Nina | Social Media | 2 Kinder

Nina Schattkowsky Social Media Managerin

Nina | Social Media | 2 Kinder

Man muss sich einfach trauen

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Nina Schattkowsky und bin als Social Media Managerin seit 2012 selbständig. Ich arbeite für verschiedene Kunden aus unterschiedlichen Bereichen und unterstütze sie mit ihren Bedürfnissen im Social Media Bereich. Das kann Facebook, Twitter, Instagram, LinkedIn, etc. als auch Blogs sowie strategische Beratung und Schulung umfassen. Da ich aus der klassischen PR komme, biete ich vor allem auf Storytelling und kommunikative Ganzheitlichkeit ausgerichtete Dienste an. Außerdem binde ich bei manchen Projekten auch Online-PR und Blogger und Influencer Relations mit ein.

Woher kam die Idee für dein Business?

Im Grunde hatte mein Dasein als recht frischgebackene Mami einiges mit der Idee zu tun. Ganz einfach deshalb, weil ich ziemlich dringend eine Alternative zu meiner unflexiblen Festanstellung gesucht habe, in der ich einfach Beruf und Familie für keine Seite zufriedenstellend vereinbaren konnte. Glücklicherweise ist mir aus dieser „Not“ heraus tatsächlich eine Idee gekommen. Ich hatte in der klassischen PR die Erfahrung gemacht, dass es zunehmend hieß „man müsse doch auch mal was mit Social Media machen“, aber es war recht schwierig, jemanden zu finden, der das richtig gut kann und dann sinnvolle Synergien herzustellen. Also kam mir die Idee, dieses fehlende Bindeglied einfach selbst zu sein, da meiner Erfahrung nach der Bedarf in jedem Fall da war. Da ich zudem dringend mehr Flexibilität brauchte, war die Selbständigkeit der logische Schritt dorthin.

Nina Schattkowsky Social Media Manager bei der Arbeit

Wie bist du gestartet, wo stehst du?

Da ich als Social Media Manager mit einer relativ simplen Infrastruktur auskomme (Computer, Internetanschluss, Schreibtisch, los geht’s) und kein großartiges „Produkt“ herstellen muss, konnte ich direkt loslegen. Ich habe lediglich um die 2 Monate intensiv in meine Weiterbildung im Bereich Social Media investiert sowie in den Aufbau meiner Webseite, Visitenkarten, Angebotsportfolio, etc. Die Kundenakquise war natürlich zunächst eine Herausforderung, da ich mit nichts gestartet bin und tatsächlich von Null anfangen musste. Es dauerte einen Moment, um die richtige Strategie zu finden, aber mit einer Mischung aus Ausdauer, viel Netzwerken, Kaltansprache und Projekten zu Sonderkonditionen kam der Ball ins Rollen und ich hatte nach den ersten 2-3 Monaten erste Kunden und dann auch schon ein ziemlich erfolgreiches erstes Geschäftsjahr. Ich hatte bereits im ersten Jahr meine Ziele erreicht: mehr Geld verdienen als in der Festanstellung und dabei weniger zu arbeiten. So konnte ich mir auch beruflich ein zweites Kind „leisten“ und einen Umzug ins Ausland schadlos überstehen.

Wo und wie arbeitest du?

Ich arbeite überwiegend von Zuhause aus. Das ist mir auch sehr recht, weil ich tatsächlich sehr konzentriert und effektiv Zuhause arbeiten kann. Da ich nur den Computer und den Schreibtisch brauche, ist mein Zuhause genug. Ich habe ein Büro in Berlin und eins in Schweden auf dem Land. Ich pendle als0 regelmäßig zwischen Schweden und Deutschland. Meine Familie ist in Schweden und meine Kunden in Deutschland. Glücklicherweise erlaubt mein Job praktisch uneingeschränkte geografische Freiheit, weil es den Kunden – so lange ich eine gute Internetverbindung habe – relativ egal ist, von wo aus ich meinen Job mache. Wenn ich dann (mind. 1x pro Monat) in Berlin bin, mache ich Kundengespräche, Meetings, Events, Konferenzen, usw. Das lässt sich erstaunlicherweise in der modernen Arbeitswelt von heute praktisch problemlos handhaben.

