Jutta | Text | 2 Kinder

Jutta | Text | 2 Kinder

Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht.

Wer bist du und was machst du?

Meine Name ist Jutta Rodriguez, ich bin 37 Jahre alt und die Gründerin von text-treffer. Ich habe zwei Töchter (3 und 5) und einen spanischen Ehemann, von dem ich den schönen Nachnamen übernommen habe.

Beruflich ist aber voll und ganz die deutsche Sprache mein Zuhause: mit text-treffer liefere ich meinen Kunden immer wieder viele wortstarke und treffsichere Textideen. Ich sehe mich auch gerne als „Wortartistin“, die für Online, Print und SEO mit Wörtern jongliert und kreative Texte verfasst.

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Woher kam die Idee für dein Business? Wie bist du gestartet und wie hast du das finanziert?

Meine Idee mich selbstständig zu machen ist nach und nach gereift und zum Schluss immer konkreter geworden. Ausschlaggebend dafür war meine letzte Festanstellung als Werbetexterin. An meiner Teilzeitstelle, die ich nach der Geburt meiner 2. Tochter wieder antreten konnte, gab es eigentlich nichts auszusetzen: Die Arbeitsbedingungen waren optimal und ich hatte viele Freiheiten, auch wenn die Kinder mal krank waren oder ich selbst zeitlich etwas umstellen wollte.

Was mir fehlte war die Herausforderung. Nach sechs Jahren im gleichen Unternehmen wollte ich mich beruflich verändern und nach Möglichkeit viel kreativer und eigenständiger arbeiten. Nach vielen Gedankenspielen und Möglichkeiten, die ich durchgegangen bin, war die Arbeit als selbstständige Texterin für mich die einzige, wirklich herausfordernde Alternative.

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Mein Mann respektierte meinen Wunsch nach mehr Kreativität, auch wenn er es anfangs durchaus kritisch sah. Schließlich plante ich ja gerade, eine Festanstellung, also einen sicheren Job mit guten äußeren Arbeitsbedingungen, aufzugeben.

Zunächst recherchierte ich viel nebenbei zum Thema Gründen und Selbstständigkeit, gerade für den Berufszweig Texter. Die Ergebnisse waren ehrlich gesagt nicht gerade aufbauend, da der allgemeine Konsens zusammengefasst werden konnte mit: zu viele Texter für zu wenig Arbeit bei schlechter Bezahlung.

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Doch mein Wunsch nach beruflicher Unabhängigkeit war stärker, so dass ich meine Festanstellung kündigte und in den letzten sechs Wochen, die ich nach der Kündigung noch angestellt war, die Selbstständigkeit vorbereitete. So konnte ich in aller Ruhe alle Behördengänge (Finanzamt, Arbeitsamt, Wirtschaftsförderung etc.) erledigen und ich erhielt weiterhin mein Gehalt.

Zudem schaute ich mich nach Jobangeboten für freie Texter um, sodass ich fast einen nahtlosen Übergang von meiner Festanstellung zur Selbstständigkeit hatte.
Durch diese lange Anlaufzeit und eine gute Planung hatte ich keine finanziellen Einbußen und konnte direkt mit ersten Aufträgen und Kunden in die Selbstständigkeit starten.

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Wie läuft es jetzt? Haben sich deine Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Meine Erwartungen haben sich voll und ganz erfüllt und ich kann gut von und mit text-treffer leben. Natürlich war es zunächst eine Umstellung, alles selbst stemmen zu müssen: das Büro, die Buchhaltung, Rechnungen schreiben, Angebote rausschicken etc.. Klar ist man als berufstätige Mutter das Organisieren und Regeln durchaus gewohnt, aber die geschäftliche Ebene unterscheidet sich ja doch grundsätzlich von der privaten.

Als selbstständige Unternehmerin muss man sich auch immer mit der Verwaltung und Ordnung des Büros beschäftigen. Das sind zugegebenermaßen Dinge, über die ich mir vorher keine großen Gedanken gemacht habe und auch nicht machen musste und es ist jeden Tag eine neue Herausforderung für mich.

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Außerdem habe ich jetzt als selbstständige Unternehmerin die Freiheit, Themen und Aktionen zu unterstützen, die mir am Herzen liegen. Als Texterin und Bücherliebhaberin ist mir das Thema Lesen und Leseförderung von Kindern sehr wichtig. Deshalb freue ich mich immer wieder, wenn ich Kinder und Jugendliche – neben dem Spaß an der Bewegung – auch für Bücher und Geschichten begeistern kann, wie zum Beispiel während des „Bundesweiten Vorlesetages“, an dem ich auch in diesem Jahr mit text-treffer wieder teilnehme.

Wo und wie arbeitest du?

Bisher arbeite ich hauptsächlich im Homeoffice, hin und wieder werde ich auch direkt vor Ort beim Kunden „gebucht“, um dort in Abstimmungen mit anderen Abteilungen Texte zu verfassen. Mein Ziel ist aber auf die Dauer ein eigenständiges Büro oder ein Co-Working-Space zu mieten. Durch die steigende Anzahl an Aufträgen wird irgendwann auch die Homeoffice Variante nicht mehr ausreichen, da ich noch mehr Kundenkontakt und Termine haben werde.

