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Anna | Handel | 3 Kinder

„Sei einzigartig! Finde deine Nische!“

 

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Anna Yona, 42 und Mutter von drei Kindern (8, 11 und 13 Jahre). Zusammen mit meinem Mann habe ich Wildling Shoes gegründet – wir machen Schuhe, mit denen Kinder und Erwachsene immer und überall barfuß laufen können.

 

 

Woher kam die Idee für dein Business?

Ich habe in Israel studiert und dort meinen Mann kennengelernt. Unsere Kinder sind in Israel geboren worden und die ersten Jahre barfuß aufgewachsen. Vor 8 Jahren sind wir nach Deutschland zurück gezogen und die Kinder brauchten das erste Mal richtige Schuhe. Einziges Problem – wir konnten keine Schuhe finden, die unseren Ansprüchen an Bewegungsdrang, nachhaltigen Materialien und fairer Produktion genügten. So war die Idee von Wildling Shoes 2015 geboren.

 

 

Wie bist du gestartet und wie hast du das finanziert?

Tatsächlich sind Kinderschuhe oft problematisch: 98% aller Kinder werden mit gesunden Füßen geboren, aber viele leiden schon nach wenigen Jahren unter ersten Verformungen und Muskelschwächungen. Deshalb haben wir einen Schuh entwickelt, der Kinderfüße nicht einengt, und mit dem Kinder ganz natürlich laufen können.

 

 

Parallel zur Produktentwicklung, die insgesamt 1,5 Jahre gedauert hat, habe ich unseren Businessplan geschrieben. Wir haben jedes Beratungsangebot wahrgenommen – im Rahmen von Wettbewerben, Beratungsförderprogrammen oder einfach im Austausch mit anderen Gründern. Mit dem Businessplan habe ich dann bei der Bank einen Kredit beantragt, um unser Startup zu finanzieren (KfW-Startgeld).

 

 

Wie läuft es jetzt? Haben sich deine Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Wildling ist mehr geworden, als wir uns je hätten träumen lassen. Neben einer wirklich erfüllenden Tätigkeit, hat Wildling uns vor viele spannende Herausforderungen gestellt. Wie führt man ein Team von 200 Menschen? Wie kann man für und durch das Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen? Wie kann man wirtschaftlichen Erfolg nutzen, um die Dinge in Bewegung zu bringen, die einem wirklich am Herzen liegen? Es erfüllt mich jeden Tag mit sehr viel Glück und Dankbarkeit, solchen Fragen nachgehen zu dürfen.

Finanziell können wir als Familie mittlerweile gut von unserem Einkommen leben. Das ist ein großes Privileg und mehr als das war nie das Ziel. Erwirtschaftete Profite nutzen wir, um eine noch nachhaltigere Lieferkette aufzubauen, interne Angebote zu schaffen und um Wildlings Wachstum zu finanzieren, damit wir weiterhin unabhängig von Banken und Investor:innen bleiben. Seit diesem Jahr fließt auch eine erhebliche Summe in Spenden.

 

 

Wo und wie arbeitest du?

Ich arbeite nach wie vor aus dem HomeOffice. Hier habe ich einen schönen Raum mit Blick in den Garten und – besonders wichtig – zwei Türen, die mich vom Familienspektakel abschirmen, wenn ich konzentriert arbeiten möchte. An einem zweiten Schreibtisch im Büro machen die Kinder häufig Hausaufgaben.

Ich mag die verwischten Grenzen zwischen privat und beruflich, ebenso wie ich es genieße, kurz zum Mittagessen dabei sein zu können, oder morgens auf dem Weg ins Büro nicht im Stau stehen zu müssen.

Natürlich bin ich auch relativ häufig unterwegs zu externen Meetings – dann meist ganz entspannt mit der Bahn. Auch das ist ein Teil meiner Arbeit, den ich sehr liebe – rauskommen, neue Menschen und neue Orte kennenlernen.
 

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Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Familie und Beruf ist für uns Teamwork – wir teilen uns die Aufgaben so auf, wie es am sinnvollsten ist. Ich arbeite zwar Vollzeit, aber mittlerweile nicht mehr dauerhaft deutlich mehr als 40 Stunden die Woche. Das war anfangs gar nicht anders machbar. Jetzt gibt es einen Feierabend, Wochenenden und sogar Urlaube, in denen ich konsequent die Arbeit weglege. Das tut uns allen total gut. Die Kinder haben einige Jahre zurückgesteckt und nicht viel von mir gehabt. Ihr Vater war zwar immer da, aber auf mich mussten sie oft verzichten. Das hat sich zum Glück stark verändert und ich kann jetzt wieder sehr viel mehr Zeit mit der Familie verbringen.

 

 

Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Nimm dir die Zeit, die es braucht, um deine Geschäftsidee richtig zu durchdenken. Sie muss Gelegenheit haben zu wachsen und sich zu entwickeln. Vertraue auf deine Intuition und gehe diesem Gefühl nach, aber überdenke deine Idee auch immer wieder kritisch.

Nutze jede Gelegenheit, dir Feedback zu holen und höre zu, selbst wenn du anderer Meinung bist. Man muss und darf nicht jeden Rat annehmen, aber aus fast jedem Gespräch kann man eine wertvolle Anregung mitnehmen. Und zuletzt – sei einzigartig! Finde dein Alleinstellungsmerkmal und deine Nische. Einschränkungen fördern die Kreativität und machen dich wiedererkennbar.

 

 

Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

  1. Sei dir bewusst, wo du hinwillst. Wo möchtest du in 5 Jahren stehen? Wenn die Richtung klar ist, kannst du den Weg dorthin in kleinere, überschaubare Wegstücke einteilen. (Bei der praktischen Umsetzung hilft dann z.B. Asana.com)
  2. Alles dauert länger als geplant. Rechne mit Verzögerungen und plane Puffer ein – auch finanziell, wenn möglich. Beginne früh mit Marketing, z.B. SocialMedia. Der Weg zum Markteintritt ist spannend – lass deine Zielgruppe daran teilhaben. (Eine Ausnahme sind hier ev. Coaches und andere Personen, die einen Expertenstatus für sich beanspruchen.)
  3. Marketing ist ein Verb 😉 Du kannst viel planen und versuchen zu perfektionieren, aber am meisten erreichst du, wenn du es einfach tust..

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Mehr Infos zu Annas Unternehmen findest du hier: https://wildling.shoes/

Fotos: Anna Yona, Sandra Dienemann, Sarah Pabst und Nora Tabel

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