Wie mache ich meinen Schweinehund zu meinem Sportsfreund? – Teil 1

Madeleine Ullrich Gastartikel Schweinehund Teil 1

Wie mache ich meinen Schweinehund zu meinem Sportsfreund? – Teil 1

Es ist mal wieder Januar und deine Vorsätze beinhalten (mal wieder) mehr Sport?

Du möchtest nicht mehr passives Mitglied im Fitnessstudio sein,

sondern 3 Mal in der Woche aktiv dort trainieren?

Du möchtest wieder öfters deine Laufschuhe schnüren?

Aber innerlich weißt du gar nicht so richtig, wieso du das eigentlich möchtest?

Es ist ja Januar und da gehört es schließlich dazu neue Vorsätze zu knüpfen?!

Und es gehört auch dazu, dass diese wieder gebrochen werden, so wie jedes Jahr. Denn schließlich gibt es ja noch diese Stimme in dir, die gar nicht damit einverstanden ist, dass du dich sportlich betätigen möchtest. Diese Stimme übertönt all deine Argumente, die wahrscheinlich wie folgt lauten

  • „aber das habe ich mir doch vorgenommen“,
  • „meine Nachbarin geht doch auch ins Fitnessstudio, also muss ich das auch tun“,
  • „aber ich habe doch während der Weihnachtszeit zugenommen, das muss ich doch jetzt wieder abtrainieren“ usw.

mit einem einzigen Satz:

  • „Komm, bleib doch auf der Couch!“

Und was passiert? Du hörst auf diese Stimme und du bleibst wirklich auf der Couch!

Somit ist deine positive Absicht (mehr) Sport zu treiben, deiner inneren Stimme zum Opfer gefallen. Damit du kein schlechtes Gewissen bekommst, liefert dir deine innere Stimme auch gleich noch kleine Ausreden, wieso denn das Vorhaben auf einen späteren (und meist nur vage definierten) Zeitraum verlegt werden soll. Diese Argumentationshilfen, die dir die Rechtfertigung geben, dass du auf der Couch bleiben darfst, lauten meiner Erfahrung nach meist wie folgt:

  • „Du hattest doch heute einen stressigen Arbeitstag, jetzt brauchst du Ruhe“,
  • „Was ist, wenn die Kinder heute Nacht nicht schlafen, dann musst du doch ausgeruht sein?“,
  • „Draußen ist es kalt und regnerisch, da wirst du ja noch krank“,
  • „Du brauchst jetzt endlich mal Zeit für dich“ oder auch
  • „Morgen ist doch auch noch ein Tag“.

Dir kommt dieses Szenario bekannt vor?

Kein Wunder, denn so geht es fast allen unseren Mitmenschen.

Die meisten wissen aber gar nicht, wer da eigentlich mit einem spricht und wieso diese Stimme auch noch so eine Abneigung gegen Sport hat. Sie bleiben einfach auf der Couch, ohne das Ganze zu hinterfragen.

Ich kann für dich zwar nicht ins Fitnessstudio gehen oder die Laufschuhe schnüren, aber ich habe zwei gute Nachrichten:

  • Diese Stimme, die dich davon abhält, sportlich aktiv zu sein, kommt nicht von irgendwo, du kannst ihr sogar einen eigenen Namen geben. Diese Stimme gehört deinem inneren Schweinehund.
  • Dieser ominöse innere Schweinehund ist gar nicht so böse, wie wir immer alle denken – er möchte im Grunde nur unser Bestes. Aber oft wissen wir gar nicht, was eigentlich unser „Bestes“ ist und daran scheitert auch meist unser Vorhaben sportlich aktiv zu sein.

Um deinen inneren Schweinehund zu deinem besten Sportsfreund zu machen, unterstütze ich dich nun mit einer Strategie inkl. Inspirationen & Tipps, um dein individuelles „Bestes“ herauszufinden.

1. Deine Lebensvision

Der Rahmen deines individuellen „Besten“ ist deine Lebensvision.

Kennst du diese schon?

Falls nicht, stelle dir gerne folgende Inspirationsfragen, um deine persönliche Vision aus deinem Unterbewusstsein ans Tageslicht zu bringen:

  • Wofür stehe ich jeden Tag auf? Wofür brenne ich? Was ist meine wahre Begeisterung?
  • Wie sieht mein 70-/80-/90-jähriges Ich aus? Wie fühlt es sich? Was denkt es? Was hat es erreicht?
  • Unter welchem Dach kann ich meine gesetzten Ziele zusammenfassen?

Deine Lebensvision ist die Summe (und noch viel mehr) all deiner täglichen und längerfristig orientierten Ziele. Wohin führen dich deine Ziele? Zu welchem Menschen (körperlich & geistig) entwickelst du dich, während du deine Ziele verfolgst?

