Mein Homeoffice hat geöffnet!

Mein Homeoffice hat geöffnet!

Kommen dir folgende Situationen irgendwie bekannt vor?

Oh nein, die Kinder sind krank! Naja, du bist ja im Homeoffice, dann kannst du das ja machen…

Oder: Der Handwerker kommt heute wegen der Leitungen. Aber du bist ja da, dann geht das ja…

Oder: Hmmm, mein Kleiner, ich weiß jetzt grad gar nicht wo dein lila Kaninchen ist. Aber Mama ist ja unten im Büro, die können wir ja mal eben fragen…

Wenn du im Homeoffice arbeitest, kann es gut sein, dass dir das nicht ganz fremd ist und du dich auch manchmal fragst, ob irgendjemand sich dessen bewusst ist, dass du Zuhause AUCH ARBEITEST! Der Partner geht jeden Tag ins Büro und schafft so die räumliche Distanz, die du nicht hast. Denn wer kommt schon auf die Idee die kranken Kinder dem Partner ins Büro zu schicken? (Warum eigentlich nicht? ;))

Oder der Partner geht einfach zur Arbeit – in sein aufgeräumtes Büro ohne Lego-Steine in den Ecken – ohne den Frühstückstisch aufzuräumen, das Katzenklo sauberzumachen, die Waschmaschine zu befüllen etc. Also hast du schnell das Gefühl mit deiner Arbeit nicht ernst genommen zu werden oder eben keine klare Rolle zu haben irgendwo zwischen berufstätiger Frau und Mutter, die sowieso immer im Dienst ist. Frustriert dich das auch manchmal?

Homeoffice braucht Selbstdisziplin und Abgrenzung

Das muss nicht so sein. Denn mal ehrlich: eigentlich liebst du doch dein Homeoffice, oder? Eigentlich bist du froh, dich eben nicht morgens in der U-Bahn zwischen schlecht riechende Menschen zu klemmen oder ewig im Stau zu stehen; eigentlich bist du froh, flexibel auf Umstände und deine Stimmung reagieren zu können, mal in Ruhe zum Arzt zu gehen, dein Essen eben nicht beim nächsten Döner holen zu müssen und keine nervenden nichts-bringenden Meetings zu haben.

Und weil du eben Zuhause bist – im Notfall und auch sonst. Aber genau da liegt der Hase im Pfeffer! Wenn du genervt bist von der fehlenden Abgrenzung, dann bist du die erste, die da etwas tun kann. Und zwar – natürlich – indem du dich abgrenzt! Das Kind im Büro ist eine romantische Vorstellung, die wenig mit der Realität und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu tun hat. Du brauchst Selbstdisziplin! Grenze dich ab, auch wenn es manchmal schwer fällt. Aber wenn du es nicht tust, dauert die Arbeit länger, weil du immer wieder neu ansetzen musst, anstatt mal im Flow zu bleiben und diese „künstliche Verlängerung“ der Arbeit kannst du keinem Kunden in Rechnung stellen!

Unsere Tipps für erfolgreiche Arbeit im Homeoffice

Um dich also abzugrenzen und möglichst produktiv arbeiten zu können, gibt es ein paar Grundsätze zu beachten:

Der Tag im Homeoffice braucht Struktur: teile deinen Tag in Blöcke auf, die einen klaren Fokus haben. Erfahrungsgemäß funktionieren am besten Blöcke á jeweils 2 Stunden, d.h. Fokuszeiten, in denen du dich nur auf eine wichtige Sache konzentrierst. Du kannst z.B. Kundenzeiten, Geschäftsentwicklungs-Zeiten und Marketing-Zeiten einplanen. Anschließend eine (kurze) Pause, bevor der nächste Fokus-Zeit Block beginnt. Aber es kann auch einen einstündigen Block zur Mittagszeit oder am Nachmittag einen Block mit den Kindern geben. Vielleicht macht es für dich Sinn, die wichtigsten Dinge, die mehr Konzentration benötigen, am Vormittag zu erledigen, weil dann deine Kinder aus der Schule oder Kita kommen. Wichtig ist, dass du einen Plan hast und dich dann auf genau die eine Sache konzentrierst, um die es gehen soll und nicht noch hier ein wenig aufräumst, da ein wenig Kinder bespaßt und nebenbei E-Mails beantwortest!

Du brauchst einen Raum mit einer Tür. Einen Raum, den ALLE als DEIN Büro respektieren. Tipp: Das Büro mit Öffnungszeiten versehen (ein kleines Pappschild an der Tür genügt schon) oder mit einem Schild zum Umdrehen (grün/rot) oder einem Türanhänger „Bitte nicht stören“. Empfehlenswert sind auch ein Headset, Ordnung auf dem Schreibtisch, eine Flasche Wasser/Kanne Tee, ein Whiteboard/Pinnwand und ein guter, wirklich guter Stuhl!

Trenne beruflich und privat. Gut funktioniert das bei E-Mail Accounts. NUR deine geschäftlichen E-Mails sind in deinem Postfach. Private E-Mails bleiben tagsüber ungesehen, es sei denn du rufst sie über den Browser auf. Es hilft auch eine eigene Bürotelefonnummer. Das bewahrt dich davor, dass doch die Freundin/Mutter/Schwägerin für einen kurzen Plausch anrufen.

Arbeite möglichst produktiv! Wie das geht, erfährst du hier.

Die beste Motivation ist der eigene Antrieb, die Leidenschaft selbst etwas auf die Beine stellen zu wollen, auch, wenn man Zuhause am Küchentisch zwischen Müslikrümeln arbeitet. Deshalb: Mach etwas woran du glaubst und wofür du jeden Tag gerne aufstehst. Siehe hier.

Setze dir kleine Ziele, Milestones: Wenn du diese in kleinen Schritten erreichst, dann macht dich das einfach zufrieden und du bist motiviert weiterzumachen!

Nimm dich ernst und nimm dir das Recht, dich abzugrenzen! Du wirst sehen, wenn du dich selbst ernst nimmst, tun es alle anderen auch, sogar deine Kinder. Mein Sohn sagt zum Beispiel immer, dass Mama nicht arbeitet, weil sie nicht ins Büro fährt. Hier muss ich noch ein wenig an der Glaubwürdigkeit meines Homeoffice arbeiten! 😉 Du musst also auch offen mit den Zweiflern umgehen – erkläre und zeige, was du machst und was alles dafür notwendig ist. Bleib dran und sei selbst stolz auf das was du leistest – denn Zuhause arbeiten mit all seinen Herausforderungen ist eine großartige Leistung!

Wie sind deine Erfahrungen im Homeoffice? Wenn du dich hierzu mit anderen MomPreneurs austauschen möchtest, dann komm in unsere MomPreneurs Facebook Gruppe oder triff Gleichgesinnte auf unseren MomPreneurs Meetups.

Titelbild: Esther Eisenhardt

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