Hanna | Familienbegleitung | 2 Kinder

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„Erfolg bedeutet für mich vor allem die Freiheit, das zu tun, was ich liebe.“

 

Wer bist du, was machst du und warum?

Mein Name ist Hanna Nienaber, ich bin 32 Jahre alt, verheiratet und Mama von Emma (4 Jahre) und Ole (5 ½ Monate). Gemeinsam mit meinen Schätzen wohne ich im schönen Dörfchen Sünninghausen im Münsterland. Ich bin gelernte Erzieherin und habe bis zu meiner ersten Schwangerschaft als Gruppenleitung in einer Kita gearbeitet. Mit der Geburt von Emma fing auch meine berufliche Veränderung an. Emma wachte nachts zunächst alle 20 Minuten, mit eineinhalb Jahren „nur noch“ alle 90 Minuten auf. Eine sehr anstrengende Zeit für unsere kleine Familie. Gut gemeinte Ratschläge von Freunden und Verwandten gab es zu den schlaflosen Nächten gratis dazu. 

Und auch der Kinderarzt teilte die gleiche Meinung wie unser Umfeld: Wir müssten Emma nur mal zeigen, wer zuhause „der Boss“ ist und sie lang genug schreien lassen, dann würde sie schon schlafen. Dies war für meinen Mann und mich aber keine Option, es fühlte sich einfach falsch an. In meiner Not begann ich viel zu lesen und fand heraus, dass das leidige Thema (Durch)schlafen eine Menge mit Hirnreife zu tun hat und ein individueller Prozess ist. Durch meine Recherchen stieß ich zufällig auf eine Art der Pädagogik, von der ich weder in meiner Ausbildung zur Erzieherin noch später im Berufsalltag je gehört hatte: Die bindungs- und bedürfnisorientierte Pädagogik, auch bekannt als Attachment Parenting. Daraufhin bildete ich mich in diesem Bereich intensiv fort. In Form von Kurs-, Workshop-, Beratungs- und auch Fortbildungsangeboten begleite ich seitdem Familien und pädagogische Fachkräfte ab Geburt bis ins Vorschulalter.

 

In einem Satz: Was ist deine Mission, das Wichtigste, was du für dich & andere bewirken möchtest?

Unsere Eltern haben immer ihr Bestes getan, um uns auf unserem Weg in die Welt zu begleiten, auch wir tun jetzt unser Bestes, um unsere Kinder auf ihre Zukunft vorzubereiten. Alle Erzieher*innen haben ihre Berufswahl aus tiefstem Herzen getroffen (behaupte ich jetzt einfach mal, Geld kann ja nicht der Grund sein ;-)). Und obwohl unsere Eltern immer ihr Bestes gegeben haben, haben viele von uns einen schweren Rucksack mit Belastungen aus unserer Kindheit im Gepäck. Das liegt vor allem daran, dass es Erwachsenen häufig schwerfällt, die emotionale Entwicklung von Kindern nachzuvollziehen. Bei der Motorik ist das viel einfacher: Ich kann als Elternteil sehr gut erkennen, dass ein Kind, welches gerade beginnt zu krabbeln, noch kein Fahrrad fahren kann. Mit der emotionalen Entwicklung ist das leider anders, da wir sie nicht von außen sehen können. Da wird den Kindern dann von uns Erwachsenen schnell böse Absicht unterstellt. Kinder sollen „sich zusammenreißen“, „sich nicht so anstellen“ oder „sich Mühe geben“. 

Dabei sehen wir nicht, dass unsere Kinder sich sehr wohl bemühen, unsere Erwartungen aber nicht erfüllen können, da sie in ihrer Entwicklungspsychologie noch nicht so weit sind. Hier möchte ich unterstützen, indem ich Eltern und Fachkräften helfe Kinder besser zu verstehen. Nur wenn wir unsere Kinder verstehen, können wir sie angemessen und feinfühlig begleiten. Und wenn wir das schaffen, dann schaffen wir es wahrscheinlich auch, dass der emotionale Rucksack unserer Kinder später nicht so groß ist wie unser eigener.

Was läuft bei dir als Mutter und Unternehmerin anders?

Familie steht bei uns an erster Stelle. Deshalb arbeite ich um meine Familie herum, lege mir zum Beispiel Beratungstermine so, dass mein Mann in der Zeit die Kinder betreuen kann. Nach der Geburt von Ole wollte ich möglichst schnell wieder arbeiten. Also habe ich angefangen immer dann zu arbeiten, wenn Ole gerade geschlafen hat. Das wäre in einem Angestelltenverhältnis mit vom Arbeitgeber festgelegten Arbeitszeiten so ja gar nicht möglich. Manchmal heißt Selbstständigkeit und gleichzeitig Mutter sein für mich aber auch, dass ich spät abends oder am Wochenende arbeiten muss. Seit einiger Zeit haben wir eine gute Fee, die unser Haus sauber hält. Alle anderen anfallenden Aufgaben rund um Haus und Garten sind gleichberechtigt aufgeteilt. So räumt mein Mann beispielsweise die Küche auf und erledigt die Einkäufe, ich kümmere mich um die Wäsche. Ein innovatives Erfolgskonzept, wie man als Mompreneur alles unter einen Hut bekommt, habe ich nicht. Wir schauen immer wieder neu auf unsere Bedürfnisse: Wo stehen wir als Familie gerade? Was brauchen wir? Wo stehe ich im Business? Was steht als Nächstes an und wo möchte ich hin? Wie schaffen wir es, alle Bedürfnisse zu erfüllen? Und was ist gerade jetzt in dieser Situation mal weniger wichtig?

 

Wie sieht Erfolg für dich persönlich aus und was ist dein Weg dorthin?

Erfolg bedeutet für mich vor allem die Freiheit, das zu tun, was ich liebe.

 

Dein wichtigstes Learning als MomPreneur für andere MomPreneurs?

Als ich mich selbstständig gemacht habe, wollte ich mein Business möglichst schnell vorantreiben. Gleichzeitig wollte ich für Familie und Freunde da sein. Das hatte schnell zur Folge, dass ich am Ende meiner Kräfte war. Damit war weder mir noch meinem Unternehmen, noch meiner Familie oder Freunden geholfen. Ich durfte lernen, besser auf mich und meinen Energietank zu achten. Das bedeutete für mich vor allem kleinere Schritte zu gehen und ab und zu abends um acht ins Bett zu gehen. Dynamischere Phasen gehören bis heute dazu. Das ist auch gut so, denn es sind ja gerade diese Phasen, die mich wachsen lassen. Anders als zu Anfang gönne ich mir nach einer etwas anstrengenderen Zeit nun bewusst freie Tage. Aber auch, dass zuhause nicht alles perfekt sein muss, musste ich lernen. Gesunde Ernährung und damit verbunden ein frisch gekochtes Mittagessen ist mir sehr wichtig. Die Erkenntnis, dass es auch Tage geben darf, an denen das Essen aus dem Backofen kommt, war sehr befreiend für mich. Und letztendlich, dass der Weg von anderen Familien nicht unser Weg sein muss.

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