Idealerweise deckt deine Lebensvision auch alle Lebensbereiche ab (Gesundheit, Familie, Finanzen, Beruf, …), denn am Ende bedingt sich jeder Bereich und profitiert vom Erfolg des anderen.

Wenn du deine Lebensvision für dich entwickelt hast, hast du ein genaues Bild vor Augen, wohin du strebst. Versetze dich so oft wie möglich in diese Vision, sodass du die Gedanken und Gefühle deines Zukunfts-Ich so real wie möglich wahrnehmen kannst. Umso realer du deine Zukunft visualisierst, umso mehr wirst du den Wunsch verspüren, dass dies auch wirklich Realität wird. Umso mehr du diesen Wunsch verspürst, umso mehr wirst du auch bereit sein, HEUTE in die Umsetzung zu gehen, um diese Realität auch zu erschaffen.

Ich empfehle dir eine übergeordnete Vision zu definieren sowie einzelne Lebensvisionen für alle Lebensbereiche. Dieser Artikel konzentriert sich auf den Bereich „Gesundheit und körperliche Fitness“, die folgenden Strategien können aber ohne weiteres auf andere Lebensbereiche adaptiert angewendet werden.

Wieso eine Vision kein Ziel ist, sondern du heute schon beginnen kannst sie zu leben und erleben, erkläre ich dir im Folgenden:

Um mit 80 Jahren noch aktiv und fit zu sein, mit dem Fahrrad zum Einkaufen und mit den Enkeln auf dem Spielplatz zu tollen, braucht es eine gewisse Grundfitness und gesunde Gelenke. Die bittere Wahrheit jedoch ist, dass wir das nicht erreichen, wenn wir auf der Couch bleiben, anstatt uns zu bewegen. Und es ist auch nicht zielführend, wenn wir die Verschiebungstaktik anwenden und erst mit 79 Jahren beginnen, uns täglich zu bewegen. Fakt ist, wir müssen HEUTE beginnen, um unsere Lebensvision zu erschaffen und sie JETZT beginnen zu (er)leben.

Das Schöne an einer Lebensvision ist, dass wir sie Schritt für Schritt aufbauen und somit täglich von ihrer Kraft, die sie in uns auslöst, profitieren. Unsere Lebensvision ist nicht mit einem Ziel gleichzusetzen, denn sie hat kein Ende. Das Ziel besteht eher darin, dass wir unsere eigene Lebensvision täglich leben, anstatt sie zum Tag X erreicht zu haben.

Die Lebensvision ist mit einem Lebensgefühl gleichzusetzen.

Vielleicht hilft dir dieser Gedanke, um deine eigene Vision nicht als Ziel, sondern als Zustand zu formulieren?

Denn was wäre, wenn wir unsere Lebensvision plötzlich wie ein Ziel erreicht hätten?

Dann würde sich der Kreis wie ein Hamsterrad schließen und wir bräuchten eine neue Lebensvision. Alleine der Gedanke an eine zweite oder dritte Lebensvision ist schon widersprüchlich, oder?

Auf der anderen Seite ist jedoch natürlich auch Offenheit der eigenen Lebensvision gegenüber gefragt. Sie stellt nichts Statisches dar. Solltest du an einen Punkt gelangen, wo du deine Lebensvision (aufgrund von neuen Erfahrungen, persönlicher Weiterentwicklung etc.) anpassen oder auch ändern möchtest, tue das. Aufgrund unseres persönlichen Wachstums ist es meinen Erfahrungen nach meistens der Fall, dass wir unsere Lebensvision vor allem verfeinern, da auch unsere Gedanken bzgl. unserer Zukunft immer klarer werden.

Madeleine Ullrich Lebensvision

Nächste Woche erfährst du, wie du deine Lebensvision nutzen kannst, um dich mit deinem Sportsfreund anzufreunden. Bis dahin – falls du noch keine Lebensvision hast- mache dir konkrete Gedanken zu deiner ganz persönlichen Lebensvision und formuliere sie so detailliert wie möglich.

 

Zur Autorin

Madeleine UllrichMadeleine Ullrich
Sportmanagerin, sportpsychologische Beraterin und  Heilpraktikerin für Psychotherapie (in Ausbildung)

Über mich:
Ich bin Sportlerin aus Leidenschaft und sportpsychologische Beraterin mit Herz. Ich bin verliebt in meine Vision, dass du langfristig deine volle Begeisterung im Sport lebst und erlebst und durch die neu gewonnen Energie auch deine persönlichen Erfolge in allen Lebensebenen feiern darfst.

Website: Erfolgdurchbegeisterung.de

Instagram: flow_maddy 

1 Comment
  • Gundula U.
    Posted at 20:25h, 16 Januar Antworten

    Sehr interessante strategische Ansätze zum Thema Motivation im Sport und im Leben!

    Vielen lieben Dank für den einsichtsvollen und inspirierenden Artikel, ich freu mich bereits auf nächsten Teil!

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