4 Maßnahmen, die du noch heute für deine Altersvorsorge ergreifen kannst!

4 Maßnahmen, die du noch heute für deine Altersvorsorge ergreifen kannst!

Für uns MomPreneurs stellt sich direkt nach den ganz großen Fragen „Wie bringe ich Kinder und Selbständigkeit unter einen Hut?“ und „Wie kann ich mit meiner Unternehmung (genug) Geld verdienen?“ die Thematik „Altersvorsorge“ als Herausforderung dar. Alles andere als leicht: So viele Möglichkeiten, so viele Ratschläge, so viele Horrorgeschichten, so wenig Geld zum Sparen!

Aber es gibt ein paar Dinge, die Du noch heute – jetzt und sofort – tun kannst, um dich in Sachen Altersvorsorge ein großes Stück weiter zu bringen:

1. Revolutioniere deinen Wortschatz

Solange Du die Idee, dich um deine Altersvorsorge zu kümmern, als Belastung empfindest, so lange wirst du nicht mit Begeisterung und Tatkraft an das Thema rangehen. Streiche das Wort „Altersvorsorge“ ersatzlos aus Deinem Wortschatz! Du bist jung, du bist selbständig, du hast Kinder – weder dein Kopf, noch dein Herz sind ernsthaft dazu bereit, sich damit zu beschäftigen, dass du irgendwann einmal alt sein wirst, vielleicht sogar gebrechlich. Du stehst mitten in oder am Anfang deiner Karriere als Selbständige und hast wichtigeres im Kopf, als darüber nachzudenken was passiert, wenn du dein Geschäft als Oma schließt.

[Tweet „Altwerden macht Angst und Angst ist ein ganz schlechter Ratgeber.“]

Auch das mit der Vor-Sorge ist ziemlich tricky: Du hast mit Sicherheit aktuelle Sorgen: echten Leidensdruck und reale Probleme, die zu lösen sind. Und jetzt sollst du dir on top noch zusätzliche Sorgen machen um Dinge, die in weiter Zukunft vielleicht passieren – oder auch nicht. Ich finde es logisch, dass kein Mensch Lust dazu hat, sich noch weitere Sorgen ans Bein zu heften. Auch wenn es theoretisch noch so wichtig und richtig erscheint: Du kannst dein Gehirn nicht mit Vernunft dazu zwingen, sich freudig und motiviert mit etwas zu beschäftigen, was dich belastet und sogar Angst macht.

Also lass es einfach! Ich schlage dir vor, stattdessen künftig das Wort „Vermögensaufbau“ zu benutzen.  Vermögensaufbau – das ist ein Wort, dass zu einer Mompreneur passt, ein Schuh, in den du hereinwachsen kannst. Aufbau. Ja, das ist es doch, was Du gerade tust! Du baust auf: Dein Leben als selbständige Frau, als Mutter, als Unternehmerin. Damit kann Dein Hirn sich identifizieren, das ist real und liegt im hier und heute.

Und auch in „Vermögen“ steckt viel positives drin: Wer etwas zu tun vermag, hat die Macht, den Mut und die Möglichkeit dazu. Du hast es schon vermocht Kind(er) auf die Welt zu bringen. Du vermagst es, gleichzeitig selbständig und Mutter, Frau, Tochter und Freundin zu sein.  Du bist mutig, Du hast Eigenmacht, Du nutzt deine Möglichkeiten – und du magst, was Du tust. Hier ist kein Platz für Angst. Vermögensaufbau ist also die Altersvorsorge für Selbständige.

Ersetze ab heute in jedem Artikel, jedem Buch, bei jedem Finanzgespräch die Worte und schau mal, was das mit Dir macht.
Arbeite auf Deinen Vermögensaufbau hin und genieße die Freiheit, die du damit hast: Du bist Unternehmerin, du hast Möglichkeiten, du hast Mut – dann wirst Du auch die Eigenmacht nutzen, dir so viel Vermögen anzuschaffen, dass du dir keine Sorgen darüber machen musst, alt zu werden.

