Martina Sturainer de Cueto | Bio-Babykleidung | 2 Kinder

MomPreneurs Martina Sturainer de Cueto Chill n Feel

Martina Sturainer de Cueto | Bio-Babykleidung | 2 Kinder

Mit Babybauch präsentierte ich unseren Businessplan.

 

Wer bist du, was machst du und warum?

Ich bin Martina, glückliche Mama von zwei wilden Jungs (2, 6), Visionärin und Gründerin von Chill n Feel.

Martina Sturainer de Cueto Chill n Feel Logo

Mein Anspruch an das Leben und an mich ist es, eine gute Mutter zu sein und etwas Positives für unseren Planeten zu bewirken. Um dies zu erreichen, habe ich mir einen etwas steinigen Weg ausgesucht, denn sowohl meine Kinder als auch mein Social Business binden mich an ein Land, das 11.000 km von Deutschland entfernt ist und in dem die Uhren oftmals ein wenig anders ticken als hier: Peru.

In Peru habe ich während meines Studiums im Jahr 2007 meinen heutigen Mann und Partner kennengelernt und dort werden all die Produkte gefertigt, die wir in unserem Online-Shop anbieten. Die Arbeit mit unseren Näherinnen und Strickerinnen erfüllt mich und ich kann mit gutem Gewissen behaupten, dass ich meiner Vision, Gutes zu tun, ein ganzes Stück näher gekommen bin. Es sind vor allem Mütter, die mit ihrem Handwerk ausreichend Geld verdienen, um ihren Kindern eine bessere Zukunft ermöglichen zu können.

Martina Sturainer de Cueto mit ihren Mitarbeiterinnen

In einem Satz: Was ist deine CRAZY Mission, das Wichtigste, was du für dich & andere bewirken möchtest?

Meine CRAZY Mission ist es, eine Baumwolle (Pima) auf dem deutschsprachigen Markt platzieren zu wollen, deren einzigartige Eigenschaften hierzulande weitestgehend unbekannt sind. Denn als kleines Familienunternehmen mit einem absoluten Nischenprodukt zu arbeiten, erfordert eine Menge Durchhaltevermögen und Ausdauer.

Was läuft bei dir als Mutter und Unternehmerin anders und warum ist das CRAZY?

Mamasein und Unternehmertum lässt sich bei mir meist kaum voneinander trennen. Wir haben unser Unternehmen gegründet, als ich mit meinem ersten Sohn schwanger war. Mit Babybauch präsentierte ich der Jury eines lokalen Gründerwettbewerbs unseren Businessplan und zum Erstlingsshooting nach der Geburt trug mein Baby die Kleidung aus unserer ersten Kollektion.

Martina Sturainer de Cueto mit ihren Söhnen

Meine Jungs sind meine liebsten Modelle, sie helfen mir, die Bestellungen zur Post zu bringen und testen unsere Bio-Kuscheltiere. Wie ich in die Rolle der Unternehmerin über die Jahre hineingewachsen bin, tun es nun meine Kinder. Langsam beginnen sie auch zu verstehen, dass die Spielzeugautos ein wenig vom Gas runtergehen müssen, wenn ein wichtiger Anruf reinkommt. Aber viel häufiger gebe ich Telefoninterviews oder skype mit unseren Lieferanten, umgeben von wilden Feuerwehrautos, deren Sirenen es mir manchmal etwas schwer machen, einen klaren Gedanken zu fassen.

Das Verrückte und zugleich Positive daran: Chill n Feel entwickelt sich gut, trotz aller Turbulenzen, die ein Leben als Mompreneur mit sich bringt.

Wie sieht Erfolg für dich persönlich aus und was ist dein Weg dorthin?

Erfolgreich bin ich, wenn ich positive Kundenfeedbacks bekomme, wenn die Presse unsere Produkte gerne vorstellt und wenn es uns gelingt, Produkte zu entwickeln, die Eltern und ihren Kindern ein gutes Gefühl geben.

Richtig erfolgreich bin ich, wenn ich von meiner Arbeit leben kann. Ein kleines Stück bin ich davon noch entfernt, aber auch diese Hürde dürfte mit Glück und ein wenig Fleiß bald überwunden sein.

Martina Sturainer de Cueto mit ihrer Familie

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es, den alltäglichen MomPreneurs-Wahnsinn irgendwie zu meistern?

Ich stecke mir Tag für Tag Ziele. Je nach Zeitfenster sehen diese mal kleiner mal größer aus. Zum Arbeiten nutze ich die Lücken, die mir – solange kein Virus tobt – der Kindergarten, mein Mann und die Großeltern schaffen.

