Pia | E-Commerce | 2 Kinder

Pia | E-Commerce | 2 Kinder

Fokussiere dich auf das was du am Besten kannst!

Wer bist du und was machst du?

Hallo, ich bin Pia Blessing, 2-fache Mutter und Gründerin von Fabulinus, einem Online-Shop für personalisierte Kinderprodukte. Mein Bestseller ist das Kinderbuch „Mein Name und Ich“, das ich selbst geschrieben und von einem Illustrator habe illustrieren lassen.

In diesem Buch wird anhand eines Tier-Alphabets der Vorname und Nachname eines Kindes zusammengestellt. Das Buch unterstützt Kinder beim Buchstabieren lernen und ist aber auch einfach ein tolles Tier-Bilderbuch. Außerdem biete ich eine Handvoll weiterer personalisierbarer Produkte an, wie zum Beispiel die coolen Kindergartentaschen von fräulein milla.

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Da mich das Thema Kinderbuch wirklich bewegt und ich meinen Jungs viel und gerne vorlese, führe ich außerdem den Kinderbuch-Blog, auf dem ich unsere Lieblingsbücher vorstelle.

Woher kam die Idee für dein Business? Wie bist du gestartet und wie hast du das finanziert?

Ich bin mit einer selbständigen Mutter (Fotografin, mit Studio zuhause) aufgewachsen – so war mir schon immer klar, dass man Job und Kinder selbständig am Besten vereinbaren kann. Meine Mutter war immer für uns da und konnte gleichzeitig „ihr Ding“ machen.

Als ich 2008 nach der Geburt meines ersten Kindes vor der Entscheidung stand, in die Unternehmensberatung zurück zu gehen, war mir und meinem Mann relativ schnell klar, dass dies zwar möglich ist, aber nicht unbedingt unserer Vorstellung von Familie entspricht. Also machte ich mich auf die Suche nach einer Geschäftsidee – und fand diese nach einigen Umwegen eher zufällig in Form eines personalisierten Kinderbuchs, das uns selbst geschenkt wurde.

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Die größte Herausforderung war es anfangs, die technischen Aspekte rund um den Buchdruck in Auflage 1 zu lösen. Doch nachdem ich hierfür eine Lösung gefunden hatte, konnte meinem Start-Up nichts mehr im Weg stehen.

Fabulinus ist privat finanziert – was natürlich zur Folge hat, dass ich mich mit kleineren Schritten bewege. So war zum Beispiel die erste Variante meines Onlineshops auch ziemlich basic. Mittlerweile habe ich die 3. Version gelauncht – und bin sehr stolz darauf, nun den Kunden eine komplette Vorschau Ihres Produktes bieten zu können.

Wie läuft es jetzt? Haben sich deine Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Die Bücher verkaufen sich sehr gut und ich bekomme tolles Feedback. Allerdings merke ich, dass ich selbst immer wieder in (mir selbst gestellte) Fallen tappe, die dazu führen, dass ich für Fabulinus weit weniger produktiv bin, als ich sollte – und dies schlägt sich natürlich immer wieder auf den Erfolg nieder.

Zu diesen Fallen gehörten in der Vergangenheit zum Beispiel andere Projekte, die ich angenommen habe, meine relativ schlechte Organisation im Fall von kranken Kindern, oder mein „Widerwillen“, Dinge an Externe zu vergeben – statt dessen „fuchse“ ich mich in alle möglichen Details selbst rein und erledige sie, anstatt mich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren und den Rest abzugeben.

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Aber ich will nicht jammern. Fabulinus wächst und wächst – und als Solopreneur muss man sich wohl mit wechselnder Arbeitsintensität abfinden. Immerhin habe ich es geschafft, den ziemlich aufwändigen Relaunch aus eigener Kraft zu stemmen.

Für dieses Jahr plane ich eine ganze Reihe neuer Produkte – darauf freue ich mich schon riesig. Und wer weiß, vielleicht erfüllt sich auch irgendwann mein Traum nach einem/ -r Geschäftspartner/ -in.

