Marie | Konditorin | 1 Kind

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„Du scheiterst nicht, du bist immer genau da, wo du sein solltest.“

 

 

Wer bist du, was machst du und warum?

Hallo, ich bin Marie. Serial-Gründerin, Podcasterin, Teamleaderin, Psychologin, Neurowissenschaftlerin, Konditorin, Geschäftsleiterin, Französin, Foodie, Mutter…

Das geht nicht?

Doch.



Ich habe Psychologie studiert und entdeckt, dass ich in der Neuropsychologie Menschen nur diagnostizieren, aber nicht wirklich helfen kann.

Ich habe International Neuroscience studiert, wurde Stipendiat von Bayer und Boehringer Ingelheim, begann eine Doktorarbeit an der LMU, bis… mir klar wurde, dass Forschung mehr mit Beziehungen und Finanzierung zu tun hat, als wirklich für Menschen da zu sein.

Als Quereinsteiger wurde ich trotz meines jungen Alters Manager und leitete ein Team von mehr als 20 Mitarbeitern. Ich bin sehr gut in der Führung meines Teams geworden. Das wurde mein Ding.

Im Sommer 2017 wurde ich Mutter. Sehr schnell wurde ich mit einer Situation konfrontiert, die ich vorher nicht kannte: die berufliche Situation der Mutter in Frankreich ist radikal anders als in Deutschland.

Ich will nicht sagen, dass das französische System besser ist: Es bringt andere Schwierigkeiten mit sich (z. B.: Ich denke, es wäre sehr schwierig gewesen, nach nur 3 Monaten Elternzeit wieder arbeiten zu gehen.). Die Schwierigkeit in Deutschland ist eher die Tatsache, wieder arbeiten zu gehen: Wie soll man das machen, wenn der Kinderbetreuungsumfang es nicht erlaubt, Vollzeit zu arbeiten? Wie macht man das, wenn man noch professionelle Ambitionen hat und diese auch erreichen will? Für mich war es wie folgt: die einstündige Fahrt zur Arbeit und die kurze Betreuungszeit machten es unmöglich Vollzeit zurück in meine Position als Store Manager im Einzelhandel zu gehen. Die Folge: Teilzeitarbeit und der Verlust aller meiner Verpflichtungen. Ein Job, der nicht zu mir passte. Aber eins war mir auch klar: die erste Person, die ich inspirieren möchte, ist meine Tochter. Ich kann es nur tun, wenn ich meinen Weg fortsetze und nie sage: „Es ist nicht möglich, weil ich ein Kind habe“… Also schuf ich mir einen Rahmen, um meinen Durst nach persönlicher Entwicklung und beruflichem Ehrgeiz auszuleben, indem ich neben meiner Arbeit und meiner Rolle als Mutter mein eigenes Teilzeitgeschäft aufbaute.

Ich beschloss also, ein Unternehmen zu gründen. So begann mein großes Abenteuer mit der Modern Bakery und der Wertschätzungsbox. Wir bieten die erste Geschenkbox im Corporate Design mit einer Sprachnachricht. Sage mit deiner Stimme, warum du Menschen im Berufs- und Privatleben schätzt. Verwöhne sie mit französischen Delikatessen aus Manufakturen und verpackt von einer Behindertenwerkstatt.

Wertschätzung ist für mich kein Buzzword. Als Führungskraft war es meine treibende Kraft, mein Hebel, um Menschen zu motivieren und ein Team aufzubauen, mit dem ich jeden Tag gerne arbeitete. Und ich sehe so viele wunderbare Mitarbeiter, die nicht gesehen werden, die zu selten ein „Dankeschön“ hören. Besonders jetzt im Home Office: Es ist so einfach, unsichtbar zu werden….. Und auf der anderen Seite die Führungskraft, die auch Schwierigkeiten hat und an der Beziehung zu den Mitarbeitern arbeiten will. Aber wie? Das Budget ist begrenzt und ein Geschenk um des Schenkens willen macht keinen Sinn. Also habe ich eine Box entwickelt, die echte Emotionen ausdrücken kann: weil die Produkte von Menschen für Menschen geschaffen wurden, weil ein guter Zweck dahinter steht und weil man sie mit seiner Stimme noch besonderer macht. Eine kleine Geste, die in Erinnerung bleiben wird. Das ist mein Ziel.

