Tina | Literatur & Fernsehen | 1 Kind

Tina | Literatur & Fernsehen | 1 Kind

Hör auf dein Herz und mach deine Ideen wahr

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Tina Wolf, 43 Jahre alt, Mama von einem 9-Jährigen Sohn, Buchautorin, Moderatorin und TV-Redakteurin. Das klingt jetzt vielleicht erst mal nach sehr viel, ist es aber eigentlich nicht. Zumindest nicht mehr seitdem ich „frei“ bin. Früher musste ich teilweise aus dem Haus, wenn mein Sohn gerade aus dem Kindergarten kam (da die Sendung abends lief, für die ich gearbeitet habe. Und auch am Wochenende.)

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Das hat mich zerrissen. Jetzt arbeite ich von zu Hause aus. Ich schreibe Bücher und Sendungskonzepte und drehe hin und wieder Reportagen. Aber zu Zeiten, zu denen ich auch wirklich kann. Ohne mich zu zerreißen. Das „Problem“ ist jetzt eher, dass mir mein Radius (Schule, einkaufen, Haus und Garten) nicht reicht und mir die Decke manchmal auf den Kopf fällt. Aber die Zeit in die Stadt zu fahren, in ein schickes Gemeinschafts-Büro mit anderen Kreativen, die habe ich einfach nicht.

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Woher kam die Idee für dein Business? Wie bist du gestartet und wie hast du das finanziert?

Ich war 15 Jahre beim Fernsehen, erst als Festangestellte dann als Fest Freie Mitarbeiterin, habe beim NDR verschiedene Sendungen moderiert und Beiträge produziert. Parallel habe ich – vor allem in den letzten 6 Jahren – Bücher geschrieben. Als ich 2012 beim NDR aufhörte, habe ich angefangen als freie Redakteurin auf Fernsehproduktionen zuzugehen, habe Sendekonzepte angeboten, Reportagen gedreht. (Aktuell läuft jetzt am Samstag, den 23.7. im ZDF „Menschen – das Magazin“ eine Reportage von mir über den „Kupferhof“ hier in Hamburg) Mein Hauptfeld ist aber das Schreiben. (Meine Mops-Krimis erscheinen unter dem Pseudonym Fritzi Sommer.)

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Wie läuft es jetzt? Haben sich deine Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Ich muss zugeben, dass ich mit dem Schreiben bisher noch nicht so viel Geld verdiene, dass ich davon die Familie ernähren könnte. Aber es wird besser und ich bereue den Weg auf keinen Fall, denn ich wusste eigentlich immer – schon als Kind -, dass ich schreiben möchte. Aktuell entwickeln sich neue Ideen und Möglichkeiten, die mich darin bestärken, weil sie zeigen: Manches dauert und muss sich entwickeln, aber je klarer ich mit mir selbst bin und weiß, was ich will, umso besser läuft es. Und auf einmal kommen tolle Menschen, Illustratoren und sagen: „Ich habe Lust mit dir ein Buch zu machen!“

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Wo und wie arbeitest du?

Ich habe bei uns im Haus ein Arbeitszimmer, sitze aber meistens im Esszimmer am großen Tisch, weil ich da so schön in den Garten schauen kann – statt auf den Rechner 😉 Mich selbst organisieren ist eigentlich die größte Herausforderung, die ich habe.

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Oft ist es so, dass ich mich selbst mit dem Haushalt, Hund, Haus und Garten ablenke und dann nachher sage: „Ich komme zu nichts!“ Fakt ist aber: Man muss (müsste) sich einen Zeitplan machen und strengenter arbeiten. Das fällt mir persönlich leider noch recht schwer. Ich brauche immer einen gewissen Druck (Abgabetermin), um zu arbeiten.

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Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Wenn mein Sohn vormittags in der Schule ist „schmeiße“ ich den Haushalt, gehe mit dem Hund und versuche zum Schreiben zu kommen. Das gelingt mal und mal nicht. Einen Text zu überarbeiten ist kein Problem, das mache ich aus dem ff. Ein Buch/Manuskript zu schreiben, das geht nicht „einfach so“. Zumindest nicht bei mir. Da vergeht oft eine ganze Weile, bis es dann losgeht (nachdem der Rechner angemacht wurde).

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Und nicht selten sitze ich – so wie jetzt – nach 20:30, 21:00 Uhr erst am Rechner, weil ich dann die nötige Ruhe habe…. Außerdem habe ich in sämtlichen Urlauben der vergangenen Jahre immer meinen Rechner mitgehabt und meinen Mann samt Sohn regelmäßig aus dem Hotelzimmer geworfen und zu Ausflügen jeglicher Art geschickt, um zu schreiben, weil ich eben zu Hause „zu nichts komme“. Das Gute: Die beiden hatten immer eine tolle Zeit zusammen und ich habe endlich etwas geschafft.

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Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Auch, wenn das hier vielleicht nicht so passt, aber ich muss es einmal sagen: Mach dich selbständig, hör auf dein Herz und mach deine Ideen wahr. Aber denk auch immer daran, warum du Kinder bekommen hast…

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Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

  1. Auf alle Fälle gehört sicher ein guter Zeitplan dazu, wenn man wirklich etwas schaffen will. Und: Die Kunst, sich nicht ablenken zu lassen.
  2. Wer von zu Hause aus / am Rechner arbeitet, der sollte sich vornehmen morgens einmal kurz die „Nachrichtenlage“ zu checken, es dann aber wirklich zu lassen (oder gar nicht erst zu öffnen). Social Media sind einfach Zeitvampire 😉
  3. Ich hatte zwischendurch sogar mal überlegt mir an meine Arbeitszimmertür (für mich selbst) ein Schild mit den Büro-Öffnungszeiten zu hängen. In der Redaktion war ich früher schließlich auch immer pünktlich und habe nicht die ganze Zeit bei facebook geguckt was wer, wann gerade gemacht hat!

Links

Websitehttps://www.tinawolf.net/

Facebookhttps://www.facebook.com/AutorinTinaWolf/

Xinghttps://www.xing.com/profile/Tina_Wolf11

Reportagen von Tina Wolf: „Ferien auf dem Kupferhof“ und „So viel Leben

Bilder: Thomas Berg/Kiel, Tina Wolf

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