hätte ich Le Petit Beurre nicht aufbauen können. Abgesehen davon finde ich es auch wichtig, dass die Kinder eine zufriedene Mutter haben. Es zählt nicht die Quantität sondern die Qualität der Zeit, die man mit Ihnen verbringt.

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Links:

Website: https://www.lepetitbeurre.com

Xing: https://www.xing.com/profile/Edith_Szasszer

Facebook: https://www.facebook.com/lepetitbeurrehamburg

Bilder: Edith Szasszer

1 Comment
  • Katrin
    Posted at 14:58h, 03 November Antworten

    Es ist so schade, dass Edith den Shop schließen muss.

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