Ich bemerkte, dass das klappt. Ja, man kann sich mit kleinen Schritten eine Existenz aufbauen und ich bin überzeugt, dass sich viele Frauen in mir wiederfinden und sich sagen: „Ich bin mehr als eine gute Mutter und ich will mehr für mich und meine Zukunft und ein kleines Samenkorn, das kann ich auch einpflanzen….“

Also beschloss ich, diesen Frauen zu helfen, dank dem Programm, das ich mit meiner Firma kreieren konnte. Mein Wunsch: Frauen begleiten und ihnen einen neuen alternativen Weg zurück ins Berufsleben zeigen, ihnen die Angst vor der Selbstständigkeit nehmen und ihnen den Schlüssel für ihre Zukunft geben. Es geht aber hier vor allem um Mindset und Glaubenssätze: die Angst eine schlechte Mutter zu sein, die Angst nicht ausreichend Geld zu verdienen, die Angst vom Partner abhängig zu sein. Die Perspektive zu wechseln: das ist der Schlüssel. Man muss sich unabhängig fühlen, bevor man unabhängig sein kann.

 

In einem Satz: Was ist deine Mission, das Wichtigste, was du für dich & andere bewirken möchtest?

Mit meinem Produkt und meinem Programm möchte ich dazu beitragen, eine Berufswelt zu schaffen, die für die Menschen da ist, die sie wertschätzt, die ihnen einen Sinn gibt, die ihnen eine Berufung gibt.

 

 

Wie sieht Erfolg für dich persönlich aus und was ist dein Weg dorthin?

Ich bin ehrlich, Erfolg kam nicht am ersten Tag und viele Menschen betrachteten die Situation aus den Augenwinkeln und fragten sich: „Warum?“. Und ja, auch ich musste mir diese Frage manchmal stellen und natürlich waren nicht alle Ideen und Versuche mit meinem Geschäft erfolgreich. Aber ich habe weitergemacht und ich mache weiter und ich weiß, dass aus einem kleinen Samen ein großer Baum werden kann, wenn man mit Liebe und Geduld arbeitet, jeden Tag, um ihn am Leben zu erhalten und eines Tages ist es soweit: der Baum ist da. Der Wind und selbst der Sturm können ihm nichts mehr anhaben, jetzt, wo er so groß und stark geworden ist. Verstehe mich nicht falsch: Der Baum ist nicht der eigentliche Erfolg, sondern das Abenteuer, zu lernen, wie man ihn pflanzt, gießt und pflegt. Denn es bedeutet: Ich habe mehr als einen Baum, ich habe die Fähigkeit, Wälder zu pflanzen.

 

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es, den alltäglichen MomPreneurs-Wahnsinn irgendwie zu meistern?

Das A und O: die Gleichberechtigung mit meinem Partner. Die klare Kommunikation über meine Wünsche, Träume, Bedürfnisse. Und natürlich seine klare Kommunikation über seine.

Natürlich ist es manchmal einfacher und angenehmer, in der Schublade zu bleiben, die die Gesellschaft mit so vielen Jahren und Stereotypen geschaffen hat. Natürlich ist es nicht immer einfach zu wissen: „Wer bin ich eigentlich?“. Es kostet Mühe, sich diese Fragen zu stellen und den Dialog herzustellen, der es dir erlaubt, die zu sein und so zu leben, wie du bist. Manchmal hat man vielleicht sogar Angst, seinen Partner zu verlieren, wenn man diese unkonventionellen Entscheidungen trifft. Meine Erfahrung hat gezeigt: Der richtige Partner ist derjenige, der dich so akzeptiert, wie du bist, mit deinen manchmal verrückten Träumen, und der dir sagt: Mach weiter, sei vorsichtig, denk darüber nach, aber wenn es dein Weg ist, tue es und die Aufgaben sind 50/50 aufgeteilt – keine Diskussion diesbezüglich. Und um ganz ehrlich zu sein, darf ich weder die Waschmaschine noch den Geschirrspüler benutzen, weil ich laut meinem Partner nicht weiß, wie man es „richtig“ macht. Andererseits liebe ich es zu kochen und er nicht. Durch das gegenseitige Kennenlernen können wir uns gegenseitig in den Bereichen helfen, in denen wir besser sind und uns besser fühlen. Und wenn keiner von uns eine Aufgabe gerne macht, finden wir eine Lösung und suchen uns Hilfe außerhalb.

