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Grüße aus Indien

Ich habe es tatsächlich gewagt. An manchen Tagen kann ich es selbst noch kaum glauben, aber seit 10 Tagen bin ich in Indien und übe mich im Loslassen. Nach fast 10 Jahren Mutter-Dasein hatte ich fast vergessen wie sich das anfühlt, alleine ohne Familie in einem fremden Land zu sein.

Von einer Ayurveda Kur in Indien träume ich schon sehr lange. Aber mit den Kindern änderten sich die Prioritäten und lange Zeit war das Thema einfach vom Tisch. Vermutlich wäre es auch nicht wieder auf den Tisch gekommen, wenn ich es nicht wieder auf den Tisch gebracht hätte.

Mama für 4 Wochen weg – wie geht das denn?

Das haben mich meine Schwester und einige Mütter in der Schule und im Freundeskreis direkt gefragt, als sie von meinen Plänen hörten. Eine berechtigte Frage. Denn wir MomPreneurs sind ja gefühlt immer im Einsatz und halten die Bälle oben. Bei uns ist das nicht anders, auch wenn wir uns zuhause gegenseitig unterstützen so gut es geht.

Wirklich reinpassen tut eine Auszeit nie wirklich, deswegen habe ich meine Auszeit bereits Anfang des Jahres offiziell bei meiner Familie „beantragt“. Glücklicherweise habe ich einen Mann, der hierfür Verständnis hat – keine Selbstverständlichkeit – ich weiß. Wir haben alles lange im voraus geplant und mein Mann hat sich frühzeitig so eingerichtet, dass er in dieser Zeit zuhause „übernehmen“ kann. Meine Mutter, meine Schwiegermutter und die Babysitterin unterstützen ihn dabei und Cathrin und Heike passen auf MomPreneurs auf. Für dieses Netzwerk bin ich sehr dankbar!

Was macht man 4 Wochen in Indien?

Ich mache die Ayurveda-Kur, die ich mir seit vielen Jahren wünsche. Genauer gesagt eine Panchakarma Kur. Das ist kein Wellness, sondern eine Art Intensiv-Reinigungskur. Im Kern geht es darum Körper und Geist zu reinigen, um nicht nur Krankheiten den Nährboden zu entziehen, sondern auch Gesundheit und Lebensqualität zu steigern. Indien sollte es sein, um fernab vom westlichen Standard zu sein.

Natürlich war ich anfangs unsicher und wusste weder, wo ich diese Kur konkret machen sollte, wer so etwas gut macht, wem ich vertrauen kann, was auf mich zukommt und ob mir das tatsächlich etwas bringt. Die Idee „alleine als Frau nach Indien zu fahren“ stieß in meinem Umfeld dazu auf einige Skepsis.

Aber es sollte anders kommen: Mehr oder weniger per Zufall lernte ich vor 1,5 Jahren eine tolle Ayurveda-Heilpraktikerin kennen, die mir Zweifel und Unkenntnis nahm. Überzeugt haben mich letztendlich ihre eigene Erfahrung und die Erfahrungen vieler vieler Menschen, die Ayushakti (so heißt das Institut, in dem ich gerade bin) bereits ausprobiert haben. Außerdem die Tatsache, dass Ayushakti ihre ganz eigenen (sogar nach deutschen Standards) zertifizierten Produkte herstellt und dass die Gründerin selbst MomPreneur ist, die bereits abertausenden von Menschen geholfen hat.

Es geht auch einfach

Ich gebe es ehrlich zu: Der erste Tag in Indien war für mich ein Schock. Alles war so fremd, ich fühlte mich allein und war doch ein wenig schockiert wie es hier „wirklich“ ist. „Wirklich“ im Vergleich zu den Bildern, die ich aus dem Prospekt kannte und meinen „westlichen“ Erwartungen, die sich über Jahrzehnte in meinem Kopf manifestiert hatten.

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Allein die Fahrt vom Flughafen war schon abenteuerlich: Es scheint hier keine Verkehrsregeln zu geben, sondern wer frech ist und hupt kommt durch. 5 Mann inklusive 2 Kleinkinder auf einem Moped (natürlich alle ohne Helm) – ganz normal! Anschnallgurte gibt es natürlich nicht. Aber dafür wird ordentlich gerast.

Müllberge liegen am Straßenrand. Streunende Hunde und Kühe laufen auf der Landstraße umher. Die Häuser sind nicht annähernd mit dem zu vergleichen, was wir kennen und das Resort, in dem ich jetzt bin, ist einfach, aber schön. Dafür sind das Essen und die Behandlungen großartig und ein Ayurveda Arzt kümmert sich jeden Tag persönlich um jeden einzelnen Gast.

