Warum du in deine persönlichen Beziehungen investieren musst

Warum du in deine persönlichen Beziehungen investieren musst

Neulich habe ich mit einem alten Freund telefoniert, der nebenbei erwähnte, dass seine Frau sich gerade von ihm trennen möchte. Das tat mir echt leid. Inzwischen kenne ich einige MomPreneurs, die alleinerziehend sind oder sich zumindest so fühlen, weil sie eh alles alleine machen wuppen. Wenn dann auch noch die Kinder nicht „mitspielen“ ist leicht ein Moment erreicht, an dem du dich von allen verlassen fühlst.

Nicht selten sind es genau diese Momente, in denen einfach nichts mehr geht und zuhause alles andere als „Friede, Freude, Eierkuchen“ herrscht. Es brennt! Zumindest in der Luft, wenn der „Kampf“ ausbricht. Sei es über die liegengebliebene Wäsche, der leere Kühlschrank, die fehlende oder nicht ausreichend herzliche Begrüßung oder einfach nur die Kraftlosigkeit und das Gefühl: „Musst du jetzt auch noch auf mir rumhacken?“

Vielleicht atmest du in diesem Moment auf und denkst. Ja! Genauso fühle ich mich! Aber so einfach ist es nicht. Tut mir leid. Wie bei den meisten Dingen im Leben gibt es auch hier die andere Seite. Weil wir das im Eifer des MomPreneur-Wahnsinn-Gefechts leicht vergessen können, möchte ich heute einfach mal die Fronten wechseln und mich in die Lage „der anderen“ versetzen.

Keine Sorge, ich will kein Salz in die Wunde streuen und dich auch nicht ärgern. Ich will dir vielmehr vor Augen führen, dass du nur glücklich und erfolgreich sein kannst, wenn dein Partner und deine Familie es auch sind. Andauernde Kämpfe zuhause kosten nicht nur dich und deine Gegner Lieben Kraft. Früher oder später leidet auch dein Business! Das Ergebnis: Lose-Lose anstatt Win-Win.

Was steckt also dahinter? Warum brennt es so oft in (MomPreneurs) Haushalten? Und noch viel wichtiger: Wie kannst du das vermeiden?

Zeit, die Fronten zu klären!

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Denkst du wirklich, dass dein Partner, deine beste Freundin, deine Mutter oder sogar deine Kinder gegen dich sind? Glaubst du wirklich, dass sie dir und deinen geschäftlichen Plänen Steine in den Weg legen wollen? In seltenen Fällen mag das so sein (und dann macht es wahrscheinlich tatsächlich Sinn die Reißleine zu ziehen), aber ich bin fest davon überzeugt, dass das zumeist nicht der Fall ist!

In der Regel steckt etwas ganz anderes dahinter. Nach Tony Robbins stecken die „6 menschlichen (Grund-) Bedürfnisse“ dahinter. Sie erklären, warum wir das tun was wir tun und warum es in zwischenmenschlichen Beziehungen immer wieder „brennt“.

Diese 6 Grund-Bedürfnisse sind:

  1. Sicherheit: Das Bedürfnis, sich sicher zu fühlen. Sei es finanzielle Sicherheit, ein sicheres Umfeld oder einfach die Tatsache, dass wir genau wissen was um uns herum passiert.
  2. Abwechslung: Das Bedürfnis, andere und neue Dinge zu erleben. Kurzum: den eigenen Horizont zu erweitern.
  3. Anerkennung & Aufmerksamkeit: Das Bedürfnis, für andere wichtig, gebraucht, geschätzt zu sein.
  4. Liebe & Verbindung: Das Bedürfnis, geliebt zu werden und sich mit anderen Menschen verbunden zu fühlen.
  5. Persönliches Wachstum: Das Bedürfnis, stetig zu wachsen und sich intellektuell und emotional weiterzuentwickeln.
  6. Beitrag leisten: Das Bedürfnis, nicht nur für sich, sondern auch für andere Menschen einen Beitrag/Mehrwert zu leisten und etwas zu bewegen.

