Leonie | Bloggen | 2 Kinder

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Leonie | Bloggen | 2 Kinder

Ich rate zu Mut und geregelten Betreuungszeiten!

 

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Leonie, 38 und habe zwei Kinder – Lilly ist 13 und Lina 3 Jahre alt. Mit der Geburt der Großen vor knapp 13 Jahren habe ich angefangen, freiberuflich zu arbeiten, viele Bücher und für Kinderzeitschriften geschrieben und als Consultant bei der UFA tägliche TV-Serien im digitalen Bereich betreut.

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Mit dem zweiten Kind kam der berufliche Wandel, viele projektbezogene Jobs sind für eine Zweifachmutter gerade im TV-Bereich einfach schwierig, da die Flexibilität in Sachen Arbeitszeit nicht immer gegeben ist. Also habe ich das, was ich kann, neu aufgesetzt und meinen Blog www.minimenschlein.de gelauncht. Ein Blog für Mamas, die gerne gesund kochen, das Besondere in Sachen Kinderkleidung und Interior lieben und Spaß an meinen Texten haben.

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Woher kam die Idee für dein Business? Wie bist du gestartet und wie hast du das finanziert?

Das Schöne am Bloggen ist: Alles, was man braucht ist ein Computer, eine Idee und die Bereitschaft, rund um die Uhr dafür zu brennen. Da ich schon lange selbstständig bin, musste ich mich auch nicht komplett in alles neu eindenken. So Dinge wie Finanzen und Steuern haben sich schon vor Jahren eingespielt. Es galt, den Blog nun lediglich bekannt zu machen, Leser zu begeistern und meine Arbeit zu monetarisieren.

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Der Blog ist mein Job und ich mache keinen Hehl daraus, dass es für mich wichtig ist, damit Geld zu verdienen. Mein Mann findet das klasse und bestärkt mich in allem sehr. Dennoch halte ich Geschichten und Fotos über ihn aus dem Bloggeschehen raus. Die Ursprungsidee war ein reiner Rezepteblog – 5 Minuten Rezepte für gestresste Mamas. Gesunde, wohlgemekt, also nicht nur Nudelgerichte .. Das war mir als Alleinstellungsmerkmal aber zu wenig, zumal es auch nur einen Teil meiner eigenen Interessen abdeckt. Also habe ich das Portfolio schon zum Launch erweitert.

Wie läuft es jetzt? Haben sich deine Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Meine Erwartungen haben sich nicht nur erfüllt, sie wurden übertroffen. Denn überraschenderweise lief mein Blog von Anfang an sehr gut. Auch wenn ich von vielen gehört hatte, dass man einen langen Atem braucht, vor allem, weil es schon wundervolle, lustige wie einzigartige andere bloggende Mamas gibt, deren Blogs ich selbst sehr gerne lese. Aber irgendwie scheine ich doch noch eine Nische zu bedienen, die anderen gefällt. Was beim Bloggen schwierig ist, ist die finanzielle Planbarkeit. Nicht immer, aber oft weißt du am Anfang des Monats nicht, was die nächsten Wochen einbringen. Ich habe nun aber etliche kleine wie große Partner, mit denen langfristige Vereinbarungen getroffen sind. Das hilft in allen Richtungen in Sachen Planbarkeit.

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Seit Frühling 2016 habe ich auch einen Onlineshop mit wechselnden Pop-up Kollektionen. Es gibt immer nur eine begrenzte Zahl an Stücken, wenn die weg sind, sind sie weg. Das klingt überschaubar, ist aber doch recht aufwändig. Meine beste Freundin ist daher schon im letzten Jahr bei mir eingestiegen und übernimmt nahezu alle Aufgaben, die mit dem Shop zusammenhängen. Alleine war das nicht mehr schaffbar, weil Pop-up ja auch bedeutet: Man hat eine Flut an Bestellungen und die möchte man natürlich binnen 24 Stunden versandfertig oder schon versendet haben. Wir launchen in ein paar Wochen die neue Kollektion, dann bereits unsere Vierte, und ich muss sagen, es ist der Wahnsinn, was der Blog alles ermöglicht hat.
Im November werde ich ein Kinderdorf in Kambodscha besuchen und die Reise social medial begleiten. Das ist ein irre gutes Gefühl, weil ich endlich meine Reichweite auch nutzen kann, um Gutes zu tun.