Was mir vor allem gefällt ist, dass die Menschen so herzlich und bemüht sind. Sie lachen und sind glücklich, obwohl sie wirklich sehr wenig haben. Ehrlich gesagt hat es keine 2 Tage gedauert, bis ich intuitiv das Gefühl hatte, mich den Menschen hier anvertrauen zu können – weil sie wissen, was sie tun und vor allem, was sie individuell für dich tun können. Dadurch fühle ich mich irgendwie „heimisch“, obwohl ich alleine und so weit weg von meiner Familie bin.

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Ich empfinde meine Erfahrung hier als eine echte Bereicherung. Nicht nur als Erweiterung meines persönlichen Horizonts, sondern auch für mein Business. Es ist wertvoll und wichtig „offen zu sein“ für andere Sichtweisen, Herangehensweisen und Lebensweisen. Es geht auch einfacher und man kann auch mit viel weniger zufrieden und glücklich sein. Wir neigen viel zu oft zu einem „höher, weiter, schneller“ und denken zu selten darüber nach, dass „weniger oft mehr“ ist.

Gesundheit ist wichtig aber nicht dringend

Die erste Frage, die mir hier nicht nur der Ayurveda Arzt, sondern auch andere Gäste gestellt haben, war „Was ist dein Leiden/deine Krankheit?“ Ich erklärte ihm, dass ich glücklicherweise nichts Ernsthaftes habe und vor allem hier bin, um meine Batterien wieder aufzuladen. Ich wollte durchatmen, loslassen und mit der Panchakarma-Kur in meine Gesundheit investieren.

Erst nach ein paar Gesprächen ist mir die Bedeutung der Frage klarer geworden. Ich habe hier einige Menschen getroffen, die irgendwann „durch“ waren, sei es physisch oder psychisch, weil ihr Leben und/oder ihre Arbeit nur noch aus Stress bestand und sie sich tagein tagaus fertiggemacht haben, bis irgendwann nichts mehr ging.

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Natürlich kann man nicht jede Krankheit mit einer Ayurveda-Kur vermeiden. Aber der Punkt ist, dass für die meisten Menschen Gesundheit zwar wichtig, aber eben nicht dringend ist. Vorher muss erst dieses oder jenes von der Todo Liste abgehakt werden, bevor der längst überfällige Arzt-Termin (wenn überhaupt) vereinbart wird. Dann wird er zweimal verschoben oder schließlich abgesagt, weil es gerade einfach gar nicht geht.

Das gilt besonders für uns MomPreneurs. Stattdessen eilen wir, dass die Kinder pünktlich beim Ballett/Kindergeburtstag/Freunden ankommen, das Essen auf dem Tisch steht oder die Hemden gebügelt im Schrank hängen. Aber irgendwann passiert es vielleicht, denn Business und Familie unter einen Hut zu bekommen ist, wie du weißt, oft ein echter Kraftakt. Du brauchst deine Kraft, du brauchst deine Gesundheit. Und genau deshalb musst du diese genauso gut hegen und pflegen wie deine Familie. Denn wenn es dir nicht gut geht, dann geht es weder deiner Familie noch deinem Business gut.

Panchakarma Erfahrung

Nach zwei Wochen ist es mir wirklich gelungen, loszulassen und mich einzulassen. Einzulassen auf eine ganz neue Erfahrung: Rauszukommen, zur Ruhe zu kommen, die Zeit einfach zu genießen und Ayurveda zu entdecken. Ich denke, ich muss an dieser Stelle nicht erwähnen, dass es ein großartiges Geschenk ist, für 4 Wochen weder dauerhaft im Einsatz noch zuständig zu sein. Sich um nichts kümmern zu müssen, sondern einfach nur die Ruhe und die neuen Erfahrungen zu genießen (fast unvorstellbar für uns MomPreneurs im Alltag). Für mich persönlich vollkommen ungewohnt, weil es fast 10 Jahre gedauert hat, bis ich mich als Mutter überhaupt getraut habe, meine Kinder für längere Zeit „allein“ zu lassen.

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Natürlich war es für mich auch sehr schwer, MomPreneurs loszulassen, weil es mir einfach sehr am Herzen liegt, wie du vielleicht weißt. Ich habe eine gute Woche gebraucht, bis ich (zum ersten Mal überhaupt) meine Abwesenheitsnotiz aktiviert und mein Handy ausgestellt hatte.

Inzwischen macht mich das nicht mehr nervös. Die meisten Dinge sind eben nicht wichtiger oder dringender als die eigene Gesundheit. Und genau darum geht es ja auch bei Panchakarma: Nicht nur den Körper zu reinigen, sondern auch den Geist zu befreien und zu entspannen. Die gesamte Reinigung von Körper und Geist ist fein aufeinander abgestimmt durch individuell verschriebene Kräuter, Behandlungen und eine typengerechte Schonkost.

