Schon wieder gebrüllt? 7 Strategien, um als MomPreneur gelassen zu bleiben

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Schon wieder gebrüllt? 7 Strategien, um als MomPreneur gelassen zu bleiben

„Gestern war es wieder einmal soweit. Es war ein ganz normaler Tag (so normal Tage mit Kleinkindern für eine Mompreneur eben sein können). Ich habe so viel gearbeitet, wie es die Zeit zugelassen hat, die Kinder waren im Kindergarten, den Nachmittag waren wir zuhause und haben gespielt. Das Wetter war schön und wir waren viel draußen und die Zwerge haben sich so richtig schön ausgepowert.

An solchen Tagen kann das Abendessen nicht schnell genug auf dem Tisch stehen und die Stimmung bekam so eine leicht gereizte Schieflage. Na gut, irgendwie haben wir es ohne große Auseinandersetzung bis zum Sandmann geschafft. Aber dann…. Ja dann… lief irgendwie alles aus dem Ruder. Ich weiß ja nicht, wie es in anderen Haushalten zugeht, aber meine Kinder wollen eigentilch nie ins Bett: „Nein Mama, ich will schauen, was nach „Der kleine Prinz“ noch kommt. Nicht ausschalten!“ Und das mit dem Zähneputzen kommt irgendwie bei uns auch nicht so richtig gut an. Es wird gemurrt, geknurrt, gezankt… Alles, nur nicht ins Badezimmer kommen.

Naja, wie auch immer, es hat sich auf jeden Fall spürbar aufgeschaukelt und es kam wie es kommen musste. Es ging mir nicht schnell genug, es gab die ersten Diskussionen und WUMMS traf es mich wie ein Hammerschlag: Wut, Frust, Verzweiflung… Ich habe meine Kinder angeschrieen. Ich hatte einfach genug. Nichts mehr da von meiner Geduld und Gelassenheit. Ja, klar, ich weiß, dass man das nicht macht. Und doch passiert es mir auch manchmal. So wie gestern. Ich habe heute noch ein schlechtes Gewissen, weil ich weiß, dass sie es nicht verdient haben. Und so endete ein schöner Tag gar nicht schön.“

Das Leben als Mompreneur stellt uns ganz schön auf die Probe. Es gibt so Vieles, was zu tun ist, an das wir denken müssen und für das wir uns verantwortlich fühlen oder es sogar sind. Dieser Cocktail der Mehrfachbelastung setzt sich zusammen aus ganz vielen verschiedenen Zutaten:

  • Ein oder mehrere Kinder
  • Ein oder kein Partner
  • Das eigene Business
  • Druck von innen (z.B. die finanzielle Sorgen, woher das nächste Geld kommt)
  • Druck von außen (die Familie oder die Freunde, die uns mit großen Augen fragen: Äh… was machst du da den ganzen Tag? Davon kannst du leben?)
  • Familienmanagerin zu sein mit allen Terminen im Kopf

Und dann garnieren wir unseren schönen Cocktail noch damit:

  • Den eigenen Perfektionsansprüchen an uns selbst
  • Dem Mach-es-allen-Recht-Syndrom oder auch der
  • Angst, als Mutter und/oder als Businessfrau zu versagen

Das Ganze bitte gut geschüttelt, nicht gerührt. Was soll ich sagen…

Das erinnert nicht an einen schönen Pina Colada, den wir genüsslich in der Südsee schlürfen, oder? Nein, dieser Cocktail schmeckt nach Stress. Nach sehr großem Stress, der uns so einiges abverlangt. Und Stress macht sich irgendwann bemerkbar.

Eines der vielen Symptome dabei ist die Reizbarkeit und Aggression. Und so kommen Menschen, die uns viel bedeuten, die wir mögen und lieben, leider in die Situation, Blitzableiter für den eigenen Stress zu werden. Das geht uns allen so. Mir geht es an manchen Tagen so und dir vielleicht auch. Das ist also eine normale, wenn auch nicht gewünschte Reaktion auf Stress. Aber was kann man dagegen tun?

Wünschst du dir auch ein paar Notfallstrategien, einen kleinen Notfallkoffer, gefüllt mit hilfreichen Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Zorn? Es gibt kleine Strategien, die uns aus solchen Situationen, aus den Emotions-Überfällen herausholen können. Probiere doch einmal aus, was dir gut hilft!

