Nicola | Grafik-Design | 1 Kind

Nicola | Grafik-Design | 1 Kind

Man muss sich Zeit nehmen, um Zeit zu gewinnen

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Nicola Kühn, Kommunikationsdesignerin aus Stuttgart und seit 2014 unterwegs mit SOULFUL GRAPHIC DESIGN. Ich unterstütze vor allem Solopreneure und Gründerinnen bei der Gestaltung und Entwicklung eines für sie und ihre Zielkunden passenden Außenauftritts. Und das mit ganz viel Soul;).

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Woher kam die Idee für dein Business? Wie bist du gestartet und wie hast du das finanziert?

Ich habe, bevor ich Mutter wurde, in einem Verlag als Produkt- und Grafikdesignerin das Segment Non Book betreut. Dort habe ich Produkte (für Kinder und Frauen) und ganze Themenwelten vom Entwurf bis hin zum fertigen Produkt und dem Packaging entwickelt und gestaltet. Gerade als ich schwanger wurde, stand der Verlag kurz vor seinem Verkauf. Schon als Schwangere wurde mir klar, dass ich mich für die Selbstständigkeit entscheiden würde, denn ohne Kreativität und meine Arbeit wollte ich nicht sein. Da es in dieser Branche so gut wie keine Teilzeit-Möglichkeiten gibt, lag die Freiberuflichkeit auf der Hand. So habe ich, als meine Tochter mit 2 zu Tageseltern ging, gegründet.

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Ich hatte bereits kurz vor dem Mutterschutz ein Existenzgründungsseminar besucht, wollte aber erst einmal in Elternzeit gehen und vor allem Zeit mit meinem Baby verbringen. Mit 2 Jahren kam unsere Tochter dann zu Tageseltern und ich konnte planen. Ich habe den Existenzgründungszuschuss erhalten und bin in die Künstlersozialkasse gekommen.

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Zwei entscheidende Faktoren, damit ich starten konnte. Da ich bereits alles hatte, was ich zum Start benötigte (Rechner, Programme und einen Schreibtisch) brauchte ich keine weiteren Investitionen zu tätigen. Mein Mann ist angestellt, was für mich natürlich gut ist, denn ohne sein festes Einkommen, wäre meine Selbstständigkeit so erstmal nicht möglich.

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Wo und wie arbeitest du?

Im Moment arbeite ich vormittags, oftmals abends und je nach Auftragslage auch mal am Wochenende, da unsere Tochter „nur“ bis 13:30 Uhr im Kindergarten ist. Das wird sich aber ändern. Nichtsdestotrotz steht bei mir die Familie an erster Stelle. Nachmittags verbringe ich Zeit mit meiner Tochter.

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Ich arbeite zumeist im Homeoffice. Außerdem klinke ich mich zeitweise bei einer Kollegin und Freundin mit in ihrem Office ein. Da ich Einzelunternehmerin bin, bin ich alleine in meinem Büro. Das stört mich überhaupt nicht, denn ich kann mich hier jederzeit toll vernetzen. Über die MomPreneurs-Gruppe habe ich schon viele tolle selbstständige Mütter kennengelernt!

Wie läuft es jetzt? Haben sich deine Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Da ich nicht Vollzeit arbeite und ich Schritt für Schritt gehe, bin ich natürlich noch am Aufbau meiner Tätigkeit. Ich bin aber zuversichtlich, dass ich langfristig eine gute Basis habe und somit auch mehr Geld erwirtschafte.

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Im Grunde bin ich schon ein bisschen stolz, denn ich habe gleich zu Beginn Kunden gewonnen, für die ich immer noch und immer wieder arbeite. Mein Hauptfokus liegt zwar auf Solopreneuren und GründerInnen, für die ich das Corporate Design entwickle, doch ich arbeite auch sehr gerne für Verlage. Aus diesem Bereich komme ich und es macht mir nach wie vor riesigen Spass, Bücher zu gestalten.

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Mein Mann arbeitet Vollzeit angestellt. Da er einen längeren Fahrtweg hat, bin ich meistens bis ca. 20 Uhr alleine. In Spitzen läuft das dann schon so, dass, sobald er von der Arbeit kommt, ich mich in mein Büro verziehe und arbeite. Das ist aber nicht als Dauerlösung gedacht. Ich empfinde es auf jeden Fall als Balanceakt, beidem gerecht zu werden.

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Eigene Hobbies und Zeit für sich fallen da erstmal weg. Wobei ich in ruhigeren Zeiten auch mal 1 oder 2 Tage einfach „nichts“ mache. Ich habe schon gemerkt, dass man sich Zeit nehmen muss, um Zeit zu gewinnen. Das heisst auch, sich Pausen zu gönnen. Mein Ziel ist irgendwann, dass wir als Partner zu gleichen Teilen verdienen. Ich finde ja die 30/30 Stunden-Regelung sehr gut! Dass bei mir der Haushalt nicht an erster Stelle steht, kommt mir immer wieder zugute ;).

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Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Schaue dir vorab genau dein Setting an und besprich alle Schritte und Vorhaben mit deinem Mann. Je besser ihr kommuniziert und Hindernisse vorab aus dem Weg räumt, desto besser läuft es auch, wenn es mal Dicke kommt. Kind krank, Kita streikt usw.: Wer macht was? Ist der Mann bereit mitzutragen, z.B. entlastet er dich und übernimmt er abends auch mal das Kind?

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Organisiert starten. Genau mit oben genannten Punkten. So kann man sich viel Stress ersparen. Ansonsten: Testen. Wenn du noch unsicher bist, ruhig mal in ein Coaching investieren. Es gibt Coaches, die genau darauf spezialisiert sind. z. B. Elke Peetz, die einen ganz anderen Blick zusammen mit dir auf deine Business-Idee und deine persönlichen Hürden werfen können.

Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

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  • Ein guter Start in den Tag: Unbedingt ausreichend und in Ruhe frühstücken.
  • Gerade wenn Dein Zeit-Kontingent noch klein ist: Schritt für Schritt planen. Jeder Schritt bring dich deinem Ziel näher. Dich über Erfolge freuen und nicht zu viel mit anderen vergleichen.
  • Netzwerke mit anderen Unternehmerinnen in deiner Situation.

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Links

Website: https://nicolakuehn.de/

Xing: https://www.xing.com/profile/Nicola_Kuehn2

Dawanda: https://de.dawanda.com/shop/finfinpaper

Bilder: Nicola Kühn

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