Nicole | Redaktion | 4 Kinder

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Nicole | Redaktion | 4 Kinder

Ganz bewusst Auszeiten nehmen

 

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Nicole Beste-Fopma. Journalistin und Autorin, aber auch Moderatorin und Rednerin. Immer im Dienste der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

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Woher kam die Idee für dein Business? Wie bist du gestartet und wie hast du das finanziert?

Puh, das ist eine lange Geschichte. Ich werde versuchen, es in eine Kurzversion zu bringen. Ich habe viele Jahre in einem großen Konzern als Pressereferentin gearbeitet. Privat: allein erziehende Mutter eines Sohnes. In einem Urlaub lernte ich meinen jetzigen Mann (verwitwet) und seine drei kleinen Kinder kennen und lieben. Da ich in München arbeitete und er einen Job hier in der Nähe von Frankfurt hat, er eine 6-köpfige Familie ernähren konnte und ich nicht, war klar, dass mein Sohn und ich umziehen würden. Nicht klar – zumindest mir – war, dass ich mit vier Kindern keinen Job mehr finden würde. Ich wollte NIE selbstständig sein, so habe ich aber aus der Not eine Tugend gemacht.

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Der Weg zu „LOB“ war dann aber noch mal ein anderer. Seit Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich im BPW (Business Professional Women). Mittlerweile als Bundesvorstand. Als der BPW den Equal Pay Day nach Deutschland brachte, habe ich das Journal zu diesem Tag konzipiert und über viele Jahre redaktionell geleitet. Während dieser Zeit wurde mir bewusst, wie sehr Mutterschaft mit Lohnungerechtigkeit zusammenhängt. Da ich, wie viele Frauen, auch immer meine, die Welt retten zu müssen, war für mich klar: Berufstätige Mütter brauchen eine Lobby. Als Mutter von vier Söhnen war es mir aber auch wichtig, etwas für die Männer zu machen, die Beruf und Familie vereinbaren wollen.

Nicole Beste-Fopma LOB Magazin

Ich bin dann einige Zeit mit dem Traum, eine eigene Zeitschrift zu gründen, schwanger gegangen. Eine Freundin und Coach hat mich letztendlich „gepackt“ und das Ergebnis ist LOB.

Wie läuft es jetzt? Haben sich deine Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Super gerne würde ich schreiben, dass alles genau so gelaufen ist, wie ich mir das vorgestellt habe, aber dem ist nicht so. Ich wollte eine Zeitschrift. Aus Papier. Hatte ich auch, aber ich habe den Aufwand der Finanzierung komplett unterschätzt. Ich dachte, die Welt da draußen und ganz besonders die berufstätigen Mütter und Väter warten nur auf so eine Zeitschrift wie LOB. Dem war aber nicht so. Auch waren die Unternehmen, von denen ich eigentlich gedacht hätte, dass sie Anzeigen schalten, sehr verhalten. Ich hätte auch gedacht, dass Unternehmen für Ihre Mitarbeitenden Abos kaufen. Dem war auch nicht so. Finanziell war es ein Reinfall. Ich habe einiges an Lehrgeld bezahlt. Bereue ich es? Nein! Ich habe unendlich viel gelernt. LOB gibt es auch noch immer. Heute dann eben „nur“ noch als Onlinemagazin. Hätte ich mich nicht so auf Print versteift, hätte ich gleich mit einem Onlinemagazin angefangen, hätte dieses etabliert und dann überlegt, eventuell eine Printausgabe daraus zu machen.

ABER … gäbe es LOB nicht, gäbe es auch mein Buch „Beruf + Familie. Passt!“ nicht. Mal sehen, was sich daraus ergibt. Ich bin gespannt!

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Finanziell bin ich noch lange nicht da, wo ich vor vielen Jahren als Angestellte war, aber meine Prioritäten haben sich auch geändert. 2014 bin ich an Brustkrebs erkrankt. Während meiner unfreiwilligen „Auszeit“ hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Meine Erkenntnis: Es ist nicht wichtig, immer weiter, immer höher, immer mehr zu haben. Wichtig ist es, glücklich zu sein. Und das bin ich.