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Zurzeit arbeite ich viel mit Agenturen und freien Grafikern zusammen, so dass man sich immer wieder zu bestimmten Themen und Projekten austauschen kann. Wenn sich text-treffer weiterhin so positiv entwickelt, möchte ich gerne in den nächsten Jahren mit einem kleinen Team arbeiten. Das ist schon meine Vision, von der ich gar nicht mehr so weit entfernt bin.

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Der große Vorteil ist natürlich, dass ich mir als selbstständig arbeitende Mutter die Zeit flexibler einteilen kann als in der Festanstellung. Wenn nachmittags etwas auf dem Programm steht, wozu ich die Kinder unbedingt begleiten muss, dann kann ich das machen und dafür abends weiterarbeiten.

Zudem unterstützt mein Mann mich bisher so gut, dass ich mir immer wieder Zeit zum Arbeiten „freischaufeln“ kann. Die Kinder gehen bis nachmittags in den Kindergarten, danach geht dann das Organisieren und Abstimmen los. Auch meine Eltern unterstützen mich gerne, wenn es mal eng wird, was natürlich ebenfalls eine große Stütze für mich ist.

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Außerdem habe ich den Kindern neben meinem Büro ihr eigenes kleines Büro mit Tisch und Stühlen eingerichtet, so dass ich auch zwischendurch immer wieder die Zeit nutze, um „gemeinsam“ ins Büro zu gehen. Solange sie sich beschäftigen können, schneiden, malen, kleben etc. und gleichzeitig wissen, dass ich im Raum nebenan bin, lässt sich auch so ohne Probleme mal eine E-Mail beantworten oder etwas für den Büroalltag organisieren. Für meine reine Textarbeit brauche ich aber schon meine Ruhe, das mache ich dann ohne Kind und Kegel.

Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Wenn du wirklich mit einer konkreten Idee im Kopf herumläufst, die du verwirklichen möchtest, dann solltest du das auch tun. Es ist doch ein bisschen wie mit der Familienplanung: Den perfekten Zeitpunkt dafür gibt es nicht. Gründe dagegen gibt es immer viele und es gibt auch immer genügend Personen, die dir davon abraten werden.

Deshalb musst du dir ganz klar für dich selbst die Frage beantworten können: Bin ich selbst bereit dafür deutlich mehr zu arbeiten und vielleicht noch mehr „regeln“ zu müssen, dafür aber meine eigene Chefin, Projektmanagerin, Buchhalterin und Social Media Managerin zu sein?

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Die Onlinewerbung und somit eben auch der Social Media Bereich sollte als Unternehmerin in jedem Falle nicht vernachlässigt werden. Hier gibt es so viel zu entdecken, mitzuteilen und zu kennenzulernen, dass man davon eigentlich nur profitieren kann. Wenn ich diese Fragestellungen und Gedanken deutlich mit „Ja“ beantworten kann, dann bin ich auch bereit dazu, alle Konsequenzen der Selbstständigkeit zu tragen.

Außerdem denke ich, steht für fast alle Mütter, die sich mit ihrer eigenen Idee etwas trauen, der Spaß und die Leidenschaft an der Sache im Vordergrund. Wenn du also genau so für eine Sache brennst wie ich für das Texten, dann geh deinen Weg! Ganz nach dem Motto von Tomaso Campanella: Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!

Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

Ich finde eine gute Vorbereitung ist schon enorm wichtig für einen guten Start. Dazu gehören unterschiedliche Faktoren:

  1. Lass dich gut beraten! Das KfW Gründercoaching hat mich direkt am Anfang meiner Selbstständigkeit fit gemacht für die Existenzgründung. Dabei hat mir der beratende Coach viele wichtige Tipps an die Hand gegeben, besonders zu den Themen Marketing, Kundenbindung und Organisation. Direkt am Anfang der Selbstständigkeit einen Experten an meiner Seite zu wissen, der mir viele Zweifel und Ängste nimmt und gleichzeitig genau die richtigen Tipps parat hat – das ist rückblickend für mich genau die richtige Wahl gewesen.
  2. Vernetze dich im Internet! Das Internet bietet viele tolle Möglichkeiten, dich zu vernetzten, von denen du am Anfang nur profitieren kannst. Gerade wenn du kleine Kinder hast, fehlt dir oft die Zeit, an zusätzlichen Abendveranstaltungen und Netzwerktreffen teilzunehmen. Deshalb ist der Austausch und das Vernetzen über Facebook, Twitter, Google + & Co. sehr hilfreich. Zudem erhälst du hier viele zusätzliche Ideen und Tipps, die dich immer wieder einen großen Schritt weiterbringen.
  3. Du kannst nicht überall Expertin sein! Ich habe schnell erkannt, dass ich nicht alle Dinge des täglichen Geschäftes alleine bewältigen kann. Egal, ob es dabei um die Webseitenprogrammierung, die Steuererklärung oder bestimmte Marketingfragen geht. Wenn du in diesen Gebieten selbst nicht mehr weiterkommst oder dir das nötige Know-how fehlt, ist es wichtig, einen Experten zu Rate zu ziehen. Das spart Arbeit und langfristig auch Zeit und Geld.

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Bilder: Jutta Rodriguez

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