Melina | Hochzeitspapeterie | 1 Kind

Melina | Hochzeitspapeterie | 1 Kind

Gründe nur, wenn du es 100% willst.

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Melina Leibelt (31), Grafikdesignerin und Illustratorin. Ich bin schon seit dem Studium nebenberuflich selbstständig. Jetzt geht mein Online-Shop HERZ-Blatt für Hochzeitspapeterie an den Start! Dort verkaufe ich Hochzeitskarten & Co. mit eigenen Designs und originellen Extras. Seit September bin ich außerdem Lehrerin für Gestaltung an Fachoberschule und Berufsgymnasium.

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Woher kam die Idee für dein Business? Wie bist du gestartet und wie hast du das finanziert?

Los ging es 2011 mit der Hochzeitskarte eine Freundin. Traurig, aber wahr: Die Hochzeit wurde abgesagt. Ich habe die Karte dann leicht verändert bei Dawanda eingestellt. Das Interesse war riesig. Mit ein paar mehr Designs wurde daraus zunächst ein netter Nebenerwerb zur damaligen Festanstellung in einer Werbeagentur. 2013 habe ich selbst geheiratet und kam tiefer ins Thema. Was braucht man alles? Was für Dekorationen gibt es? Da habe ich gesehen, was Hochzeitspapeterie alles beinhalten muss und kann.

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Nach der Elternzeit mit Sohn Emil (1 ½) bin ich nicht mehr zurück in die Agentur. Das war gut überlegt und durchgeplant. Ich bekomme jetzt für HERZ-Blatt Gründungszuschuss, hatte etwas gespart und 1.111 Euro bei einem Kreativwettbewerb gewonnen.

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Meine Jobs als freiberufliche Grafikdesignerin und mein Lehrerjob decken finanziell schon viel ab. Einen wichtigen finanziellen Rückhalt gibt mir mein Mann, der eine feste Stelle hat. Und mein Opa, der auch selbstständig war und meinen Weg wohlwollend verfolgt, hat schon mal die eine oder andere private unerfreuliche Rechnung übernommen.

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Wie läuft es jetzt? Haben sich deine Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Auf Dawanda ist meine Hochzeitspapeterie schon ein Renner. Gut möglich, dass ich im nächsten halben Jahr eine 400-Euro- oder Halbtagskraft einstellen muss. Ich bin selbst überrascht über diesen Erfolg. Das liegt sicher an der Bandbreite meines Angebots und an den Designs, die sich klar von der Konkurrenz abheben: Ich selbst liebe einen unverschnörkelten, puristischen Stil.

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Deshalb sind meine Designs nie nur blumig, sondern immer auch grafisch und aufgebrochen. Das kommt gut an. Sehr beliebt ist auch das Paar-Porträt mit Kuli oder als Aquarell. Die Prognosen von Coaches und Mentoren für meinen Shop HERZ-Blatt sind jedenfalls überwältigend gut.

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Wo und wie arbeitest du?

Ich habe das Dachgeschoss unseres Hauses als abgeschlossenes Büro eingerichtet. Hier gibt es genug Platz für noch 2 bis 3 weitere Arbeitsplätze. Dass wir auf dem Land bei Hannover leben, ist in Ordnung, weil mein Business hauptsächlich online stattfindet. Wenn doch mal Kunden aus der Umgebung vorbeikommen, finden sie ein repräsentatives Büro vor.

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Die ländliche Umgebung entschleunigt mich. Wenn ich rausgucke, sehe ich eine Pferdekoppel, abends den Sonnenuntergang… Im Homeoffice muss man nur aufpassen, dass man nicht verloddert oder den Lagerkoller kriegt. Gut ist, dass ich mir meine Zeit frei einteilen kann und mehr von der Familie mitbekomme. Wenn unser Sohn tagsüber in der Krippe ist, nutze ich die Zeit intensiv zum Arbeiten.

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Wie ist dein Set-up und wie schaffst du es, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Buchhaltung, Ordnung, Ablage, Formulare … das ist alles nicht mein Ding, wie so oft bei Kreativen. Da hilft mir mein Mann. Überhaupt habe ich viel Rückhalt aus der Familie. Als Emil noch nicht in der Krippe war, sind meine 80-jährige Oma und meine Schwägerin eingesprungen.

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Meine Mutti nimmt ihn auch immer mal, sogar über Nacht, damit wir uns erholen können. In Spitzenzeiten hat sich mein Mann schon mal Urlaub genommen. Und als Nachteule lege ich häufig eine Spätschicht ein, wenn Emil schläft. Samstags arbeite ich oft auch noch ein paar Stunden, doch der Sonntag gehört ganz der Familie!

Auch wenn es viel Schweiß kostet, fühle ich mich jetzt besser als im Agenturalltag, weil ich mein eigenes Ding machen kann. Wächst mir mal alles über den Kopf, dann nimmt mich mein Mann in den Arm und bestärkt mich. Vor allem, weil er sieht, dass ich insgesamt viel zufriedener bin.

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Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbstständig machen möchten?

Gründe nur, wenn du es wirklich zu 100 % willst! Startest du ein Business mit „vielleicht“, „mal sehen …“ – da kannst du die Beste deines Fachs sein, das wird dann trotzdem nichts. Du solltest einen Masterplan haben: Wann will ich was machen? Wie viel Zeit brauche ich wofür? Wer kümmert sich wann ums Kind? Das Kind muss gut versorgt sein, sonst hat man den Kopf nicht frei.

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Mein wichtigstes Learning: Ordnung, Organisation, Disziplin und Zeitmanagement sind die halbe Miete, denn anders schaffst du den Balance-Akt zwischen Familie und Job nicht. Auch sehr wichtig ist der Familienrückhalt: Wenigstens dein Partner sollte voll hinter dir stehen, am besten die ganze Familie. Wenn du statt Unterstützung Gegenwind bekommst, kostet das zu viel Kraft.

Deine 3 Top-Tipps & -Tools für selbstständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

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  1. Das Homeoffice spart Zeit und Geld. Allerdings sollte es möglichst in einem abgeschlossenen Raum sein, dann kannst du die Tür zu machen, wenn Familie und Freizeit angesagt sind. Eine Arbeitsecke im Wohnzimmer oder Schlafzimmer guckt dich immer an. Stell wenigstens einen Paravent davor.
  2. Bau dir ein eigenes Netzwerk auf: Gut gepflegte Kontakte sind Gold wert. Auch professionelle Netzwerke sind sinnvoll. Wedding-Meet-ups, das Mompreneur-Meet-up sind für mich prima Gelegenheiten zum Austausch und um mal raus zu kommen. Mein eigenes Netzwerk habe ich über 10 Jahre aufgebaut. Da gibt es auch zuverlässige Kollegen, denen ich einen Job abgeben kann, wenn es Emil mal nicht gut geht.
  3. Besuche ein Gründerseminar! Ich hatte Glück und habe eins aus der hannoverschen Reihe der „Erfolgreich-Seminare“ beim Kreativ-Wettbewerb gewonnen. Aber auch wenn man Geld dafür ausgeben muss, lohnt sich das. Man bekommt wichtige Infos und Impulse und die Möglichkeit zu Erfahrungsaustausch ist unbezahlbar. Außerdem kann man hier auch schon netzwerken.

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Links

https://www.herz-blatt.com

https://www.facebook.com/herzblatt.papeterie

https://instagram.com/herz_blatt_hochzeitspapeterie

https://twitter.com/HERZ_Blatt_com

Fotos: Melina Leibelt

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