7 Tipps für den Wut-Notfall

Drücke die Pause-Taste

Halte kurz inne, atme tief durch. Nochmal atmen. Und noch einmal tief ein- und ausatmen. Dann geh in die Beobachter-Rolle. Was passiert hier gerade? Was ist es, dass dich so wütend macht? Versuche, den eigentlichen Grund zu erkennen.

Lass die schlechte Stimmung los

Ja, das geht. Mache etwas Schönes und tu so, als ob du es genießt: Lege eine schöne Musik ein und tanze zusammen mit deinen Kindern. Schaut euch etwas Lustiges an. Erzählt euch etwas Schönes. Singt ein Lied. Denn wenn du eine fröhliche Haltung einnimmst, schüttet dein Gehirn Glückshormone aus.

Dein Stopp-Satz oder dein Stopp-Bild

Wähle ein Wort oder ein schönes Bild, das dich aus der momentanen Situation holt, z.B. ein Bild vom Meer, das Wort HALT. Du kannst ein kurzes Selbstgespräch führen und sagen: „Ach ja, da ist wieder die Situation, der eine Moment. Es ist soweit.“ Du kannst tief durchatmen und ein kleines Ablenkungsmanöver starten. Entweder wechselst du kurz das Thema, die Reihenfolge des Ablaufs oder lässt deine Kinder entscheiden, was sie zuerst tun wollen: die Zähne putzen oder den Schlafanzug anziehen. Unterbrich dein Muster!

Verschwinde kurz aus der Situation

…wenn das möglich ist. Ich bin schon einige Male aufs Klo geflüchtet oder habe angefangen zu putzen 😉 ) Das ist völlig in Ordnung und hilft.

Lass los

Lass los von deinem Plan und der fixen Idee, die du vorher hattest. Versöhne dich mit der Situation und sei nicht sauer auf die anderen und die Welt. Muss es denn wirklich genau so laufen, wie du es gerade geplant hattest? Oder gibt es auch eine andere, halbwegs akzeptable Lösung?

Überprüfe deine Erwartungshaltung

Stress entsteht immer dann, wenn es ein Delta gibt zwischen dem, was du erwartest und der tatsächlichen Situation, die sich vielleicht ganz anders entwickelt als du gedacht oder geplant hast. Alleine wenn du dir das bewusst machst, hilft es dir dabei zu akzeptieren, dass es manchmal Differenzen gibt zwischen IST und SOLL. Überlege, wie ein Kompromiss aussehen könnte. Lebe im „Hier und Jetzt“ und nicht im „So muss es unbedingt sein“ 😉

Wechsle die Perspektive

Versetze dich in Stress-Situationen in die andere Seite hinein: Wie geht es IHNEN gerade? Was sind IHRE Bedürfnisse. Tritt auch hier einfach mal ein wenig von deinen eigenen (vielleicht manchmal etwas egoistischen) Sichtweisen zurück und lasse zu, dass jeder Mensch seine eigenen Vorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse hat. Zum Beispiel „Ich habe keine Zeit zum Spielen, ich muss arbeiten“ versus die Kinder haben gerade so viel Spaß beim Spielen.

Wie du deine Gelassenheit trainieren kannst

Du möchtest aber vermutlich nicht erst im Notfall eingreifen, oder? Vermutlich würdest du gerne von vornherein gelassener mit solchen Situationen umgehen können. Ich habe gute Nachrichten für dich. Das ist möglich! Denn Gelassenheit lässt sich trainieren. Und wenn du dich gut um dich selbst kümmerst und deine Energietanks auffüllst, bist du bestens gerüstet für diese Emotions-Überfälle. Wenn du grade nicht mitten drin steckst und dir schon die Ohren qualmen vor Zorn, dann setze die Beobachterbrille auf. Denk an die letzten Situationen. Die Wut-Klassiker.

Überlege dir, ob diese Situationen immer wieder vorkommen. Was ist es, das dich leicht in Rage bringt? Welche Situationen fallen dir ein?

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Was ist das eigentliche Thema, was dich dann so aus der Fassung bringt (z.B. Ungeduld, Lärm, Überlastung, Perfektionismus, Ehrgeiz, Ängste, Eifersucht, etc.)?

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Welche Bedürfnisse sind es, die im Moment nicht befriedigt werden (z.B. mehr Schlaf, eine kleine Auszeit, ein Kaffee mit deiner besten Freundin, etc.)?

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Was lädt deine Akkus so richtig auf, was tut dir so richtig gut? Bei mir gehören Dinge dazu wie z.B. genügend Schlaf, regelmäßige Auszeiten für mich, Entspannungsübungen, mir abends zu überlegen, wofür ich dankbar bin, Struktur und Planung, Ruhepausen im Alltag. Was ist es bei dir?

