Franziska & Verena | Handel | 4 Kinder

Franziska & Verena | Handel | 4 Kinder

Man muss abgeben können

Wer seid ihr und was macht ihr?

Ich bin Franziska Kuntze, eine der beiden Geschäftsführerinnen von POLOLO. Meine Partnerin ist Verena Carney. Unser Firmenhauptsitz ist in unserer Heimatstadt Berlin, wo ich mit meinem Team arbeite und wir uns um die Themen Marketing, Vertrieb und Administration kümmern.

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Verena leitet unsere POLOLO Produktion in Franken/Bayern, in einer ehemaligen PUMA Halle. Dort arbeitet sie an den Themen Design, Produktion und Entwicklung. Von der erfolglosen Suche nach schönen und ökologisch vertretbaren Lauflernschuhen für die eigenen Kinder inspiriert, begannen wir beiden Freundinnen 2003 unsere eigene Kinderschuh-Kollektion zu entwerfen und zu vertreiben. Die POLOLO SOFT Linie entstand. 2011 folgten die festen Kinderschuhe POLOLO MINI & MAXI.

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Heute vertreiben wir unsere Kollektionen an mehr als 800 Fachgeschäfte, Kataloge und Versanddienstleister in 25 Ländern – Tendenz steigend. Die Produktion unserer Schuhe unterliegt höchsten ökologischen und sozialen Ansprüchen. Unsere Unternehmenswerte sollen tatsächlich mit Leben gefüllt werden. So fertigen wir hauptsächlich „Made in Germany“ im bayerischen Oberreichenbach – uns ist Regionalität wichtig – und tragen als erster Schuhhersteller das IVN-Zertifikat „Naturleder“.

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Woher kam die Idee für euer Business? Wie seid ihr gestartet und wie habt ihr das finanziert?

Wir suchten vor 13 Jahren selbst nach schönen Kinderschuhen aus pflanzlich gegerbten Ledern. Üblicherweise werden Leder mit Chromsalzen gegerbt, hieraus kann sich zum einen bei unsachgemäßer Verarbeitung das schädliche Chromat entwickeln zum anderen wollten wir aber auch ein Leder, das in der Herstellung so sauber und umweltfreundlich wie möglich ist.

Dies bieten pflanzlich gegerbte Leder. Außerdem wollten wir kurze Transportwege und keine Schuhe aus Produktionen haben, deren Arbeitsbedingungen nicht transparent oder sogar fraglich sind. Da wir keine Schuhe wie diese auf dem Markt finden konnten, fanden wir bei einem Spaghetti- Essen die Idee, selbst eine Firma zu gründen, super.

Verena und ich sind beide recht spontan und wenn wir etwas wollen, dann ziehen wir es auch durch. Das Spagetti-Essen war im September, im November kauften wir Leder und eine Nähmaschine ein, im Dezember stand ich auf dem Weihnachtsmarkt mit unserer ersten Kollektion.

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Wir haben uns mit einem kleinen Startkapital komplett selbst finanziert wirklich ganz klein angefangen. Ich hatte einen halben Schreibtisch und mein Laptop und Verena eine Nähmaschine im Keller. Erstmalig haben wir POLOLOS auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin (Am Mexikoplatz) angeboten und die Resonanz war so positiv, dass es uns Mut machte, mehr zu probieren.

Wir fuhren Läden an, fragten, ob sie auch interessiert an unseren Schuhen wären – glücklicher Weise waren sie das – und bauten unsere Website auf. Wir besuchten die erste Fachmesse, alles im darauffolgenden Jahr. Schnell war uns klar, dass wenn wir es machen auch auf jeden Fall professionell aufbauen wollen.

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Wie läuft es jetzt? Haben sich eure Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Unsere Erwartungen sind erfüllt, wir lieben unsere Arbeit und können auch davon leben. Es läuft sehr positiv auch wenn wir nicht zu den Global Playern gehören, haben wir einen sehr guten Namen in der Branche und sind bzgl. unserer Nische marktführend.

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Wo und wie arbeitest ihr?

Wir haben ja zwei Firmensitze, ich selbst arbeite in einer schönen Büro-Altbaumwohnung in Berlin Nikolassee zusammen mit meinem Büroteam. Verena leitet die Produktion in Oberreichenbach. Diese ist natürlich wesentlich größer und umfasst mittlerweile 3 Produktionshallen sowie Büro.

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Wie ist euer Setup und wie schaffst ihr es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen war bei mir glücklicher Weise nie das Thema. Ich liebe meine Aufgaben hier in der Firma und meine Kinder und meinen Mann, aber alles hat seine Zeit und ich habe selten versucht alles gleichzeitig zu bedienen.

Das muss man manchmal, aber man sollte es nicht zum Dauerzustand werden lassen, finde ich zumindest. Für die Familie muss Zeit sein und bleiben – eine Unternehmerin die sich ständig im berühmten Spagat befindet, wird irgendwann müde und unmotiviert.

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Daher: die Kinder können auch ruhig vom Vater, den Omas, Opas oder dem Kindergarten mitbetreut werden – das tut nicht nur dem Job gut sondern auch den Kindern, Papas und Großeltern. Wenn man dann einige Stunden richtig frei arbeiten kann, ist einiges machbar. Mütter schaffen, so meine Erfahrungen, ohnehin super viel und sind sehr effektiv. Dann ist auch der Kopf frei und man kann sich richtig und 100 % mit den Kids beschäftigen. Und außerdem sollte man offen mit der Familie reden, welche Auswirkungen die Herausforderungen der Gründung und Selbstständigkeit haben – der familiäre Rückhalt ist äußerst wichtig.

Was würdet ihr anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Nutzt die Unterstützungen und Beratungsangebote z.B. der Industrie- und Handelskammer – als Geschäftsführerin muss auch vielen rechtlichen und finanziellen Anforderungen an ordentliche Kaufleute entsprochen werden. Es gibt auch tolle Austauschmöglichkeiten auf Existenzgründer-Messen. Auch Beratungen / Coaching können gefördert werden, ich habe anfänglich vieles davon genutzt und rufe heute natürlich auch noch die IHK an, wenn ich Fragen habe.

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Eure Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

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  1. Gut nachdenken und sich austauschen
  2. Dann loslegen und sich über jeden Schritt freuen
  3. Auch delegieren können, bzw. nicht denken, dass man selbst immer alles am besten kann. Wenn man wachsen will und etwas professionalisieren möchte, muss man abgeben können.

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Bilder + Video: Franziska Kuntze & Verena Carney

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