Wo und wie arbeitest du?

Ich arbeite von zu Hause aus – werde aber in diesem Jahr zumindest teilweise in ein Co-Working Space umziehen. Ich bin zwar zuhause relativ konzentriert bei der Sache, doch fehlt mir nach einigen Jahren des „Allein-Seins“ die soziale Komponente. Ich habe einfach wieder Lust, andere Leute beim Arbeiten zu treffen, mich auszutauschen und inspirieren zu lassen.

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Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Meine Kinder gehen in einen sehr guten Kindergarten, bzw. mittlerweile der Ältere in Schule und Hort, in dem sie theoretisch bis 17.00h gut versorgt sind. Allerdings sind natürlich trotzdem viele Nachmittage ab ca. 15.00h unterbrochen um die Jungs ins Fußballtraining oder zum Schwimmen zu bringen. Das bleibt in der Regel an mir hängen, da mein Mann beruflich viel unterwegs ist.

Mittlerweile funktioniert auch sehr gut, dass meine Jungs nachmittags zuhause miteinander oder mit Freunden spielen – und ich einfach im Büro weiter arbeite. Die Kinder genießen diese Zeit zuhause und sind so selbständig, dass ich zumindest wenig komplexe Dinge erledigen kann. Oft sitze ich natürlich trotzdem auch abends wieder am Schreibtisch, wenn die Kinder im Bett sind.

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Wir haben diverse Babysitter, die uns aber hauptsächlich abends unterstützen können. Für meinen Mann und mich sind regelmäßige Ausgeh-Abende sehr wichtig, und wir genießen die Zeit zu zweit außerhalb der eigenen vier Wände.

Und für Notfälle gibt es auch Großeltern – die zwar 1 Autostunde entfernt wohnen, so dass Hilfe nicht ganz spontan erfolgen kann, aber mit ein wenig Ankündigung gibt es immer eine Lösung.

Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Überlege dir gut, ob du allein oder mit Partner loslegen möchtest, denn der Anfang kann ganz schön zäh sein! Also ist es wichtig zu wissen, ob man dies selbst durchhält (bezüglich Motivation, Finanzen, Selbstbewusstsein, etc.) – oder lieber einen Partner an seiner Seite hätte. Bedenke: Im besten Fall treibt ein Partner an, unterstützt, verdoppelt die Geschwindigkeit – im schlimmsten Fall entmutigt er, will in andere Richtungen gehen oder arbeitet einfach komplett anders als man selbst.

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Außerdem finde ich es wichtig, sich genau zu überlegen, welche Leistungen man selbst erbringt und welche man nach außen vergibt. Natürlich hat man mit Eigenleistung seine Kosten besser im Griff und natürlich ist es typisch, dass man in einem Start-Up seine Hände überall im Spiel hat – aber als MomPreneur ist die Ressource Zeit leider begrenzt. Fokussiere dich auf die Dinge, die du am Besten kannst!

Und zu guter Letzt: Ich hatte in meinem Umfeld oft das Gefühl, dass man meine Selbständigkeit nicht ernst nimmt. Viele dachten eher so: na ja, die Mutti beschäftigt sich halt ein bisschen, damit ihr nicht langweilig ist. Lasst euch nicht entmutigen – und sucht euch die Gesellschaft, in der das, was ihr tut auch wertgeschätzt wird!

Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

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  • Webinare und Blogs– man kann wirklich jede Menge im Netz lernen. Ich mag sehr gerne die Webinare von Bloofusion zum Thema SEO oder den Blog von Sandra Holze zu Social Media, und und und…
  • X-Mind: Ein tolles gratis Tool, um in MindMaps seine Gedanken zu strukturieren.
  • Den Mann einspannen – wenn irgendwie möglich!

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Links:

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Blog: https://kinderbuch-blog.org

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Fotos: Pia Blessing

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