Während diese erste Maßnahme eher ein Trick ist, Dein Hirn zu überlisten (Taten folgen nämlich auch Worten, nicht nur umgekehrt) ist die nächste Maßnahme eine echte Mindset-Aufgabe:

2. Revolutioniere deine Selbstsicht

Für MomPreneurs sind die Prioritäten normalerweise klar geregelt: Zuerst kommen die Kinder, dann die Familie, dann das Unternehmen und dann „ich“. Die letzten beiden Prioritäten sind – je nach Gewinnerzielungsabsicht und Zeitaufwand für die Unternehmung – manchmal vertauscht, aber an erster Stelle stehen für jede Mutter erst mal ihre Kinder. Und da Mütter meistens keine halben Sachen machen, neigen sie auch dazu, diese Priorisierung auch in Sachen Geld fortzuführen.

Wie sieht das bei Dir aus?  Ist das Sparbuch Deines Kindes dicker als Dein eigenes? Bezahlst Du trotz knapper Kasse mit dem selbstlosen Gedanken „Hach, es ist ja fürs Kind!“ klaglos irgendwelche Ausbildungsversicherungen oder Sparverträge? Oder – wenn du es nicht tust, hast du ständig das Gefühl, du müsstest es eigentlich tun (wenn du es könntest)?

Hör‘ damit auf! Lass es sein, denn es tut weder Dir, noch Deinem Kind gut. Belaste Deine Kinder nicht mit den Gedanken daran, was du für sie geopfert hast. Außerdem: Im Alter haften die Kinder für ihre Eltern. Was glaubst du, wie ihr euch alle fühlt, wenn die Rechnung vom Pflegeheim später an die Kinder geht, weil du nicht genug Vermögen hast, sie zu bezahlen? Die Ideologie, die hinter dem Satz „Kind, du sollst es einmal besser haben!“ steckt, gehört in alte Filme. Solche Handlungen und Sichtweisen sind aus dem letzten Jahrhundert, sie entspringen einem alten Frauen- und Rollenbild, welches in der heutigen Zeit sowohl aus emanzipatorischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht vollkommen überholt ist.

Heutige, aufgeklärte und moderne Frauen – erst recht Unternehmerinnen! – fördern und fordern ihre Kinder nicht mehr, indem sie sich selbst Geld vom Mund absparen. Sie fördern sie, indem sie ihnen die bestmögliche Ausbildung und Erziehung zukommen lassen, indem sie sie zur Selbständigkeit und zur Eigenverantwortung erziehen – und indem sie ihnen vorleben, was es heißt, ein reiches, erfülltes Leben zu leben.

Deshalb möchte ich dich einladen, gerade hier, jetzt und heute einen echten und gesunden finanziellen Egoismus zu entwickeln:
Stell Dich in Geldsachen an erste Stelle. Noch vor die Kinder. Du kennst doch sicher die Sicherheits-Filmchen im Flugzeug? Hier wird dir eindringlich geraten, bei einem Druckverlust in der Kabine zuerst dir selbst die Atemmaske anzuziehen, bevor du sie deinem Kind anziehst. Warum das so ist, ist klar: Nur wenn Du selbst fit und gesund bist, bist Du in der Lage, Schwächeren zu helfen – und in deinem Langstreckenflug mit dem Ziel „Erfolgreiche Mompreneur“ läuft es genauso.

Baue zuerst Dein eigenes Vermögen auf. Damit kannst Du Deinen Kindern immer noch helfen, sollte es nötig sein!

3. Lichte Deinen Wald

Jetzt bekommen Deine Hände auch noch etwas zu tun. Ich schätze du weißt, dass eine grobe Bestandsaufnahme der Anfang einer jeden Finanzplanung ist. Weil ich mir aber denken kann, dass du nicht viel Lust dazu hast, eine ordentliche Excel-Liste anzulegen, biete ich dir dafür eine knappe 1 Stunden-Abkürzung an: Schnapp Dir deine Kontoauszüge eines ganzen Jahres und schau sie dir bewusst an.

Bei allen Abbuchungen für Banken, Versicherungen oder Fondsgesellschaften, bei denen Du nicht sofort ein deutliches „Ja, das ist für … und ich habe das abgeschlossen, weil…“ in Dir hörst – suchst du dir die Unterlagen dazu raus. Wenn dir nach kurzer Durchsicht dieser Unterlagen immer noch nicht glasklar ist, warum du dieses Produkt hast und wie es funktioniert: Pack es auf einen extra-Stapel. Das sind die Finanzprodukte, die du klären musst. Später.

