Sigrid | Modedesignerin | 2 KINDER

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„Erfolg messe ich daran wie es gelingt, die Familie und das Business zu vereinen“

 

 

Wer bist du, was machst du und warum?

Als Modedesignerin unterstütze ich modebegeisterte Frauen, die Schätze in ihrem vollen Kleiderschrank zu erkennen, und auf kreative und umweltbewusste Art zu neuem Leben zu erwecken. Mein Name ist Sigrid Ellen Münzberg und ich liebe Mode. Als Angestellte war ich viele Jahre auf internationalen Modemessen aktiv und habe selbst auch Unmengen von Mode konsumiert. Irgendwann war mein Kleiderschrank rappelpappelvoll, und dennoch hatte ich nie das Richtige anzuziehen.

 

Nach ein paar Schlüsselerlebnissen in der Modeindustrie war klar, dass ich diesem Business den Rücken kehren muss: Ich wollte nicht mehr Teil dieser menschenverachtenden und umweltschädigenden Maschinerie sein. Doch was anstellen mit der Ausbildung, dem Studium und der Erfahrung in der Mode? Aber dann fiel mir ein, wie ich schon immer aus vermeintlich unnützen Dingen Schönes gestaltet habe. Warum also nicht dieses Wissen in Kursen weitergeben? So war die Idee geboren, Andere in Upcycling-Workshops zu begeistern. Dies ist nun über 11 Jahre her und meine Begeisterung ist nicht zu mindern. Inzwischen bin ich dabei, durch Online-Kurse ein weitaus größeres Publikum zu erreichen. In einem Beta-Kurs konnte ich dies bereits testen – bald gibts meinen ersten Online-Upcycling-Modedesign-Kurs.

 

 

In einem Satz: Was ist deine Mission, das Wichtigste, was du für dich & andere bewirken möchtest?

In meinen Upcycling-Workshops geht es mir vor allem um den Spaß am Selbermachen und Kreativ-Sein – und darum, auf diese Weise sogar etwas Gutes für unsere Umwelt zu leisten.

 

 

Was läuft bei dir als Mutter und Unternehmerin anders?

Besonders während der Pandemie und den Zeiten des Homeschoolings ist es nicht leicht, alles unter einen Hut zu bekommen: während ich den Kindern die Matheaufgaben erkläre oder noch über die korrekte Aussprache der französischen Vokabeln referiere, kann bereits die nächste Anfrage eines großen Modeunternehmens eintreffen. Da muss ich schnell umschalten können, und im Telefonat darum bitten, alles Weitere bitte per eMail zu besprechen.

 

 

Wie sieht Erfolg für dich persönlich aus und was ist dein Weg dorthin?

Erfolg messe ich daran wie es gelingt, die Familie und das Business zu vereinen. Das gelingt mal besser – und manchmal merke ich leider, das ich mir wieder zu viel zugemutet habe.

 

 

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es, den alltäglichen MomPreneurs-Wahnsinn irgendwie zu meistern?

Listen, Listen Listen. Ehrlich: wenn ich mir nicht am Vortag bereits notieren würde, was ich mir alles vornehme, würde ich mich wohl verzetteln. Die knappe Zeit versuche ich mir einzuteilen und für jede Aufgabe ein bestimmtes Limit zu setzen. Klappt nicht immer, aber immer öfter. Allerdings kommt es auch vor, dass Unplanbares, wie z.B. die Krankheit eines Kindes die ursprüngliche Planung durcheinander bringt. Hier ist dann Improvisationsvermögen gefragt 😉

 

 

Welche Top Drei Tipps & Tools bringen dir wirklich Ergebnisse im Business oder erleichtern dir deinen MomPreneurs-Alltag am meisten?

Wie bereits gesagt hilft es mir sehr, meinen Tag/ die Woche zu strukturieren. Was ich leider zu oft vergesse ist, dass ich mir selbst auch Auszeiten gestatte. Aber ich lerne stetig hinzu.

 

 

Wie können wir in unserer Gesellschaft mehr MomPreneurship ermöglichen – welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?

Oh, zunächst müsste da der Gender-Pay-Gap überwunden werden, bzw. generell fehlt es noch an vielen Stellen an der Gleichberechtigung der Frauen. Das fängt an mit der sogenannten Care-Arbeit, die eben doch meist von Frauen übernommen wird, weil ja der Mann das höhere Einkommen hat oder weil Männer nicht so einfach in Elternzeit gehen können. Eine in irgendeiner Art gestaltete Honorierung dieser Care-Arbeit wäre vielleicht schon ein Anfang. Diese Rollenverteilung ist ein tief-gesellschaftliches Phänomen, an welchem schwer zu rütteln ist. Da müsste das gesamte Bildungssystem reformiert werden, um daran etwas zu verändern. Und auch nehme ich unsere Gesellschaft nicht gerade als kinderfreundlich wahr: zu einem Termin mit einem Hund zu erscheinen ist inzwischen schon fast normal, aber ein Kind mitzubringen gilt oft noch als No-Go. Da braucht es einfach mehr Selbstverständlichkeit und eine weniger scharfe Trennung zwischen Business und Familie: beides ist ja das LEBEN, und wie ich finde nicht wirklich voneinander trennbar.

 

 

Dein wichtigstes Learning als MomPreneur für andere MomPreneurs?

Tausche Dich mit Anderen aus, bestärkt Euch gegenseitig. Keine muss alles allein machen!

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