Gabriela & Vanessa | Gastronomie | 4 Kinder

Gabriela & Vanessa | Gastronomie | 4 Kinder

Alle Mühe, alle Zeit, alle Liebe

Wer seid ihr und was macht ihr?

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Wir sind Gabriela Lück und Vanessa von Klitzing. Gemeinsam mit unserem Geschäftspartner Benjamin Rüggeberg haben wir im Mai 2014 unseren Cape Times Coffee Room in Berlin Prenzlauer Berg eröffnet. Der Coffee Room ist eine Kombination aus einem Laden für südafrikanisches Interior Design und einem Café. Auf diese Art und Weise wollen wir unserer Idee vom Einkaufen noch mehr Raum geben: Unsere Produkte stammen überwiegend von Künstlern und Designern, die auf verschiedene Art und Weise Verantwortung für die soziale Entwicklung in Südafrika und an anderen Orten der Welt übernehmen. Hier zählt das Handwerk, die Zeit, die es braucht, um ein Produkt herzustellen, die Menschen, die das Stück fertigen, das Material, das eine Geschichte zu erzählen hat. Das ist für uns Slow Shopping – bewusstes Einkaufen von handwerklich hochwertigen Produkten, die sozial verantwortlich produziert sind und unseren Alltag dauerhaft bereichern.

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Woher kam die Idee für euer Business?

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Als Gabriela nach einem Auslandsaufenthalt in Ghana zurück nach Berlin kam, hatten wir die Idee, einen Laden von Cape Times mit einem Café zu verbinden. Cape Times – Interior Design from South Africa gibt es als Laden schon etwas länger. Das Abenteuer startete vor 7 Jahren als unser Partner Benjamin Rüggeberg mit seiner Frau von Kapstadt nach Berlin umzog. In Südafrika aufgewachsen, fehlte ihm in Berlin das typisch südafrikanische Wohngefühl aus alten Industriemöbeln und modernem Upcycling-Design und so brachte er kurzerhand genau die Dinge nach Berlin, nach denen er sich selbst sehnte.

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Aus dem Experiment ist eine sehr erfolgreiche Dauerlösung geworden: Mit seinem Signature-Produkt, den Bilderrahmen aus Altholz von der Luna Design Company aus Kapstadt, ist Cape Times mittlerweile europaweit erfolgreich als Großhändler tätig. Im Laufe der Jahre kamen ein Einzelhandelsgeschäft in Berlin-Buch dazu und im November 2013 in Zusammenarbeit mit Vanessa der Onlineshop. Neben dem Showroom in Berlin-Buch wollten wir schon lange wieder einen Laden „in der Stadt“ haben und als Gabi dann aus Afrika zurück nach Berlin kam, waren wir plötzlich zu dritt mit unserer Idee.

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Wie seid ihr gestartet und wie habt ihr das finanziert?

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Gabriela brachte einige Erfahrung im Bereich Hotellerie mit. Benjamin betreibt Cape Times seit 7 Jahren, womit das Thema Einzelhandel auch abgedeckt war. Aber keiner von uns hatte jemals vorher ein Café eröffnet und betrieben. Daher haben wir lange und intensiv geplant und uns dabei von vielen befreundeten Gastronomen und Café-Betreibern beraten lassen. Natürlich kann man es sich bei dem gastronomischen Überangebot in Berlin nicht leisten, nur 08/15 anzubieten. Aber wenn man bereit ist, sich nicht mit Standards zufrieden zu geben und immerzu kritisch zu hinterfragen, wie man es noch besser machen könnte, dann merken das auch die Kunden und wissen dies zu schätzen. Wir glauben fest daran, dass es sich auszahlt, wenn man sich sehr viel Mühe gibt. So war auch während der Baustellen-Phase bis kurz vor der Eröffnung immer unser Mantra: „Was auch immer passiert, ob wir erfolgreich sein werden oder nicht, wir können uns zumindest immer sagen, dass wir wirklich alles gegeben haben. Alle Mühe, alle Zeit, alle Liebe.“

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Wir haben von Anfang an alles zu dritt gemacht: die Planung, die finanzielle Investition, Design-Entscheidungen etc. Das ist manchmal kompliziert, weil man sich eben auch immer einigen muss, aber allein wäre der finanzielle und logistische Aufwand nicht zu stemmen gewesen. Wir waren in der komfortablen Lage, dass uns unsere Partner nicht nur mit Rat und Tat zur Seite standen, sondern auch durch ihre Jobs den Großteil des Familienbudgets verdienen. Daher mussten wir für unseren Laden keinen Kredit aufnehmen, sondern konnten alles aus unserem Ersparten finanzieren.

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Wo und wie arbeitest ihr?

