Sally | Kindermode | 1 Kind

Sally | Kindermode | 1 Kind

Hab‘ immer einen Notizzettel zur Hand!

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Sally Salzmann, Inhaberin des Second-Hand-Ladens ‚Das Engelhaus’, in dem ich seit November 2014 Kleidung in den Größen 50-128, aber auch Spielsachen, Bücher, Ausstattung, Geschenke und vereinzelt Möbel verkaufe. Ich bekomme die Sachen von anderen Mamis auf Kommissionsbasis und teile dann den Gewinn mit ihnen. Außerdem möchte ich bald noch unter die Bloggerinnen gehen.

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Woher kam die Idee für dein Business? Wie bist du gestartet und wie hast du das finanziert?

Als festangestellte Grafikerin in Teilzeit war ich ziemlich unglücklich, weil ich mich nur ‚geduldet’ fühlte, meine Arbeit aber in keinster Weise geschätzt wurde und ich eigentlich nur noch zwischen Büro und Kindergarten hin und her gehetzt bin. Die Idee für ‚Das Engelhaus’ kam mir dann mehr oder weniger über Nacht: Ich wollte gerne etwas mit oder für Kinder machen und war schon immer ein großer Flohmarkt-Fan. Das Kaufen und Verkaufen, der Trubel und die netten Gesprächen mit ‚Kunden’ machen mir einfach Spaß. Und in unserem Viertel gibt es sehr viele Kinder, aber keinen vergleichbaren Laden. Das Potential war also definitiv da! Nach Rücksprache mit einem Coach habe ich dann einen Businessplan erstellt und – weil ich keinen Kredit aufnehmen wollte – mein Sparkonto für die Erstanschaffungen über Ebay und zur Überbrückung der ersten Monate geplündert.

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Wie läuft es jetzt? Haben sich deine Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Ich habe viele Stammkunden und bekomme ausschließlich positives Feedback ‚meiner’ Mamas, was mich natürlich wahnsinnig freut. Weil mein Geschmack sich genau mit dem meiner Kunden deckt, bin ich inzwischen sogar in der glücklichen Situation, dass ich auswählen kann, was ich annehme und was nicht. Trotzdem ist es natürlich nach wie vor ein ‚Learning by doing’-Prozess. Mittlerweile habe ich jede Jahreszeit einmal im Laden erlebt und kann so besser auf die Wünsche meiner Kundinnen eingehen.

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Auch arbeite ich mehr als früher, aber ich fühle mich viel wohler und vor allem wertgeschätzt für das was ich tue. Mein Karma-Konto ist also definitiv voll, ich arbeite in einer tollen Atmosphäre und Stress gibt es hier so gut wie nie. Auf meinem Sparkonto sieht es aktuell leider (noch) nicht so rosig aus. Der Laden finanziert sich zwar selbst, Geld verdiene ich damit bis jetzt noch nicht. Ich denke aber, das ist normal am Anfang, schließlich muss man sich erst etablieren und bisher läuft 2016 sehr gut an. Außerdem spukt mir ja noch die Idee zu einem Blog in meinem Kopf rum, die ich dieses Jahr hoffentlich auch noch verwirklichen kann.

Wo und wie arbeitest du?

Meine Warenannahme mache ich zu den üblichen Öffnungszeiten im Laden. Und wenn es mal etwas ruhiger ist, versuche ich, auch den kompletten Papierkram dort zu erledigen damit ich so wenig Arbeit wie möglich mit nach Hause nehme. Natürlich wird aber am Wochenende oder am Abend auch mal ein Eintrag bei Facebook o.ä. gemacht. Natürlich nur, so lange Mann und Kind nicht drunter leiden.

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Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Mein Mann ist der Hauptverdiener und viel unterwegs, deshalb ist der Alltag mein Aufgabenbereich. Meine Arbeitszeiten richten sich nach den Betreuungszeiten meiner Tochter: Ich habe ähnliche Öffnungszeiten wie der Kindergarten. Ab 17 Uhr bin ich dann (fast) ausschließlich für mein Kind da. Und wenn der Kindergarten mal zu hat, unterstützt mich meine Schwiegermutter, die in der Nähe wohnt.

Außerdem springen auch mal Freundinnen z.B. bei Krankheit im Laden ein. Zudem habe ich den Bonus, dass ich meine Tochter notfalls auch mal in den Laden mitnehmen kann, was allerdings nur stundenweise funktioniert. Wenn sie alle neuen Spiele begutachtet hat, wird es ihr dann doch schnell zu langweilig…

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Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Besprich dich mit Freunden, die Ahnung haben von dem was du machen willst. Hole dir Tipps und Anregungen. Höre dir Ratschläge an, aber höre trotzdem immer auf DEIN Bauchgefühl. Sei mutig!

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Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

  • Habe immer einen Notizzettel (egal ob im Handy oder einen echten) zur Hand. So kriegst du deinen Kopf auch abends schnell wieder frei, wenn du dir eine Idee, Erinnerung o.ä. einfach aufschreibst.
  • Beauftrage einen Steuerberater & Coach fürs Finanzielle.
  • Mache Werbung – am besten ‚mouth to mouth’. Mir sind persönliche Empfehlungen sehr wichtig, da ich eine ‚familiäre’ Atmosphäre schaffen möchte.

Links

Website & Blog: https://www.dasengelhaus.com

Facebook: https://www.facebook.com/dasengelhaus

Google+: https://plus.google.com/108334027746109956349/posts

Bilder: Sally Salzmann

1 Comment
  • Kati Hofacker
    Posted at 08:35h, 09 Mai Antworten

    Liebe Sally, das freut mich so, dass Du aus der Mutter-Bashing-Maschine JOY aussteigen konntest. Ich weiß nicht, was die Menschen in diesen Redaktionen leitet, aber mir ging es seit Emilias Geburt genauso… Glückwunsch, Hut ab und zwei gedrückte Daumen! Liebe Grüße von Kati

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