WARUM MomPreneurs oder der eisenhardte Wille, mehr zu bewegen

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WARUM MomPreneurs oder der eisenhardte Wille, mehr zu bewegen

Als Mutter war ich so glücklich und unglücklich wie nie zuvor.

Ich hatte einen tollen Mann an meiner Seite, zwei großartige Mädels und den Wunsch, eine gute Mutter zu sein…

ABER nicht nur das. Ich wollte auch weiterkommen, Projekte und Menschen bewegen.

Ja, ich war naiv. Naiv, weil ich glaubte, dass es mit Kind einfach so weitergeht.

Jedenfalls für jemanden wie mich: Startup-Branche, guter Background, Top-Referenzen, Drive und der eisenhardte Wille, mehr zu bewegen…

„Lean in – sit at the table“ war die Botschaft von Sherryl Sandberg.

Nach 10 Monaten saß ich wieder am Tisch, aber es war nie so wie früher. Zwischen der Vielzahl der kinderlosen Youngstars fühlte ich mich wie E.T.

Teilzeit hatte was von „du wirst hier nicht (mehr) für voll genommen“, aber schön, dass du wieder oder noch da bist. Noch.

Der (naiv) erhoffte Trade-Off „Kinder abgeben gegen einen erfüllenden Job mit Herausforderung und Perspektive“ war ein Eigentor.

Ein weiteres Kind und ein Unternehmen später saß ich im Personalbüro und wusste, dass es soweit war. Rationalisierung: 24 Std. Steh-auf-Männlein vor Risiko-Müttern.

Ein harter Moment, selbst für eisenhardte Spezies wie mich. Mitten am Tag radelte ich nach Hause, während die Tränen über meine Wangen liefen.

Neuer Versuch, neues Glück: diesmal Vollzeit. Vielleicht bin ich dann wieder „voll“ drin und nicht nur zum Teil?!

Die Realität: 5 Uhr aufstehen, 7 Uhr im Büro, 16 Uhr Hetze zur Kita, E-Mails und Telefonate auf dem Spielplatz, Kidstime of my life bis 20 Uhr, Chaosbeseitigung, kaum Zeit mit meinem Mann, zweite Arbeitsschicht 21-23 Uhr.

Täglich grüßt das Murmeltier. Nach 6 Monaten gehe ich. Diesmal für immer.

Der latente Wunsch „Endlich mein eigenes Ding machen!“ war so stark wie nie zuvor.

Also stürzte ich mich in die Berliner Gründerszene und stellte zwei Dinge fest:

  1. Es gibt fast nur Männer, wenig Frauen und noch viel weniger Mütter.
  2. Erfolg ist GROSS! Wer erfolgreich ist, hat GROSSE Summen Venture Capital, ein GROSSES Team, noch GRÖSSERE Businesszahlen und arbeitet quasi rund um die Uhr, um noch schneller noch GRÖSSER zu werden.

 

Das konnte und wollte ich nicht als Mutter.

Umgekehrt wollten die Investoren auch KEINE Mütter. GROSSES Geld und Mütter. Lass mal, Baby!

Der Versuch, mein Startup MOMSLINK GROSS zu machen, war gescheitert.

Ein Schlag mitten ins Gesicht, ein Rückschlag für MomPreneurs – Mütter, die auch Unternehmerinnen sind und MEHR bewegen wollen.

Aufgeben war KEINE Option, denn ich war überzeugt: „Mütter sind eine der meist unterschätzten Ressourcen überhaupt.

Es muss gehen, wenn auch anders!

Meine Mission: „MomPreneurs unterstützen, inspirieren und motivieren, ihren eigenen Weg zu gehen“

Wie ich losgelaufen bin, was und wer mir auf dem Weg begegnet ist und warum es Zeit ist, für MomPreneurs ein neues Kapitel aufzuschlagen, erzähle ich dir nächste Woche.

Ich kann es schwer in Worte fassen, es waren extreme Auf und Abs und in einigen Momenten habe ich mich wie Jeanne d’Arc gefühlt:

Ging es dir ähnlich? Was ist dein WARUM und was treibt dich an? Verrate es mir im Kommentar unten.

Titelbild: Esther Eisenhardt

10 Kommentare
  • Britta Boscheinen
    Posted at 07:23h, 18 November Antworten

    Mein Warum ist, meinen Kids, insbesondere meinem jüngsten behinderten Kind zu zeigen, dass Grenzen nur in den Köpfen bestehen und jeder seine Träume verwirklichen kann und darf, wenn er mutig ist und für seine Freiheit und Selbstbestimmung kämpft. Das ist auch meine Botschaft nach außen an alle, die ihre Träume nicht aufgeben wollen, trotz aller Herausforderungen, die sie zu meistern haben. #aufgebenistkeineoption

    • esther
      Posted at 18:39h, 18 November Antworten

      Liebe Britta, vielen Dank für deinen Kommentar! Was für eine wundervolle Botschaft, die du hast. Und nicht nur das. Eine starke Mutter, die ein starkes Vorbild für ihre Kinder ist. Weiter so & ganz viel Erfolg!! Let´s rock!

