Sandra | Recht | 2 Kinder

Sandra | Recht | 2 Kinder

Zeit und Energie gezielt investieren

Wer bist du und was machst du?

Hallo, ich bin Sandra! Rechtsanwältin, Bloggerin und seit neuestem Autorin.

Nachdem ich mehrere Jahre als Unternehmensjuristin tätig war, habe ich nach der Geburt meines ersten Kindes beschlossen als selbständige Anwältin zu arbeiten. Auslöser dafür war unter anderem, dass ich am ersten Tag nach der Elternzeit meinen Job verloren habe. Diese Erfahrung war bitter, hat aber gleichzeitig eine Menge Energie freigesetzt. So habe ich beschlossen neben meinem Job als Anwältin über Mütter- und Elternrechte zu bloggen smart-mama, ein Buch zu schreiben und mit Coworking Toddler eine Kita zu gründen, in der Eltern nebenan in einem Coworking Space arbeiten können.

Sandra Runge Rechtsanwältin Logo

Woher kam die Idee für dein Business?

Zu der Gründung meiner eigenen Kanzlei ermunterte mich mein damaliger Chef – ein eher ungewöhnlicher Weg. Wahrscheinlich hatte er schon vorhergesehen, dass die damaligen Gesellschafter nicht sehr familienfreundlich waren und sowohl ihn, als auch mir (am ersten Tag nach der Elternzeit!) kündigen würden.

Die Idee zu meinem Blog smart-mama  kam mir nach der Geburt meines 2. Kindes. Es fiel mir selbst als Juristin nicht immer leicht, mich durch den ganzen Gesetzes-, Formular- und Behördendschungel durchzukämpfen, mit dem man plötzlich als Mutter und Mompreneur konfrontiert wird. Dabei habe ich mich gewundert, warum es im Netz keine Plattform gibt, die (werdende) Mamas bei Rechtsfragen unterstützt. Irgendwann begann ich selber Pläne zu schmieden… Beim Lesen eines Mama-Blogs kam mir dann die Idee, das Projekt in Form eines Blogs umzusetzen. Ende Februar erscheint dazu auch das Buch zum Blog („Don’t worry, be Mami“). Das Buch ist ein Rechtsratgeber für Eltern, mit vielen Tipps und Tricks, beruhend auf einer wahren Geschichte. Darin erzähle ich auch die haarsträubende Geschichte, wie ich am ersten Tag nach der Elternzeit meinen Job verlor und schließlich den Weg als Mompreneur gewählt habe.

2016 kam dann ein weiteren Herzensprojekt hinzu: Die Gründung von Coworking Toddler – Deutschlands erste Kita mit Coworking Space. Ich habe mich damals mit einer Gruppe von Eltern zusammengetan mit dem Ziel einen Ort zu schaffen, an dem Kinder in der Nähe ihrer arbeitenden Eltern betreut werden können. Arbeit und Kinderbetreuung werden dort unter einem Dach vereint und verbunden. So können die Mütter zum Beispiel ihre Kinder weiter stillen und gemeinsam mit Kindern und Erziehern Mittag essen.

Wie bist du gestartet, wo stehst du?

Die Gründung der Anwaltskanzlei erfolgte 2007. Zu dieser Zeit habe ich noch Vollzeit in einer Festanstellung gearbeitet. Nach der Geburt meines 1. Kindes beschloss ich, die Kanzlei auszubauen und mich auf den Bereich Arbeitsrecht zu spezialisieren. Jetzt berate ich hauptsächlich Eltern zu den Themen Elternzeit, Elterngeld und Wiedereinstieg.

Coworking Toddler gibt es bisher erst einmal in Berlin, wir arbeiten derzeit daran das Konzept auszuweiten und planen weitere Standorte. Die Nachfrage ist immens.

Sandra Runge Rechtsanwältin Arbeit

Wo und wie arbeitest du?

Ich bin tatsächlich eine Arbeitsnomadin und habe verschiedene Arbeitsplätze:

Für meine anwaltliche Tätigkeit habe ich einen Platz in einer Bürogemeinschaft in Berlin-Mitte. Häufig arbeite ich auch im Coworking Space von Coworking Toddler und gelegentlich zu Hause im Home Office.