Nina Schattkowsky Social Media Manager Home Office

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Mein Lebensgefährte hat einen festen Job in einem Unternehmen in Schweden. Deswegen sind wir von Berlin nach Schweden gezogen. Seitdem haben wir ein großes Haus, unglaublich viel Platz und die Kinder lieben es. Außerdem profitieren wir von der guten Betreuungssituation, für die Schweden ja bekannt ist. Ich habe mein Büro im Haus und das Büro in Berlin und arbeite, genau wie mein Lebensgefährte, Vollzeit (plus Reisen). Die Kinder gehen beide sehr gern in den Kindergarten (von 9-17 Uhr), in dem es sehr flexible Öffnungszeiten (6-19 Uhr) und keine Schließzeiten gibt (auch nicht über Weihnachten). Wenn ich in Berlin bin, übernimmt mein Lebensgefährte die Kinder. Sollten wir beide mal keine Zeit haben, wohnt die Familie meines Lebensgefährten ca. 1 Autostunde entfernt und kann einspringen. Zur Not gibt es auch einen Babysitter, den wir aber selten nutzen.

Außerdem finde ich, dass die Schwierigkeit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie oft sehr stark mit einer Firmenmentalität zu tun hat und damit Festangestellte „härter trifft“. Ich finde es als Selbständige nämlich gar nicht sooooo schwer, zumal es gerade in Großstädten wie Berlin eine gute Infrastruktur gibt was Kinderbetreuung, Nannys, andere Eltern und Kundenvielfalt betrifft.

Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Ich glaube eine zentrale Erkenntnis aus meiner Selbständigkeit ist, dass man sich manchmal einfach trauen muss. Natürlich ist die Selbständigkeit keine Lösung für jeden, denn die Sicherheit einer Festanstellung fehlt und es muss eine wirklich tragfähige Idee her, aber gerade für Mütter ist es oft die einzig sinnvolle Alternative. Man sollte also gut abwägen, ob man die Unsicherheit auf sich nehmen will (und sich leisten kann) und den Durchhaltewillen aufbringen kann, ein meist schweres erstes Jahr zu überstehen und viel Arbeit und Schweiß in seine Idee zu stecken, um ihr Leben einzuhauchen. Auf der anderen Seite rate ich jeder Mutter, sich einmal anzuschauen, wer so alles in ihrem Bekanntenkreis selbständig ist und welche Leute so ihr eigenes Business aufbauen. Das sind in der Regel nicht alles Raketenforscher, also wieso sollte es mit der richtigen Idee und einem klugen Köpfchen (und der Organisiertheit und Stressresistenz einer Mutter!) nicht auch klappen? Mehr als scheitern kann man nicht. Und jede Festanstellung kann auch schnell in einer Kündigung enden. Also, traut euch! Die Belohnung ist sein eigener Chef sein, keine schiefen Blicke, wenn das Kind krank ist und oft sehr viel verständnisvollere Kunden, als es die Chefs jemals waren.

Bilder: Esther Eisenhardt

3 Comments
  • Stefanie Goß
    Posted at 09:03h, 31 Januar Antworten

    Liebe Nina, kannst du mir verraten, wo Du Dich damals weitergebildet hast? Lg Steffi

  • Monika Frauendorfer
    Posted at 12:39h, 17 März Antworten

    Liebe Nina, arbeitest du als Freelancer oder hast Du ein Gewerbe angemeldet?

  • Karolin
    Posted at 14:55h, 15 Dezember Antworten

    Liebe Nina, mich würde auch interessieren wo du dich weitergebildet hast. Es gibt so viele Anbieter und ich möchte gerne etwas seriöses und sinnvolles auswählen, was nicht unbedingt ein Vermögen kostet. Vielen Dank für deine Antwort! Liebe Grüße, Karolin

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