Lass den Stapel vorerst einfach gut sichtbar auf deinem Schreibtisch liegen. Er wird in deinem Unterbewusstsein nagen und dich nach ein paar Tagen dermaßen nerven, dass du dich entweder reinkniest oder deine/n Berater/in für einen Termin anrufst. Aber etwas anderes kannst du gleich tun: Koche dir eine frische Tasse Kaffee und setz dich mit einem Block und einem Taschenrechner an deinen Tisch und schreibe dir auf, was es kostet, wenn du ohne Einschränkung so leben würdest, wie du leben willst!

Du bist nämlich jetzt gerade so schön in deinen Soll- und Haben-Buchungen drin und hast einen recht genauen Überblick, was dein Leben momentan kostet – also kannst du eine weitere halbe Stunde des Wald-Lichtens damit verbringen, dir darüber klar zu werden, was es für dich heißt, ein Vermögen zu haben. Die Kinder und dein Unternehmen lass dabei außen vor – denn später gehen beide zumindest finanziell ihren eigenen Weg.

Also: Wieviel kostet deine Wohnung, in der du dich wohlfühlst? Wie teuer sind die Reisen, die du machen willst? Wo kaufst du deine Lebensmittel ein und wie oft magst du in welchen Restaurants essen gehen? Welche Art Kleider willst du tragen, wie viel kosten deine Hobbies? Fühl dich rein in dein Leben, in dem Geld die Rolle spielt, die es spielen sollte: Es dient Dir, nicht du ihm.

Wenn Du jetzt nicht in haltlose Spinnerei gefallen bist (davon gehe ich nicht aus, nach meiner Erfahrung sind die meisten MomPreneurs nämlich keine Frauen, die mit Konsum ein leeres Leben kompensieren), kommt am Ende dieser Liste eine Zahl heraus, die deinen zukünftigen monatlichen Geldverbrauch darstellt.

Falls dich die Zahl ängstigt oder sie utopisch erscheint: Hey, sie ist nicht in Stein gemeißelt. Sie ist kein Imperativ, den du erfüllen musst. Sie ist vielmehr wie die geplante 5-Jahres-Gewinnzahl in dem Businessplan, den du am Anfang deiner Unternehmung geschrieben hattest: Sie gibt dir die Richtung an, die dein Vermögensaufbau nehmen wird und dient dir als Orientierungslinie im Finanzwald. Nach diesem Kaffee darfst du dir auf die Schulter klopfen, denn Du hast gleich drei wichtige Grundvoraussetzungen für deine Altersvorsorge (ersetzen!) geleistet:

Du weißt, was Du hast. Du weißt, was Du nicht weißt. Und Du weißt, wo du hinwillst.

Der letzte Punkt ist jetzt noch das Sahnehäubchen auf der Torte deines heutigen Finanztags, denn wenn der Tag bisher erfolgreich und der Artikel hilfreich war, dann hast du jetzt Feuer gefangen, bist im Flow.

4. Fang einfach an. Heute.

Du hast online-Banking, nehme ich an? Dann kommt jetzt ein letzter revolutionärer, geradezu verrückter Vorschlag für dich:
Richte jetzt sofort ein Sparbuch oder Tagesgeld bei deiner Bank ein und steuere einen Dauerauftrag drauf. Der Dauerauftrag soll immer zum Anfang deines Rechnungsmonats abgebucht werden und die Summe – ja, die Summe bestimmst du 20% höher als das, was dein Verstand ausgerechnet und dein Bauch dir zugeflüstert hat. Hast Du bei aller Liebe nur 10,- € Budget im Monat frei, mach 12,- € daraus. Willst Du 200,- € zur Seite legen, mach 240,- € daraus usw.

Denk nicht lange nach, mach es einfach. Das Geld nimmt Dir niemand weg, es gehört dir – und wenn du es doch unbedingt brauchst, so kannst du es dir jederzeit wieder auf dein Girokonto umbuchen. Du wirst sehen, wenn nicht alle Stricke reißen, so merkst du spätestens in drei Monaten die Summe nicht mehr, die „fehlt“.

Es ist ein Anfang – und ein recht gutes Ergebnis für deinen ersten Tag in Sachen „Vermögensaufbau“.

Zur Autorin

Anette Weiß ist Mutter von zwei fast schon erwachsenen Kindern. Sie lebt mit ihrem Mann, den Kindern, Katz` und Hund in Saarbrücken, direkt an der französischen Grenze. Anette ist Finanzexpertin und bietet Coaching, Schulung, Workshops und Online-Kurse in praktischem Finanzwissen für UnternehmerInnen und Privatpersonen an. Mehr über Anette erfährst du auf Ihrer Webseite: www.geldwert-finanz.de

 

Titelbild: goodluz/Shutterstock.com

12 Comments
  • Nina Günther
    Posted at 11:58h, 17 Mai Antworten

    Anette weiß wovon sie spricht und genau dafür schätze und mag ich sie. Uneingeschränkte Empfehlung!