Ziel ist es, langsam die Giftstoffe, die sich meist über Jahrzehnte im Körper angesammelt haben in den Verdauungstrakt zu leiten, um diese dann an dem sogenannten Detox-Tag komplett auszuleiten. Ich hatte genau diesen Detox-Tag am vergangen Samstag. Ich war danach ziemlich erschöpft. Du kannst dir das wie eine Art „Reset“ des Verdauungssystems vorstellen (frag‘ nicht!).

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Alles ist befreit und jetzt beginnt langsam der Aufbau. Ich gehe früh schlafen, nicht nur, weil ich wirklich müde und erschöpft bin, sondern auch um meinen Körper bei diesem Prozess zu unterstützen. Das braucht Zeit, deshalb kann ich dir heute noch nicht sagen, ob die Panchakarma-Kur für mich wirklich nachhaltig funktioniert. Aber wenn es dich interessiert, dann berichte ich gerne in ein paar Wochen.

Fazit

Was ich dir bereits jetzt sagen kann: Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich gerade diese einzigartige Erfahrung machen darf und ich möchte mich hiermit noch einmal ganz herzlich bei meiner Familie und allen bedanken, die das möglich gemacht haben! Ich habe (ehrlich gesagt) nicht die Erwartung, dass ich „wie neugeboren“ zurückkomme.

Alleine das Loslassen, zur Ruhe kommen und die Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern, dankbar zu sein für das, was man bereits hat und zu realisieren wie gut es einem wirklich geht, hat diese Reise für mich bereits jetzt wertvoll und lohnenswert gemacht. In habe überlegt, dass es dieses Jahr zu Weihnachten viel schöner wäre, wenn wir als Familie zusammen eine kleine Auszeit machen, um gemeinsam etwas Neues zu entdecken, als im Stress Last-Minute Geschenke zu besorgen, die früher oder später doch nur in der Ecke landen.

Wie geht es dir?

Ich habe das hier nicht aufgeschrieben, um dich neidisch zu machen und ich weiß auch, dass das, was ich hier gerade mache alles andere als „mal eben umsetzbar“ ist. Aber ich möchte, dass es dir gut geht, damit du Kraft und Ausdauer für deine Familie und dein Business hast. Dafür ist es manchmal notwendig, neue oder andere Wege zu gehen, loszulassen und offen zu sein für neue Erfahrungen.

Überlege doch einfach mal, wo und wie du dir selber auch eine kleine Auszeit schaffen kannst. Wichtig ist deine Gesundheit und in die solltest du investieren, mit deiner Familie oder vielleicht auch mal alleine, um wieder zu lernen, wie wundervoll sich das Leben um uns herum anfühlen kann.

Vielleicht ist Weihnachten eine gute Möglichkeit, eine kleine Auszeit zu beantragen? Ich würde sie dir von Herzen gönnen und wünschen!

Bilder: Esther Eisenhardt

10 Antworten

  1. Sehr spannend und interessant. Neidisch bin ich gar nicht geworden, sondern ein wenig wachgerüttelt, denn in der Tat muss man als Mama auch an sich denken, damit man für die Familie da sein kann. Das eine geht ohne das andere nicht lange gut. Vielen Dank dafür, ich werde gleich Weihnachten eine Auszeit in einer Therme beantragen 🙂
    Und dir Esther: viel Spaß und Genuss und Ruhe und Erholung – Handy kann wieder aus 😉

  2. Muss gerade kräftig schmunzeln. Lese deinen Blogbericht während sich neben mir eine Aspirin im Glas auflöst…. damit ich mit einem dicken, fetten grippalen Infekt jetzt doch zum Elterngespräch gehen kann. Danke liebe Esther – deine Worte kamen zum richtigen Zeitpunkt:)

  3. Liebe Esther,
    deine Reise finde ich super! Eine Reise ist ein Abenteuer und eine Vergrößerung der Komfortzone.
    Genau wie Du habe ich in diesem Jahr – nach 10 Jahren Familie – Abenteuer und Reisen in meinem Leben gehabt und es waren fantastische Erfahrungen. Ich war alleine in Jordanien und fast 4 Wochen in Hongkong u. China und bin gerade 2 Wochen zurück. FLOW! Unglaubliche Eindrücke, Heimweh, Freude, Kämpfe mit Dämonen in mir….Alles war dabei. Alleine zu reisen ist für mich der beste Weg zu mir selbst. Ich bin dankbar, dass meine Familie alles „alleine“ managen konnte und dankbar das ich diese Möglichkeiten hatte. Ich wünsche Dir unglaubliche Erfahrungen, das deine Erwartungen übertroffen werden und Du findest was Du brauchst! ○Grüße nach Indien und viel Spaß beim Inneren Wachstum♧

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