  • Gabriele Patzschke
    Posted at 16:25h, 18 November Antworten

    Liebe Esther,
    wir teilen eine ähnliche Vision und mich treiben ähnliche Motive an wie Dich – ich träume von einer Welt, in der jede Mutter ihr GANZES Potenzial entfalten kann – davon sind wir noch weit entfernt… aber wenn wir Mütter aufbrechen und genau das einfordern, werden wir es schaffen – auch die MATRISOPHIE, MOTHERBOOK und unser Netzwerk „Digitale Elternhelfer“ werden mit meinem intensiven Einsatz für ein Weiterkommen sorgen. Bleib‘ dran!!!
    #aufgebenistkeineoption #bettertogether

    • esther
      Posted at 18:41h, 18 November Antworten

      Liebe Gabi, vielen Dank dir! Und ja – wir müssen zusammenhalten, um für noch viel mehr Mütter neue Potenziale zu erschließen #nevergiveup

  • Ewa
    Posted at 17:51h, 18 November Antworten

    Oh, Esther, es ist als ob du meine Geschichte erzählt hättest. Ich erlebte einen absoluten Supergau während ich um 16:20 Uhr meinen Arbeitsplatz verließ, um zum Kindergarten und zur Krippe zu hetzen. Am Fenster meines Autos steckte ein Zettel auf dem stand: „Hallo. Sie haben einen Platten am rechten vorderen Reifen.“ Neu in der Gegend wie wir waren, hatte ich kein soziales Netzwerk, dass mir hätte helfen können. Mit viel Herumtelefoniererei fand ich eine flüchtige Nachbarin, die mir meine Kinder abholte. Ich kam 1,5 Stunden später mit Bus und Bahn zu Hause an. An diesem Abend lag ich noch sehr lange wach. Ich schwor mir, so eine Situation würde mir nie wieder passieren. Nie mehr würde ich es zulassen, dass meine Familie und ich uns für die Arbeit verbiegen. Ich würde alles dafür tun, dass die Arbeit sich um mein Leben herum gestalten lässt. Einige Jahre später mit zahlreichen Schleifen und Learnings habe ich ein System gefunden, dass nicht nur mir sondern auch anderen ambitionierten Müttern ermöglicht, eigene Projekte im Alltag zu verwirklichen. Es ist mein stärkstes Warum und meine große Vision!
    Ich grüße dich ganz herzlich liebe Esther,
    Ewa

    • esther
      Posted at 18:42h, 18 November Antworten

      Liebe Ewa, ich kann dich so gut verstehen und finde es großartig, dass du deinen Weg gegangen bist und dein WARUM gefunden hast. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg. Lets rock!!

  • Evelyn Scherber
    Posted at 12:38h, 19 November Antworten

    Liebe Esther, mein WARUM ist, meinen Traum zu leben, meine kreative Arbeit täglich so zu gestalten und meine Arbeit selbst in der Habd zu haben, dass ich mein eigener Arbeitgeber bin. Dafür lebe ich nunmehr seit 15 Jahren mit dieser Herausforderung, seitdem arbeite ich selbständig. Ich bin Mutter einer 14jährigen Tochter. Ich liebe meine Arbeit und ich kann jedem nur ans Herz legen: Lebe Deinen Traum. Der Kampf lohnt sich. Jeden einzelnen Tag!

    • esther
      Posted at 12:34h, 20 November Antworten

      Liebe Evelyn, vielen Dank für deine Worte! Es ist oft alles andere als leicht, aber es lohnt sich zu kämpfen, um für sich und andere so viel mehr bewegen zu können!

  • Laura Kasper
    Posted at 03:33h, 20 November Antworten

    Es ist toll von Dir zu hören und sich von deiner Kraft motivieren zu lassen. Ich hab es so satt in Teilzeit so wenig zu verdienen, dass mein Gehalt schon fast irrelevant ist und trotzdem alles zu kurz kommt: die Kinder, der Spaß und die Möglichkeit mehr zu erreichen.

    • esther
      Posted at 12:36h, 20 November Antworten

      Liebe Laura, ich kann dich sooooo gut verstehen. Die Arbeitswelt ist nach wie vor leider sehr mütterunfreundlich. Gleichzeitig sind die Voraussetzungen so gut wie nie zuvor sein eigenes Ding zu machen. Früher oder später machst du es bestimmt auch 🙂 ! Alles Liebe!

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