Nina | Handel | 3 Kinder

Nina | Handel | 3 Kinder

Durchatmen nicht vergessen!

Wer bist du und was machst du?

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Ich heiße Nina Nägel, bin 37 Jahre alt, habe drei Kinder (5 Jahre, 2 Jahre und 3 Monate) und bin Gründerin und Geschäftsführerin von dem Label byGraziela.

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Woher kam die Idee für dein Business? Wie bist du gestartet? Und wie hast du das finanziert?

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Meine Mutter – Graziela Preiser – begann in den 1970er Jahren ihre beliebten Kinderdesigns zu entwerfen: „1,2,3“, „Äpfel“, „Herzen“, „Eisenbahn” zierten Tapeten, Geschirr und Stoffe. Die typischen Muster wurden vor allem durch die Zeitschrift Brigitte bekannt, deren beliebte Bestellmode in den 70er Jahren ausschließlich von ihr stammte. Auch andere namhafte Unternehmen, darunter Rosenthal, Dibbern und Dierig setzten Graziela’s Designs in ihren
Kollektionen um. Als es los ging, dass erste Freundinnen von mir schwanger wurden, wurde ich immer öfter nach alten Sachen meiner Mutter für ihre jetzigen Kinder gefragt. Ich bin dann jedes Mal auf den Dachboden gestiefelt und habe gesucht, aber natürlich auch nicht Unmengen gefunden. Dann habe ich auch gesehen, dass die alten Bettwäschen und Stoffe auf Ebay zu wahnsinnigen Preisen versteigert wurden, da habe ich mir gedacht, dass eine Wiederauflage sicher viele Herzen höher schlagen lassen würde. 2008 kamen meine Mutter und ich dann auf die Idee, die Kultmarke neu aufzulegen. Seit dem bringen wir die preisgekrönten Graziela-Motive wieder auf den Markt.

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Wie läuft es jetzt? Was hast du erreicht und wodurch? Was macht das „liebe“ Geld?

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Wir sind zufrieden. Wir erweitern unser Sortiment Schritt für Schritt. Manchmal denke ich, dass es schneller gehen müsste, aber insgesamt wächst byGraziela stetig und zuverlässig. Wir haben ca. 100 Shops, die wir im In- und Ausland beliefern, tolle Kooperationen – zum Beispiel mit der Brigitte Mom – und arbeiten mit Coppenrath, Moeve und anderen tollen Partnern zusammen.

Wo und wie arbeitest du?

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Ich habe das Büro zu Hause und arbeite mit meinem Team von hier aus. Das macht die Sache leichter, wenn mal eines der Kinder krank ist etc. Aber man muss es schon mögen, dass Mitarbeiter recht viel Privates mitbekommen.

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Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

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Beim dritten Kind sieht man vieles sehr gelassen, daher läuft es momentan alles ganz entspannt. Außerdem ist es ohnehin schon schön laut in unserem Haus, da kommt es auf mehr Wirbel nicht mehr darauf an. Die Routine besteht größtenteils daraus, dass der Große schon zur Schule geht und der Mittlere in den Kindergarten, insofern muss ich mich um eine bestimmte Zeit einfach aus dem Pyjama schälen und zusehen, dass alle zur richtigen Zeit am richtigen Ort auftauchen. Die Kleine muss da mit, dass heißt natürlich mal ‘Baby füttern’ auf dem Schulspielplatz! Von zuhause aus arbeiten heißt, dass sich die Aufgaben am Tag oft vermischen, was auch schwierig sein kann. Aber gut, ob Verhandeln im Geschäft oder Verhandeln mit den Kindern, ist ja eigentlich auch nicht so anders. Ich habe ein wunderbares Büro unter unserem Dach, wo ich mit meinen Assistentinnen sitze und mich gut auf die Arbeit konzentrieren kann. Momentan arbeite ich natürlich mehr vom Sofa aus. Klar, es wäre schon schön eine RICHTIGE Babypause zu haben, aber so ist das eben mit eigener Firma, das gibt es nicht richtig.

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Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

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Man braucht ein gutes Netzwerk – einen doppelten Boden sozusagen. Ich denke, es ist auch gut, wenn der finanzielle Erfolgsdruck nicht ganz so hochist am Anfang. Außerdem ist es wichtig, dass der Partner hinter einem steht und einen – zumindest mental – unterstützt.

Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

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Zu allererst das Durchatmen nicht vergessen! Das klingt zwar recht offensichtlich, aber es hilft einfach, wenn Dinge gerade nicht so laufen wie geplant und schnell Lösungen zu finden sind. Man sollte vieles nicht so eng sehen. Sich kurz wieder auf das Wesentliche besinnen, auf das was tatsächlich wichtig ist und dann mit etwas mehr Ruhe und einem kühlen Kopf weiter machen. Die meisten Krisen entpuppen sich später als gar nicht so dramatisch.

Das nächste ist, den Alltag gut durchzustrukturieren. Man schafft sich so gewisse Angelpunkte, die einen durch die Woche führen und wenn dann doch die eine oder andere Sache umgeplant werden muss, dann ist das bei einem guten Gesamtkonzept viel einfacher. Das hört sich vielleicht etwas langweilig an, aber es hilft einem doch durchs normale Chaos.

Drittens ist aus meiner Sicht ein Home Office empfehlenswert. Die Kinder haben in meinem Leben Priorität und so bin ich immer in der Nähe, wenn ich gebraucht werde. Vor allem jetzt nach der Geburt meiner Tochter, wo ich im Prinzip vom Sofa aus mit Hilfe meines Handys weiter arbeite. Meine Kleine ist immer dabei ist uns so habe ich gewöhnlich nur eine Hand frei habe – da ist mein Home Office einfach Gold wert. Meine Assistentinnen kommen bei sehr wichtigen Dingen zu mir ins Wohnzimmer und so habe ich das Gefühl, doch immer noch nah dran zu sein. Aber ich kann auch einfach mal sagen, ich mache jetzt Pause.

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Bilder: Nina Nägel, by Graziela

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