Für dein Business ist es wichtig, dass du dich regelmäßig in deine Kunden hineinversetzt, um ihre Bedürfnisse und Herausforderungen besser zu bedienen.

Heute machen wir das einfach mal für deinen Partner und/oder deine Familie

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Wenn die Luft brennt, dann kann das daran liegen, dass eines dieser 6 Grundbedürfnisse schon eine ganze Weile zu kurz gekommen sind.

Vielleicht ist dein Partner deswegen traurig oder frustriert? Vielleicht wünscht er sich Liebe und Aufmerksamkeit von dir, während du diese voll und ganz in dein Business steckst, weil für dich finanzielle Sicherheit, berufliche Anerkennung (nein – dein Business ist kein Hobby!), Abwechslung oder Wachstum („Ich wollte sooo lange schon endlich was Eigenes machen“) ganz oben auf der Agenda stehen?

Und sicher will dein Kleiner dich nicht mit Absicht in den Wahnsinn treiben, während du nur noch schnell diese eine Mail fertigmachen musst. Weil aus dem „Ja gleich!“ für den Kleinen eine gefühlte Ewigkeit wird, fängt er vielleicht an zu weinen, weil er dir nicht stolz seine selbstgebaute Burg („Schau mal, Mama, was ich schon alles kann!“) präsentieren darf.

Ich möchte mich, ehrlich gesagt, nicht in dein Privatleben einmischen. Mir geht es vielmehr darum, dass du glücklich bist und deine Kraft in dein Business stecken kannst, anstatt  diese in sinnlosen Kämpfen zu verlieren.

Wir wissen, wie schwer es manchmal als MomPreneur sein kann. Ich weiß das. Und deshalb lohnt es sich, dass du, WIR, regelmäßig in unsere Beziehungen, unser Backup, investieren. Denn: Wenn die primären Bedürfnisse deiner Lieben, insbesondere die deines Partners, erfüllt sind, dann wird er umgekehrt bereit sein auch deine Bedürfnisse zu erfüllen und mit dir und deinem Business durch dick und dünn gehen.

Fazit

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Als MomPreneur bist du etwas ganz Besonderes! Du schöpfst aus beiden Welten. Aber privat gilt, wie im Business: Geben UND nehmen! Beide Welten brauchen dich!

Wenn es das nächste Mal brennt, frage dich: „Muss ich (je)den Kunden um jeden Preis, auf Kosten deiner Lieben (Kind krank, Partner unglücklich etc.) zufrieden stellen? Gewinne ich nicht viel mehr, wenn ich ehrlich bin und von Anfang an erwähne, dass ich ein wenig Spielraum brauche?

Kunden sind auch Menschen wie du und ich

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Natürlich musst du deinen Partner nicht gleich mit einem Kurztripp nach Paris ohne Kinder (Abwechslung, Aufmerksamkeit, Liebe & Verbindung) überraschen (obwohl das doch mal eine Idee wäre, oder?). Ein Lächeln, eine innige Umarmung, ein liebes Wort, ein „Danke, dass du für mich da bist“ kann manchmal schon Wunder bewirken.

Das zu können, GERADE wenn es einmal wieder „brennt“, ist echtes persönliches Wachstum!

Brennt es bei dir auch immer wieder zuhause? Wie gehst du damit um? Wenn du dich hierzu mit anderen MomPreneurs austauschen möchtest, dann komm in unsere MomPreneurs Facebook Gruppe oder triff Gleichgesinnte auf unseren MomPreneurs Meetups.