Wo und wie arbeitest du?

Ich arbeite ausschließlich im Homeoffice und liebe es! Für mich ist das der allergrößte Luxus, die Kids zu versorgen, zu kochen, den Haushalt zu schmeißen und auch noch arbeiten zu können. Mittlerweile habe ich auch einen KITA-Platz für die Kleine hier in Köln, das war zu Beginn meines Blogs ja noch nicht gegeben und eine anstrengende Zeit voller Nachtschichten.
Für 2018 kann ich mir aber auch vorstellen, in einen Coworking-Space zu gehen. Final entscheiden habe ich es aber noch nicht, ich genieße das Homeoffice eben sehr. Man darf aber nicht vergessen, das man als Blogger super viel unterwegs ist. Es gibt wöchentlich zig Einladungen, wenn man allen Folgen würde, käme man nicht zum Arbeiten. Dann Blogger- oder Recherchereisen, Konferenzen, Termine mit Partnern und Co. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich noch so am Homeoffice festhalte – weil ich ja ohnehin ständig irgendwo in Deutschland unterwegs bin.

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Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Der KITA-Platz hat mich einerseits gerettet, ermöglicht aber eben auch keinen 8-10 Stunden-Tag. Wir haben freitags immer Oma-Tag und ansonsten eine Familie, die kommt, wenn Not am Mann ist. Noch immer aber verlagert sich vieles in die Abende. Das ist ein großer Nachteil an meinem Job als Bloggerin. Einerseits bin ich völlig frei in meinen Arbeitszeiten. Doch wenn man eine entsprechende Blog-Größe erreicht hat, wächst eben auch die Arbeit. Denn man muss sich natürlich vorstellen: Ein Blog lebt ja nicht von Kooperationen. Ein Blog überlebt mit Kooperationen, aber Leben bekommt er durch Content, den ich einfach so kreiere. Gedanken, Texte, Reisetipps, Kuchen, Torten, Familiengerichte. Das macht riesig Spaß und ich habe große Freude an meinen Kindergeburtags-Kuchen und Co., aber diese Arbeitszeit wird eben nicht vergütet, obwohl sie für den Blog ja Arbeit ist. Das muss man wissen und das muss man kalkulieren.

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Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Ich rate zu Mut, einem Businessplan und geregelten Betreuungszeiten für die Kinder. Da stolpere ich immer wieder drüber, auch mit KITA-Platz. Man kann eben nicht alles abbilden, auch wenn die Kinder größer werden. Einige meiner Leserinnen möchten sich auch gerne selbstständig machen, schreiben mir aber, sie bekommen viel Gegenwind, meist aus der Familie. Ich bin überzeugt, niemand kann so hart arbeiten wie wir Mütter – ganz egal, ob festangestellt oder selbstständig.

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Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

  1. Ich nutze privat die App „Wunderlist“ und beruflich „Evernote“. Beide Apps helfen mir, gewisse Dinge nicht zu vergessen. In der Wunderlist findet sich unsere Einkaufsliste, bei Evernote alle Gedankenfetzen, die ich so den lieben langen Tag habe und die ich verbloggen möchte.
  2. Ansonsten schwöre ich auf den Blogplaner – ein klassisches Kalendarium mit zusätzlich vorgegebenen Seiten für Blogposts, in denen ich meine Absprachen und wichtige Infos festhalte. Außerdem lassen sich mit diesem Planer das Leben und die Blogarbeit wunderbar vereinen.
  3. Trotzdem hab ich noch einen Wandkalender. Das kennen ja sicher viele Mompreneurs – oft sitzt man bis spät am Abend davor und denkt sich „Wie um alles in der Welt soll ich all diese Termine der Kinder, des Mannes, der Arbeit und und und koordinieren?“ Also das ist so eine Sache, auf die würde ich gerne verzichten.

 

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