Während ich den Haushalt bestreite, koche oder joggen gehe, plane ich Blogbeiträge und überlege mir Strategien für anstehende Projekte. Sobald sich dann eines meiner Zeitfenster zum Arbeiten öffnet, setze ich das vorab Geplante um. Da ich die Ideen und Strukturen zu diesem Zeitpunkt bereits im Kopf habe, folgt die Umsetzung meist sehr zügig.

Stehen Themen an, die eine intensive Recherche- und Einarbeitungszeit erforderlich machen, plane ich dafür gezielt Tage ein, an denen ich 3-4 Stunden am Stück konzentriert arbeiten kann.

Martina Sturainer de Cueto bei der Arbeit

Welche Top 3 Tipps & Tools bringen dir wirklich CRAZY Ergebnisse im Business oder erleichtern dir deinen CRAZY MomPreneurs-Alltag am meisten?

1. Trello: für größere Projekte, an denen mehrere Personen beteiligt sind, nutze ich Trello. Das ist ein sehr intuitives Tool, über das man die einzelnen Arbeitsschritte aller Beteiligten nachvollziehen und kommentieren kann.

2. Upwork: benötige ich auf die Schnelle Grafiken, Übersetzungen oder Hilfe bei der Bildbearbeitung, greife ich auf das Freelancer-Portal Upwork zurück.

3. Terminplaner: und dann habe ich – auch wenn es altmodisch klingen mag – meinen klassischen Terminkalender, in dem ich händisch To-do-Listen anlege und Handlungsschritte skizziere.

Wie können wir in unserer Gesellschaft mehr CRAZY MomPreneurship ermöglichen – welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?

Ist ein Partner vorhanden und/oder leben die Großeltern in der Nähe, sollte zunächst einmal dort Unterstützung eingefordert werden. Was in Peru noch gut funktioniert und das Arbeiten mit Kindern überhaupt erst ermöglicht, ist in unserer Gesellschaft allzu sehr in Vergessenheit geraten. Die meisten Menschen verlassen sich zu sehr auf den Staat und sind zu stolz, Familie und Verwandte um Hilfe zu bitten.

Martina Sturainer de Cueto von Chill n Feel

Alleinerziehende Mompreneurs und solche, die auf familiäre Unterstützung nicht setzen können, sind auf andere Formen des Supports angewiesen. Dazu zählen zunächst einmal ausreichend finanzielle Mittel, die den Schritt in die Selbstständigkeit überhaupt erst möglich machen. Hier ist natürlich zuallererst der Staat gefragt. Sehr hilfreich für eine Jungunternehmerin kann es zudem sein, auf eine erfolgreiche Mentorin zurückgreifen zu können. Immer mehr Business-Frauen, die beruflich Karriere gemacht haben, bieten mittlerweile ehrenamtlich ihr Know-how und ihr Netzwerk an. Die Käte Ahlmann Stiftung hat beispielsweise ein sympathisches Mentoring-Programm entwickelt, das ich aus eigener Erfahrung gerne weiterempfehle.

Dein wichtigstes Learning als MomPreneur für andere MomPreneurs?

Mein wichtigstes Learning und damit meine Empfehlung an Unternehmensgründerinnen ist eine gute Organisation von Anfang an. Das fängt mit einem Businessplan an und hört mit der Schreibtisch-Organisation auf.

Ein Unternehmen zu gründen bzw. sich selbstständig zu machen, braucht Vorbereitungszeit. Es gibt so viele Mitbewerber auf dem Markt und so viel Know-how, das die Selbstständigkeit erfordert. Das Erstellen eines Businessplans ist aufwendig, keine Frage. Aber es wird dir helfen, deine Chancen auf dem Markt besser einschätzen zu können. Denn Mütter – das ist bekannt – haben häufig ganz tolle Geschäftsideen. Ist die Umsetzung jedoch unzureichend geplant, kann der Traum des Unternehmertums schnell wie eine Luftblase zerplatzen.

Martina Sturainer de Cueto mit Kind

Neben dem Businessplan erleichtert eine gute Arbeitsorganisation (Order-Struktur auf dem PC, Schreibtisch-Ordnung, Arbeitszeitplanung) den Alltag mit Firma und Kind ungemein. Werden die Grundfesten dafür bereits mit der Gründung gelegt, kannst du dein Augenmerk in der darauffolgenden Zeit voll und ganz auf dein Produkt bzw. deine Dienstleistung und natürlich auf deine Zielgruppe richten.

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