Esther | Internet | 2 Kinder

Esther | Internet | 2 Kinder

Mit weniger mehr erreichen

Wer bist du und was machst du?

­Ich bin Esther Eisenhardt, Gründerin von MomPreneurs. Das ist die Seite, wo du dich gerade befindest und ich bin die Frau, die dahinter steckt. MomPreneurs ist ein Wegweiser und Netzwerk für selbstständige Mütter. Im Kern geht es um solche Fragen: Wie mache ich mich als Mutter selbständig? Wie baue ich als Mutter erfolgreich mein Business auf- und aus? UND: Wie vereinbare ich das mit meiner Familie? Das ist eine andere Herausforderung, eine andere Herangehensweise. Viele Mütter sind da zunächst überfordert. So ging es mir am Anfang auch. Deshalb war es mir ein Herzenswunsch genau diese Herausforderung zu adressieren und deshalb habe ich MomPreneurs ins Leben gerufen.

Woher kam die Idee für dein Business?

­Ich habe lange Jahre in der Internet Economy gearbeitet und hatte das Glück, dass mein Beruf auch meine Leidenschaft war. Das heißt, ich habe immer sehr gerne und viel gearbeitet. Als ich Mutter wurde, war für mich klar, dass ich auf jeden Fall beides will. Aber in Deutschland ist das nicht so einfach. Das liegt an der immer noch weit verbreiteten Präsenzkultur, an fehlenden Betreuungsmöglichkeiten, der traditionellen Rollenverteilung bzw. vorherrschenden Meinung zum Thema „Mütter & Arbeit“ in der Gesellschaft sowie der männlich geprägten Vorstellung von Erfolg. Als Mutter kenne ich diese Problematik sehr gut. Ich möchte, dass sich da was ändert. Mütter sind für mich eine der am wenigsten erschlossenen Ressourcen, ein Potential, dass dem Arbeitsmarkt quasi verloren geht. Das ist sehr schade und deshalb möchte ich mit MomPreneurs einen Beitrag leisten, dieses Potential neu zu erschließen.

Esther Eisenhardt bei der Arbeit

Wie bist du gestartet, wo stehst du?

­Ich wollte schon immer was Eigenes machen. Der Wunsch war latent immer da. Nach über zehn Jahren Berufserfahrung und der Geburt meiner zwei Kinder dachte ich „Now or never“. Ich wollte nicht mehr in einem „festen“ Angestelltenverhältnis mit viel Fahrerei und Hetzerei arbeiten. Ich bin gegangen mit der Idee im Gepäck: „Ich mache was für Mütter“. Ich hatte eine Idee, aber keine Erfahrung als Gründerin, geschweige denn als Mompreneur. Deshalb machte ich es so, wie es die meisten Gründer in Berlin machen. Ich besuchte viele Startup Events, absolvierte die BerlinStartupAcademy und entschied mich, zusammen mit meinen damaligen Mitgründern, auf einen technischen Förderantrag zu setzen. Es stellte sich allerdings heraus, dass das für uns einfach nicht passte. Diese Erkenntnis kostete uns viel Zeit, Nerven und Geld und zuletzt auch das Team. Obwohl das sehr hart war, hat mich dieser Versuch um viele Erfahrungen reicher gemacht. Ich glaube nach wie vor an das Potenzial von „Mütter+Arbeit“ und deshalb stecke ich all mein Wissen und meine Erfahrung jetzt in Mompreneurs. Um das Risiko und die Kosten gering zu halten, empfehle ich allen angehenden Mompreneurs, erst einmal klein zu starten.

Esther Eisenhardt beim Meerup-Treffen

Wo und wie arbeitest du?

­Ich arbeite am liebsten von zu Hause. Wenn ich alleine bin, bin ich sehr produktiv. Ich kann meine Arbeit meinem Rhythmus und meiner Kraft anpassen. Durcharbeiten, bis ich eine Aufgabe geschafft habe. Oder einen Blitzschlaf, wenn gar nichts mehr geht (etwa, wenn ein Kind die Nacht zum Tag gemacht hat). Viele denken, Homeoffice ist die Lizenz zum „Nichtstun“. Das ist natürlich Quatsch. Es kommt schließlich auf das Ergebnis an.

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

­Mein Mann und ich arbeiten beide sehr viel, wobei er der Hauptverdiener ist. Unter der Woche kümmere ich mich um die Kinder, weil mein Mann viel unterwegs ist. Meine Mutter unterstützt uns und als Backup haben wir auch noch eine Babysitterin. Im Alltag gilt für mich nicht „sowohl als auch“, sondern „entweder oder“. Entweder arbeite ich ODER kümmere mich um die Kinder. Beides gleichzeitig führt nur zu Frustration – auf beiden Seiten. Gerade wenn man wenig da ist, sollte man die Zeit mit den Kindern voll ausschöpfen und genießen. Außerdem habe ich gelernt, abzugeben und loszulassen – von meinem Perfektionismus, dem Glauben „nur ich mache das am Besten“ und dem schlechten Gewissen. Ich investiere regelmäßig in eine gute Planung, setze mir Ziele, akzeptiere aber auch meine Limits. Ich gehe einfach direkt ins Bett, selbst wenn alles liegen bleibt und meine Mutter nicht versteht, wie das sein kann. Gott sei Dank wohnt sie in der Nähe und unterstützt mich. Dafür bin ich sehr dankbar.

Esther Eisenhardt präsentiert

Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

­Einfach machen. Mut haben. Auf sein Gefühl hören. Netzwerken, Fragen stellen, offen sein, lernen, zuhören. Klein anfangen und kleine Schritte gehen.

Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

­

  • Zeit sparen: Ich versuche mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, d.h. übe immer wieder „Nein“ zu unwichtigen Dingen zu sagen. Ich konzentriere mich auf das „jetzt und hier“ und versuche mich bspw. nicht mit Dingen zu beschäftigen, die ich eh nicht (mehr) ändern kann.
  • Geld sparen: Ich liebe meine Freiheit und Unabhängigkeit. Deshalb arbeite ich komplett remote von zuhause aus. Im Business und auch privat stelle ich mir die Frage: Was brauche ich wirklich und worauf kann ich gut verzichten? Ich habe festgestellt, dass nicht-monetäre Werte und Dinge für mich inzwischen eine viel größere Bedeutung in meinem Leben haben als früher.
  • Nerven sparen: Ich praktiziere jeden Morgen (wenn es irgendwie geht) meinen „Miracle Morning“, d.h. ordne meine Gedanken, meine Prioritäten und versuche damit „in Ruhe“ in den Tag zu starten.

­

Links

­
Webseite: https://mompreneurs.de/

Blog:https://mompreneurs.de/category/blog/

Facebook: https://www.facebook.com/mompreneursDE

Facebook Gruppe: https://www.facebook.com/groups/mompreneursDE/

Facebook Esther: https://www.facebook.com/esther.eisenhardt

Bilder: Esther Eisenhardt, Titelbild + Meetup Bild: Katja Harbi

No Comments

Post A Comment