Titelbild: MAna Blazic Pavlovic/Shutterstock.com

2 Comments
  • Andrea Link
    Posted at 10:30h, 10 September Antworten

    Liebe Momprneurs,
    ich habe Euren Newsletter abonniert und lese regelmäßig eure Postings auf Facebook. Viele Interessante Anregungen habe ich hier schon entdeckt.
    Gerade habe ich den Blogartikel zum Thema“Warum Du in Deine persönlichen Beziehungen investieren musst “ gelesen.
    Dies ein ein Thema, mit dem ich mich auch schon seit längerem auseinandersetze. Insbesondere auch deswegen, weil ich der Ansicht bin, dass es gerade im Zusammenhang mit Frauen und Beruf, unabhängig davon ob angestellt oder selbstständig, immer wieder aufkommt.
    Mir persönlich fallen hier aber folgende Dinge auf. In der Regel habe ich zumindest mehr Artikel bisher dazu gelesen, dass Frauen darauf achten sollten in ihre persönlichen Beziehungen zu investieren, als ich es umgekehrt für Berufstätige Männer diesen Rat gelesen habe.
    mein Gedanke dazu ist, dass es nach wie vor noch nicht wirklich in den Köpfen ist, dass für Frauen auch noch andere Bereiche wichtig sein können außer die Familie und ihre Beziehungen. Teilweise denke ich, dass wir Frauen hier sogar immer noch mit einem vielleicht sogar inneren Konflik, der uns oft gar nicht wirklich bewusst ist, kämpfen. Und solche inneren Widersprüche können uns tatsächlich blockieren. Ich denke wir haben auch immer noch ein eher “ traditionelles“ Familienbild und Frauenbild in uns, als dass wir wirklich aus vollem Herzen sagen können. Mir ist tatsächlich beruflicher Erfolg mindestens so wichtig wie auch Beziehungen und Familie. Nach wie vor werden wir mit diesen „traditionellen “ Bild konfontiert, insbesondere auch in den Medien. Hängt irgendwo der Haussegen schief, dann wird nach wie vor noch, zumindest in meinem Umfeld nehme ich das so wahr, die Berufstätigkeit der Mutter dafür eher verantwortlich gemacht, als ein beruflicher Erfolg des Vaters. Dies verunsichert in meinen Augen noch immer. Natürlich hat die Familie auch ihre Ansprüche an uns Mutter, doch ich glaube wir müssen inzwischen lernen und das vielleicht schon am Anfang einer Familiengründung oder Partnerschaft, die Rollen neu zu verhandeln. Das passiert in meinen Augen noch zu wenig. Frauen sind inzwischen beruflich erfolgreich, doch im privaten Umfeld sind die Erwartungen noch immer vorwiegend “ traditionell“ das bedeutet, die Familie sieht nach wie vor noch die Hauptaufgabe für die Funktion der Beziehungen im privaten Bereich und in der häuslichen Arbeit bei der Frau. Ich denke wirklich weiter und das mit weniger Stress und Konflikten wird man hier erst kommen, wenn die Aufgabe für Haushalt und Eine funktionierende Beziehung auch als wirkliche als Aufgabe des Partners mit angesehen wird.
    Hier finde ich es wichtig auch Frauen dabei zu unterstützen diese für sich wirklich auch einfordern zu können. Im Augenblick glaube ich, dass viel Stress, den berufstätige Frauen haben, auch durch innere Konflikte verursacht ist. Das sind meine Gedanken dazu
    Andrea

  • Esther Eisenhardt
    Posted at 18:33h, 14 September Antworten

    Liebe Andrea, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und deine Gedanken. Ich denke du hast recht, dass in vielen Familien noch sehr „traditionell“ gedacht wird und das auch immer wieder zu Spannungen in der Familie bzw. Beziehungen führt (Frau will sich verwirklichen, aber andere haben andere Erwartungen). Oft denken die Männer ja auch noch eher “traditionell“. Ich bin auch für eine moderne Rollenverteilung, wo Aufgaben geteilt werden und beide die Möglichkeit haben sich jeweils zu verwirklichen. Frauen sind (gerade) durch die „traditionelle“ Verteilung oft überfordert/überlastet. Deshalb kommt es oft zu „Kämpfen“, wo jeder eher an sich denkt und die Bedürfnisse des Anderen schnell mal ausblendet. Ich finde es ist super wichtig, dass der Partner (in Hinblick auf den Auf- und Ausbau des eigenen Business) mit an Bord ist. Umso mehr Verständnis für die gegenseitigen Bedürfnisse da ist, umso größer auch die Chance (aus meiner Sicht), dass der Partner bspw. auch zu einer Neuverteilung der Rollen bereit ist 🙂

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