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Gabriela und ich „schmeißen“ den Laden operativ, sprich wir stehen selbst im Café und Benjamin betreut das Geschäft von Buch aus administrativ. Gerade weil wir noch am Anfang stehen, ist es uns wichtig, dass immer einer von uns persönlich im Laden ist. Darüber hinaus haben wir natürlich auch Aushilfen im Café, damit alle Schichten abgedeckt sind. Gabriela und ich arbeiten sehr eng miteinander, müssen uns ständig abstimmen über Ware, Dienstpläne, Bestellungen, Kaffee-Qualität etc. Da hilft es natürlich, dass wir seit 28 Jahren befreundet sind und sehr genau wissen, wie die andere „tickt“. Natürlich sind auch wir nicht immer einer Meinung, aber alles in allem sind wir sehr froh, dass unsere Freundschaft die neue Konstellation als Geschäftspartnerinnen so gut aushält.

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Wie ist euer Setup und wie schafft ihr es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

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Wir haben jeder zwei Kinder im Alter zwischen 2 und 9 Jahren und Vollzeit arbeitende Ehemänner/-frauen, die zum Teil nur am Wochenende zu Hause sind. Jedes Elternteil kennt das: Die Angst, dass ein Kind krank werden könnte und nicht in die Kita kann. Die Hetze von der Arbeit zum Kinderabholen an der Kita oder Schule. Gabriela und Vanessa haben ihre Eltern in Berlin, die einmal die Woche die Kinder nachmittags übernehmen aber darüber hinaus gibt es natürlich noch ein ganzes Heer an Babysittern, die man im Notfall anrufen kann. Und dann gibt es da noch die vielen Planungs- und Organisationsgespräche mit den Ehemännern. Wer bringt die Kinder morgen zu Schule, wer holt sie ab, wer schafft es auf den Elternabend etc.

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All das ist nur mit extrem guter Planung durchführbar, aber wir haben uns von vorne herein gesagt, entweder wir machen es so, dass es für alle funktioniert und die Kinder nicht dauerhaft auf ihre Mütter verzichten müssen oder wir machen es eben nicht. Zwei Nachmittage die Woche mit den Kindern zu verbringen ist das Minimum. Mittelfristig ist natürlich geplant, dass wir weniger Zeit vor Ort sein müssen und die Planungsarbeit von zuhause aus erledigen können.
Trotzdem ist und bleibt es eine Höchstleistung, die man jeden Tag bringen muss und auch wir leiden manchmal darunter, dass es eigentlich immer ein bisschen zu viel ist.

Was würdest ihr anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

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Es ist tatsächlich so: „Einfach machen. Mut haben. Auf dein Gefühl hören. Netzwerken, Fragen stellen, offen sein, lernen, zuhören. Klein anfangen und kleine Schritte gehen.“Es ist toll, sein eigenes Ding zu machen, selbst zu gestalten und zu verantworten. Trotzdem ist Selbständigkeit nicht der Allheilsbringer und vor allem nicht für jede/jeden. Daher würde ich anderen Müttern immer auch raten, diesen Schritt sehr sorgsam zu gehen und sich darüber im Klaren zu sein, dass das eine weitreichende Entscheidung ist. Ist man zumindest mittelfristig bereit, auf Sicherheit zu verzichten, viel zu arbeiten, wenig zu verdienen?

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Was sind eure Top 3 Tipps und Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

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1. Traut Euch, ehrlich zu sagen, wenn Ihr etwas nicht wisst. Traut Euch, Experten zu fragen! Je mehr desto besser! Nicht spekulieren, sondern lernen, das hat uns zunächst Zeit gekostet, aber langfristig auch viel Zeit gespart.
2. Gerade im Umgang mit Ämtern (ggf. auch Investoren, Geschäftspartnern, etc.) tut ein bisschen Demut und Bescheidenheit nicht schlecht. Wir haben von Anfang an alle Ämter intensiv in unsere Planung einbezogen und auf diese Art und Weise in der Tat Geld gespart, da wir nicht im Nachhinein noch Änderungen vornehmen mussten.
3. Seid Euch im Klaren darüber, dass der Schritt in die Selbständigkeit ein wahrlich einschneidender ist. Vor allem für Euer Privatleben und für alle Familienmitglieder. Wenn man sich das im Vorfeld gut überlegt und Partner und Kinder einbezieht, spart man sich bestimmt einiges an Nerven.

Ihr habt Lust auf einen Cafe vorbei zu kommen?

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Dann besucht doch Gabriela und Vanessa im Cape Times Coffe Room in Berlin Prenzlauer-Berg:

Cape Times Coffee Room
Saarbrücker Str. 30
10405 Berlin

Öffnungszeiten:
Montags bis Freitag 8:30 – 19:00
Samstag 9:30 – 18:00

Links

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Website: https://www.capetimes.de/de/
Coffee Room: https://www.capetimes.de/de/coffee_room
Online Shop: https://www.capetimes.de/de/shop
Facebook: https://www.facebook.com/CapeTimesBerlin
Pinterest: https://www.pinterest.com/capetimesberlin/

Fotos: Chiara Doveri Photography https://www.chiaradoveri.com/

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