Wo und wie arbeitest du?

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Ich arbeite von zuhause aus. Immer mal wieder habe ich überlegt, ob es nicht sinnvoll wäre, in eine Bürogemeinschaft zu gehen, aber alles hat seine Vor- und Nachteile. Vorteile der Bürogemeinschaft: klare Trennung. Andere Menschen. Nachteil: Ich kann nicht mal zwischendurch etwas anderes machen. Vorteile beim Zuhause arbeiten: Ich war immer da, wenn die Jungs nach Hause kamen – mittlerweile sind alle ausgezogen. Nachteil: Ich lasse mich dann doch auch mal gerne ablenken. Ich bin immer alleine. Die Inspirationen von außen fehlen manchmal, aber dafür gibt es Netzwerke. Und ich habe eine Freundin, mit der ich ein Mal pro Woche spazieren gehe. Sie ist auch eine Mompreneur. Während unserer Spaziergänge wird nur über das Geschäft geredet. Beide kommen wir immer mit einem Haufen Hausaufgaben nach Hause. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. SEHR empfehlenswert!

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

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Als die Jungs noch Zuhause gewohnt haben, gab es ganz klare Regeln. War die Tür zu, bedeutete das, dass ich entweder gerade konzentriert arbeiten musste oder im Gespräch war. Auch gab es die Regel: Ich kümmerte mich darum, dass das Essen auf dem Tisch stand – und wenn es manchmal auch nur die Fertigpizza war – und die Jungs waren dafür zuständig, die Küche wieder sauber zu machen und den Hund rauszulassen. Wer was machte, war mir egal. Das haben sie untereinander geklärt. Zumindest ab einem gewissen Alter. Vorher gab es einen Plan.

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Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Tatsächlich hätte ich unendlich viele Tipps, weil ich beobachte, dass viele Mütter sich viel zu viel zumuten. Mein erster Tipp daher: Nicht alles auf einmal wollen. Vielmehr sollte man sich ganz klar darüber sein, was man will. Wann man was will. Wie viel man wovon will. Wann wie viel Karriere. Wann wie viel Familie. Und natürlich was man sich leisten kann. Muss man als selbstständige Mutter unbedingt einen Betrag x erwirtschaften. Ist das der Fall, ist der Druck enorm hoch. Das muss man aushalten können. Hält man das nicht aus, würde ich empfehlen, einen Halbtagsjob zu suchen und sich nebenher selbstständig zu machen. Lieber langsam anlaufen lassen, als mit Vollgas in den Burnout.

Auch würde ich dazu raten, einen Testballon fliegen zu lassen. Je nach Business ist das unterschiedlich schwierig, aber sicherlich immer irgendwie machbar.

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Sehr wichtig ist es auch, dass der Partner hinter einem steht. Nur die wenigsten Selbstständigen haben regelmäßige Arbeitszeiten, was auch wieder Vor- und Nachteile hat. Muss man sich aber ständig vor dem Partner dafür rechtfertigen, wird es sehr anstrengend.

Wer sich selbstständig macht, weil sie dann Beruf und Familie besser unter einen Hut bekommt, sollte sich im Klaren darüber sein, dass eine Selbstständigkeit auch ein Job ist, der nicht einfach mal so nebenher gemacht werden kann. Vertrieb und Marketing sind enorm wichtig und enorm zeitaufwendig. Außerdem ist man als Selbstständige auch immer „Mädchen für alles“. Optimal ist es, wenn man sich mit einer anderen Mutter zusammenschließen kann, jede ihre Kompetenzen mit einbringt und man sich so gegenseitig ergänzt.

Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

  1. „NEIN“ sagen lernen.
  2. Ganz bewusst Auszeiten nehmen. Warum nicht mal den Vormittag auf dem Sofa verbringen.
  3. Netzwerken, Netzwerken, Netzwerken und so von anderen lernen. Bzw. Sparringspartner in der Nähe suchen und REGELMÄSSIG treffen.

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