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Wie möchtest du diese Punkte in deinen Alltag integrieren? Vielleicht über eine Wochenplanung, indem du dir Hilfe holst, ein Treffen mit deiner besten Freundin ausmachst?

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Fazit

Als Mompreneur weißt du, dass es immer wieder zu diesen Situationen kommt und hey, es hört wahrscheinlich auch nie auf. Auch mir geht es so. Wir dürfen immer wieder üben, mit solchen Situationen umzugehen. Zu wissen, was dich in Rage bringt und zu wissen, was du dir Gutes tun kannst ist Gold wert. Du wirst weniger oft in solche Situationen kommen. Du wirst gelassener und geduldiger werden.

Und falls doch alle Stricke reißen, verurteile dich nicht. Es geht uns doch allen ab und zu so und es ist normal, dass man einmal die Fassung verliert. Nimm es einfach an als eine Möglichkeit, dich wieder einmal darin zu üben, gelassener mit der Situation umzugehen. Du kannst dich im Anschluss fragen, ob du deine Bedürfnisse in letzter Zeit vernachlässigt hast und dann deine Strategien anpassen.

Deine Bedürfnisse zu befriedigen, dir auch einmal eine Auszeit zu nehmen, sind wesentliche Erfolgsfaktoren dabei, gelassener zu werden und den Alltag zu bewältigen. Fang doch am besten gleich an und überlege dir, was du dir heute Gutes tun möchtest. Vielleicht deine Lieblingsmusik auflegen und tanzen? Ein gutes Buch lesen? Dich mit einer Freundin treffen? Die Zeit mit dir selbst genießen? Na? Fällt dir etwas ein?

Wie gelingt es dir, deinen Stress nicht an anderen auszulassen? Schreibe deine Strategie doch gleich in die Kommentare, damit wir all das großartige Wissen anzapfen und uns etwas daraus mitnehmen können. Live the life you love!

Zur Autorin

MomPreneurs Katja gelassen bleibenKatja Schmalzl ist Coach, Wegbegleiterin und Mutter von 2 Kindern. Du möchtest raus aus der Mehrfachbelastung rund um Familie und Beruf hin zur Mehrfachfreude? Auf ihrer Seite: katjaschmalzl.com hilft dir Katja dabei, nicht auszubrennen. Du lernst, Stress und Krisen nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft gut zu meistern. Damit du dein Leben wieder selbst in die Hand nehmen kannst. Gestärkt und selbstbewusst.

 

 

Titelbild: Federico Marsicano/Shutterstock.com, Autorenbild: Katja Schmalzl

5 Comments
  • Stephanie
    Posted at 10:59h, 28 Juni Antworten

    Ein wirklich guter Artikel. Neben der leichten und sehr unterhaltsamen Art des Schreibens, fühle ich mich als Mensch verstanden. Diese Tipps werde ich definitiv beherzigen.

    • Katja
      Posted at 10:40h, 06 Juli Antworten

      Danke für deine Zeilen, liebe Stephanie,
      ich freue mich, wenn hilfreiche Tipps für dich dabei waren. 🙂
      Liebe Grüße,
      Katja

  • barbara
    Posted at 10:33h, 30 Juni Antworten

    mir hilft meine wöchentliche auszeit beim flamenco tanzen; da kann ich so richtig schön alles „rausstampfen“ 😉

    • Katja
      Posted at 10:41h, 06 Juli Antworten

      Ui, das ist eine schöne Idee, liebe Barbara,
      das erinnert mich daran, dass ich das Tanzen mit meinem Mann eigentlich wieder aktivieren wollte. Mal sehen, was er dazu sagt. 🙂
      Liebe Grüße,
      Katja

  • Catrin Engelhardt
    Posted at 00:23h, 08 Dezember Antworten

    In meinem Erziehungsverhalten ist mir dieses „brüllen“ noch zu präsent. Gefühlt schimpfe ich in diesem Moment über mich selbst (Kontrolle über Situation verloren, Triggermoment?, starres Muster für eigene Sicherheit ist gestört). Fazit: Ein Brüllmoment ist immer ein deutliches Signal wieder an mir selbst zu arbeiten und die „Freiheit“ unserer Tochter (6) anzuerkennen und ihr mit Würde zu begegnen. Der Pfad der Möglichkeiten ist im Artikel beschrieben. Danke dafür 🙂

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