    • Anette
      Posted at 07:59h, 18 Mai Antworten

      Dankeschön, liebe Nina! 🙂

    • Anette
      Posted at 04:57h, 23 Mai Antworten

      Vielen Dank für Deine Empfehlung, liebe Nina! 🙂

  • Diana
    Posted at 12:55h, 17 Mai Antworten

    Danke für diesen wirklich tollen Beitrag!!!

    • Anette
      Posted at 07:58h, 18 Mai Antworten

      Gerne. Ich freue mich, dass er Dir gefällt und hoffe, er bringt Dich weiter. 🙂

      LG
      Anette

  • Katja Schönefeld
    Posted at 13:24h, 17 Mai Antworten

    Huhu,

    ein sehr spannendes Thema! Danke Anette für deine Motivation. 🙂

    Eine Frage habe ich allerdings: Ist es ratsam derzeit noch Geld bei Banken anzulegen, wenn die mit negativ-Zinsen drohen? Ich weiß, derzeit sollen Privatpersonen davon noch nicht betroffen sein, aber wer weiß, wie das ist einigen Wochen, Monaten, Jahren ist? *nachdenk*

    Liebe Grüße,
    Katja

    • Anette
      Posted at 07:56h, 18 Mai Antworten

      Hallo Katja!

      Es freut mich, wenn ich Dich motvieren konnte! 🙂
      Zur Anlagefrage – gibt es mal wieder keine richtige oder falsche Antwort, sondern nur eine für Dich richtige Antwort.
      Prinzipiell sind Bankgelder momentan schlicht nicht rentabel, das ist absolut richtig – es kommt aber auf Dein Gesamtkonzept an, ob es doch sinnvoll ist, einen (kleineren) Teil Deines Geldes trotzdem bei der Bank zu lassen: Es wäre sehr ärgerlich, wenn Du z. Bsp. einen Fonds, der gerade besonders gut (oder besonders schlecht, je nach Portfoliostruktur) läuft, verkaufen müsstest, nur weil Du eine neue Waschmaschine brauchst.
      Ich kann Dir gerne sagen, wie ich es im Augenblick für mich halte: Ich habe einen Notgroschen für die alltäglichen Katastrophen auf dem Tagesgeld liegen und nehme in Kauf, dass ich dafür evtl. bald auch Sollzinsen zahlen werde. Die unkomplizierte und schnelle Verfügbarkeit ist es mir für diesen Teil des wert.
      Konnte ich Dir weiterhelfen?

      Liebe Grüße schickt
      Anette

  • Annette Bauer - Coaching & Training
    Posted at 21:20h, 18 Mai Antworten

    Lb Annette, das war ja ganz anders, als ich erwartet habe 🙂 DANKE.
    Ich werde dann mal einen Dauerauftrag auf ein neues Sparkonto „lenken“. Ich finde es klasse, das bei dir gilt: Kleinfieh macht auch Mist! Ja, wenn es erst mal nur für den 10er reicht, ist das so.

    Ganz liebe Grüße von Annette aus Köln an Annette aus Saarbrücken (meiner Geburtsstadt)

    • Anette
      Posted at 11:36h, 20 Mai Antworten

      Hallo Annette!

      Der „erhobene Zeigefinger“ und das „Du musst!“ der etablierten Beratungsindustrie ist meiner Meinung nach heute nicht mehr zeitgemäß, außerdem bringt es nichts und geht mir persönlich ganz schön auf die Nerven – deshalb versuche ich, ganz andere Wege zu gehen und lieber zu begeistern statt zu erschrecken. 😉
      Es freut mich wenn Dir gefällt, dass man auch ganz anders an das Thema herangehen kann.

      LG
      Anette

  • Martina
    Posted at 08:04h, 19 Mai Antworten

    Sehr, sehr, sehr genialer Artikel! Danke!

    • Anette
      Posted at 14:53h, 30 Mai Antworten

      🙂 Freut mich sehr!
      Bitteschön!

  • Babett Grün
    Posted at 12:45h, 15 September Antworten

    Liebe Anette,
    Ich stimme dir bei allen Punkten uneingeschränkt zu. Sehr schön geschrieben. Danke!

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