Eszter | E-Commerce | 4 Kinder

Eszter | E-Commerce | 4 Kinder

Mach das was dir Spaß macht

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Eszter Torma, Mama von vier lebhaften Jungs, eine Leidenschaftliche Quilterin. Ich komme aus Ungarn, habe Anglistik studiert, promoviert und an der Uni unterrichtet. 2014 habe ich mein Unternehmen, Quiltive gegründet. Meine Webseite wurde im September 2014 in drei Sprachen (deutsch, englisch, ungarisch) online gestellt.

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Mein Ziel ist es, schöne Stoffe zu verkaufen und den Menschen zu zeigen, wie viel Freude nähen bringen kann. Deshalb biete ich neben Stoffen auch Inspirationen, kleine Projekte und natürlich Nähkurse an. Ab März biete ich sogar Kindernähkurse an, da ich an meinen Jungs sehe, wie sie nähen an der Nähmaschine genießen. Und sie machen tatsächlich hübsche Sachen!

Aktuell bin ich dabei, auch einen Berliner Quilt-Klub zu gründen, weil wir bei den Kursen festgestellt haben, dass zusammen nähen in einer netten Atmosphäre Erholung und Entspannung bietet, wonach sich viele von uns so sehnen.

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Woher kam die Idee für dein Business? Wie bist du gestartet und wie hast du das finanziert?

Bevor ich mein Unternehmen gegründet habe, habe ich an der Universität Potsdam spannende Seminare über die britische Kultur- und Filmgeschichte gehalten. Nach einer Weile hat es aber zeitlich und vor allem finanziell nicht mehr gepasst. Ich musste also, wie schon viele vor mir, mein Hobby zum Beruf und meinen Job zum Hobby umwandeln.

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In dieser Zeit habe ich die amerikanischen, vorgeschnittenen Stoffe (s.g. Precuts) kennengelernt. Da ich keine Webseite gefunden habe, die diese wunderschönen Stoffe würdig präsentiert hat, wusste ich sofort, was ich will: eine Webseite, die hübsche Patchworkstoffe verkauft, und die an sich auch ein Erlebnis ist. Ich hoffe, es ist mir gelungen…

Bei der Finanzierung habe ich riesiges Glück gehabt. Da ich einen Mann habe, der mich ganz toll unterstützt, konnte ich mein Unternehmen aus unserem zurückgelegten Geld finanzieren.

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Wie läuft es jetzt? Haben sich deine Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Das Geschäft läuft langsamer an, als ich gedacht habe. Seitdem ich in Werbung investiert habe, läuft es eindeutig besser. An Weihnachten habe ich einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Sophienstrasse gehabt, und das war sowohl ein gutes Geschäft, als auch ein wundervolles Erlebnis. So konnte ich meinen Kunden die Stoffe live vorstellen.

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Precuts sind in Deutschland noch nicht so populär bzw. bekannt wie z.B. in den USA oder natürlich in England. Aber auf dem Markt konnte ich viele überzeugen und begeistern. Das gibt einem Flügel.

Finanziell läuft es immer besser. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich meine letzte Stofflieferung aus selber verdientem Geld bezahlt habe. Das ist aber nur der Anfang, hoffe ich. Ich habe große Pläne.

Wo und wie arbeitest du?

Meistens arbeite ich von zu Hause aus. Für meinen Job brauche ich nur meinen Computer oder meine Nähmaschine. Mein Stofflager ist ebenfalls zu Hause, was ganz bequem ist: wenn eine Bestellung ankommt, kann ich sie sofort, auch abends, bearbeiten. Es gibt ab und zu Tage, an denen ich länger arbeiten kann. In diesen Fällen darf ich das Atelier meiner nettesten Freundin mit benutzen und dort in Ruhe arbeiten, während mein Mann die Kinder ins Bett bringt.

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Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Dadurch, dass mein Mann sehr viel arbeitet, und häufig auf Geschäftsreisen ist, bin ich eher für die Kinder zuständig. Morgens und meistens auch abends. Wir haben keine Familie in der Nähe und bis jetzt auch keine Babysitterin. Ich muss sagen, es ist tatsächlich sehr anstrengend.

Ich arbeite tagsüber, während die Kinder in der Schule/Kita/bei der Tagesmama sind, etwa 3-4 Stunden, und sehr oft auch abends, wenn sie im Bett sind. Aber dadurch, dass mein Job selbstgewählt ist und mir riesen Spaß macht, fällt mir die Arbeit in der Nacht nicht schwer. Besonders, wenn es um nähen und quilten geht!

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Ich musste natürlich einsehen, dass ich als Mama von 4 Kindern nicht so viel arbeiten kann, wie ich es mir wünschte. Da muss man tatsächlich Prioritäten aufstellen (ich bin an erster Stelle Mama) und sich gegenüber Gnade zeigen, wenn man am Tag nicht all die geplanten Sachen geschafft hat.

Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Ich würde sagen: Mach das, was dir wirklich Spaß macht und worüber du leidenschaftlich reden kannst. Bevor ich mein Unternehmen gegründet habe, musste ich überlegen, was ist die Beschäftigung, wofür ich bereit wäre, bis 2 Uhr morgens mit Freude zu arbeiten. Bei mir war es eindeutig nähen, die hübschen Stoffe, und die Zusammenarbeit mit anderen Frauen bei den Nähkursen.

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Mein anderer Rat wäre, ein Gründercoaching unbedingt in Anspruch zu nehmen. Ich bin meiner Beraterin so dankbar. Als ich gegründet habe, hatte ich keine Ahnung über Finanzen, Struktur, oder wie man die Preise festlegt, damit das Geschäft sich tatsächlich lohnt.

Man steht alleine in einer Situation da, was völlig fremd erscheint, und natürlich fühlt man sich unwohl oder manchmal sogar entmutigt. Das sind aber absolut normale Phasen der Gründung, wie ich es von meiner Beraterin erfahren habe. Also unbedingt schon am Anfang Hilfe holen!

Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

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  • Morgens den ersten Kaffee in Ruhe, ohne Kinder zu genießen. So hat man Zeit, den Tag durchzuplanen, Prioritäten setzen, sich vor der alltäglichen Hektik organisieren. Ich habe immer ein kleines Heft dabei, in das ich alle wichtigen Sachen für den Tag aufschreibe. Auch die ganz Kleinen, damit ich am Ende des Tages viel wegstreichen kann. 🙂
  • Passende Seminare in der Gründerinnenzentrale besuchen.
  • Ab und zu auch mal die Papas beauftragen, die Kinder abzuholen, und auf sie aufzupassen. Mir tut es so gut, einmal in der Woche länger zu arbeiten. Ohne Zeitdruck. So lange, ich nur kann.
  • Werbemöglichkeiten wie Pinterest, Twitter, oder Facebook nutzen.

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Links

Website: https://www.quiltive.com/de/

Facebook: https://www.facebook.com/quiltive

Pinterest: https://www.facebook.com/quiltive

Bilder: Eszter Torma

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