Ein weiteres sehr wichtiges Konzept für die Balance: von der ersten Minute an wusste ich, dass ich nie von meinem Partner abhängig sein will. Ich habe immer die Hälfte der Miete und der Ausgaben bezahlt, egal zu welchem Zeitpunkt in meinem Leben. Manchmal war es richtig schwierig, aber das spielte keine Rolle: Ich habe mir die Situation, in der ich mich befand, immer selbst ausgesucht, und es ist nicht die Aufgabe von jemand anderem, Lösungen für mich zu finden. Selbstständigkeit wird nicht nur dann gewählt, wenn sie einfach ist.

Welche Top Drei Tipps & Tools bringen dir wirklich Ergebnisse im Business oder erleichtern dir deinen MomPreneurs-Alltag am meisten?

Top 1 – Spiritualität: Meditation, Dankbarkeit und tägliches Hinterfragen (mit meinem Tagebuch): wo ich hinwill, was sind meine Träume, was will ich? Das „Wie“ ist nie das wahre Problem. Sich jeden Tag diese Frage stellen: Bin ich glücklich? Nein. Warum und was tue ich SOFORT, um glücklich zu sein? Das Glück sollte niemals aufgeschoben werden.

Top 2 – Höre nie auf zu lernen. Ich brauche es: ob es um persönliche Entwicklung geht oder darum, zu lernen, wie man ein Tool programmiert, um sein Geschäft zu automatisieren.

Top 3 – Suche dir Hilfe: einen tollen Kindergarten, einen tollen Ehemann, tolle Freunde, ein tolles Netzwerk. Die Menschen um dich herum sind der Schlüssel.

 

Wie können wir in unserer Gesellschaft mehr MomPreneurship ermöglichen – welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?

Ein Rahmenprogramm… Genau das ist es, was es braucht und genau deshalb habe ich angefangen, eines für andere zu erstellen mit meinem Partnerprogramm. Als ich mein eigenes Unternehmen gründete, war ich überwältigt von der Angst, Fehler zu machen, nicht alles richtig zu machen. Zwischen den praktischen Fragen: Wie melde ich das Geschäft an? Wie finde ich die Zielgruppe, wie mache ich ein gutes Marketing? Aber es gibt nicht nur das Praktische, sondern auch das Mentale: das Impostor-Syndrom, die Angst, es nicht wirklich zu verdienen, die Angst, dass es zu schwierig ist. Grundsätzlich denke ich, dass Mentoring, Inspiration von anderen, die den Weg bereits gegangen sind, und Programme, die dich anleiten und dir die Schlüssel an die Hand geben, ohne dass du dich im Meer der Antworten online und offline verlierst: das ist das, was vielen Frauen helfen konnte, den ersten Schritt zu tun. Das ist definitiv das Schwierigste. MomPreneurs ist da ein großartiger Ort für mich gewesen, um Inspiration, Mentoren oder andere Frauen zu finden, die durch diese Schwierigkeiten gehen.

 

Dein wichtigstes Learning als MomPreneur für andere MomPreneurs?

Du scheiterst nicht, du bist immer genau da, wo du sein solltest. Schlechte Gefühle sind ein Geschenk, die dir einfach zeigen, was du wirklich willst. Der Weg ist definitiv das Ziel…

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4 Antworten

  1. Danke Marie, für Deine offenen und motivierenden Worte.
    Deine Willenskraft ist zu spüren und überträgt sich.
    Übrigens, die klare Struktur in der Familie haben auch wir. Ohne Aufgabenaufteilung funktioniert ein beidseitiges Business nicht.
    Dir alles Gute weiterhin, Claudia

    1. Lieber Claudia,
      vor kurzem habe ich wieder an dich gedacht, und hatte das Gefühl, ich müsste mal bei dir anrufen. Für mich bist du auch so eine Power Frau und was du geschafft hast, seitdem du in München angekommen bist, ist sehr bemerkenswert. Weiterhin viel Erfolg!

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