Seitdem mein Großer in der Schule ist, stehe ich sehr früh auf, so dass ich oft schon um 8:00 am Schreibtisch sitze. Früher habe ich häufig abends und nachts gearbeitet, das versuche ich zu vermeiden, da ich gemerkt habe, dass ich unbedingt Erholungsphasen brauche.

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Familie und Beruf zu vereinbaren ist für mich eine täglich neue Herausforderung. Erfahrungsgemäß klappt es am besten mit festen Regeln und Zeiten. Frühes Aufstehen, gemeinsame Planung und auch wenn es etwas spießig klingt, ein Familienkalender an der Wand mit einer Spalte für jedes Familienmitglied hilft den Überblick zu bewahren.

Mein Mann arbeitet auch selbständig, dass erleichtert natürlich vieles, weil wir in besonderen Situationen, z.B. kranke Kinder und Kitaschließtage sehr viel flexibler reagieren können.

Sandra Runge Rechtsanwältin Familie

Wir versuchen uns die Arbeit immer so einzuteilen, dass wir möglichst viel Zeit mit den Kindern verbringen können. Erwerbs- und Familienarbeit sind bei uns fast gleichmäßig verteilt. An zwei Tagen holt er die Kinder, an drei Tagen ich, zudem macht er den „Fahrdienst“ zu den Sportkursen. Seit kurzem haben wir auch ein Au-Pair, dass uns den Rücken freihält und entlastet. Es ist ein wunderbares Gefühl zu wissen, dass immer jemand da ist, der einspringen kann – und das man sich mit den Nachbarn auch einmal abends spontan auf ein Glas Rotwein treffen kann.

Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

­Man muss nicht gleich von 0 auf 100 durchstarten! Die Zeit und Energie die man hat, sollte fokussiert und gezielt eingesetzt werden. Ein neues Business ist wie eine Pflanze, die vorsichtig ausgesät wird, wächst und sich dabei verändert. Damit sie blüht und Früchte trägt bedarf es permanenter Pflege und Geduld – aber keiner Überdüngung. Und wenn man nicht weiter kommt, sollte man sich helfen lassen: Durch ein großes Netzwerk und gute Berater. Und ganz wichtig: Hauptsache man brennt mit Leib und Seele für eine Sache – dann kann einen sowieso nichts mehr aufhalten.

2 Comments
  • Esther Filgut
    Posted at 14:22h, 08 März Antworten

    Mir gefällt der Satz so gut „Es ist ein wunderbares Gefühl zu wissen, dass immer jemand da ist, der einspringen kann – und das man sich mit den Nachbarn auch einmal abends spontan auf ein Glas Rotwein treffen kann.“ Das kann ich so gut nachvollziehen als berufstätige Mama von 4 kleinen Kindern. Wir hatten mit Au Pairs leider keine guten Erfahrungen und haben jetzt eine Studentin als Mitbewohnerin, die uns ähnlich einem Au Pair unterstützt und nicht nach 12 Monaten wieder in ihr Heimatland muss. Vielleicht hilft das ja auch anderen Eltern: http://www.room-and-care.com. Ab 1.5.2017 können Eltern hier einfach und schnell den passenden Mitbewohner als Unterstützung im Alltag finden. Mit vielen Vorteilen gegenüber einem Au Pair: kein Visum, persönliches Kennenlernen, flexibler, günstiger, höhere Erfolgsquote,….

    • Michelle Bäßler
      Posted at 11:09h, 04 März Antworten

      Hallo Esther,

      verrückt, diese Idee hatte ich auch schon. Aber die Website habe ich da nicht gefunden. Ich bin mit Flugblättern losgezogen, aber hatte erst einmal kein Erfolg. Vielleicht wollte ich es auch nicht genug, aus Angst vor unserer Vermieterin. Jetzt haben wir seit 3 Wochen ein Aupair – mal sehen wie es läuft. Aber ich werde dem room and care sicherlich die nächste Chance geben! Vielen Dank für den Tip!

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