Wie du mit Evernote den Alltag als Mompreneur leichter meisterst

Wie du mit Evernote den Alltag als Mompreneur leichter meisterst

Als Mutter und Unternehmerin komme ich mir oft vor wie ein Jongleur: Alle Bälle immer schön in der Luft halten und ja nichts aus den Augen verlieren. Wie anstrengend das sein kann, muss ich dir sicher nicht sagen. Umso wichtiger ist es, sich gut zu organisieren und dazu auch passende Tools einzusetzen. Für mich ist so ein Tool Evernote! Deswegen möchte ich hier die wichtigesten Fragen dazu klären: Was ist Evernote genau? Und vor allem: Was kann es?

Evernote ist eine Notiz-App, also ein Programm, mit dem du Texte und Bilder, aber auch Checklisten und Erinnerungen erstellen und speichern kannst. Es ist auf allen möglichen Plattformen verfügbar: im Browser, als Desktopprogramm oder als App für Smartphone und Tablet. Natürlich werden die Inhalte auf Wunsch synchronisiert und sind dann überall, auf allen Geräten, gleichermaßen verfügbar.

Vielleicht hast Du Evernote schon mal ausprobiert und wieder kopfschüttelnd deinstalliert. Ging mir auch so. Mehrmals. Denn die größte Stärke von Evernote ist gleichzeitig auch ein großes Problem: die volle Flexibilität!

Evernote ist das, was du draus machst. Vielen fehlt aber gerade am Anfang überhaupt eine Idee, was sie mit dem Tool alles anstellen können. Daher erzähle ich dir in diesem Artikel, wie ich es einsetze. So bekommst du vielleicht ein paar Inspirationen wie du es für dich nutzen kannst, um den Alltag zwischen Business, Familie und deinen eigenen Bedürfnissen leichter zu meistern.

Die Besonderheiten von Evernote

Bevor ich dir ganz praktische Einsatzmöglichkeiten von Evernote für Mompreneurs zeige, hier erstmal die wichtigsten Punkte, die das Arbeiten mit Evernote so toll machen:

  1. Egal von wo aus du arbeitest: Alle Informationen sind durch die Synchronisation an Ort und Stelle.
  2. Durch die Suche in Evernote finde ich alle Informationen wieder. Auch Texte in Bildern oder PDF-Dokumenten werden durchsucht.
  3. Integrationen lassen Evernote mit anderen Tools und Programmen wunderbar zusammenarbeiten.
  4. Mit dem Webclipper — einer Erweiterung für Browser — kann man ganz leicht Webseiten, Artikel, Bilder, Auswahlen oder PDF-Dokumente in Evernote ablegen.
  5. Die flexible Organisation mit Notizbüchern, Notizbuchstapeln und Schlagwörtern passt sich den eigenen Bedürfnissen an.

Klingt gut? Dann stelle ich dir jetzt mal meine wichtigsten Einsatzgebiete für Evernote vor.

Evernote und mein Unternehmen

Was ist Evernote für mein Unternehmen? Sehr viel! Es ist

  • Wissensdatenbank
  • Planungshilfe
  • Ideen- und Inspirationssammlung
  • CRM (Kundendatenbank, Gesprächsnotizen)
  • Dokumentenablage (Belege, Reports, etc.)
  • Backup für Blogartikel und Bilder
  • Materialpool
  • Präsentationstool
  • und vieles mehr

Interessante Artikel oder E-Books, Bilder, Grafiken, Textpassagen o.ä. speichere ich mit dem Webclipper direkt ab und habe damit meine eigene Wissens- und Inspirationsdatenbank aufgebaut.

Die Vorteile sind:

  • Ich kann wichtige Stellen markieren.
  • Die Quelle wird mit erfasst.
  • Das Material ist im Gegensatz zu einem einfachen Link auch dann noch verfügbar, wenn die Quelle nicht mehr existiert.
  • Auch handschriftliche Notizen zu Gesprächen, Vorträgen oder Meetings kann ich ablegen und sie sind durch die Handschriftenerkennung sogar durchsuchbar.

Wichtige Dokumente, die ich per Mail erhalte, schicke ich per Evernote-Mailadresse direkt weiter. Durch eine spezielle Syntax für den Betreff, kann ich für Belege oder Rechnungen gleich das richtige Notizbuch, Schlagwörter und ggf. Fälligkeiten angeben. Wichtige Papierdokumente scanne ich mit der Fotofunktion der Smartphone-App ein.

Für meine Kunden und Kontakte habe ich mir ein eigenes CRM in Evernote erstellt. In drei Vorlagen erfasse ich Stammdaten, ToDos und die Kontakthistorie. Checkboxen in der ToDo-Liste können bei Bedarf mit Tools wie Taskclone direkt in ToDo-Programme überführt werden. Einige ToDo-Apps wie Azendoo greifen direkt auf Checkboxen in Evernote zu und synchronisieren diese Aufgaben.

Mittels IFTTT (If this then that) sichere ich meine Blogartikel (zusätzlich zum normalen Backup) und Instagrambilder.

Wichtige Dateien und Informationen für mein Business sammle ich ebenfalls in Evernote:

  • Logos in verschiedenen Ausführungen
  • Profilbilder
  • Farbwerte
  • Textvorlagen
  • etc.

Interessant ist so ein Pool, weil man ihn dauerhaft oder kurzzeitig auch für andere freigeben kann, z.B. bei Kooperationen, Gastartikeln, etc.

Evernote bietet auch eine Präsentationsfunktion. Die ist eher minimalistisch, nicht so schick wie Powerpoint & Co, aber für schnelle Präsentationen völlig ausreichend. Der Vorteil ist, dass Änderungen und Ergänzungen gleich eingearbeitet und für Teammitglieder freigegeben werden können, denn auch das kann Evernote: Teamwork.

Eine weitere Idee, die ich aber nicht so nutze: Mit Kalendervorlagen kannst du auch deine Redaktionsplanung für Blog und Social Media in Evernote erledigen.

Vielleicht hast du schon jetzt einen Eindruck, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten von Evernote sind. Das sind hier nur einige Ideen. Der eigenen Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.

Evernote und meine Familie

Auch privat setze ich Evernote oft und gerne ein. Für unsere Familie haben sich diese Einsatzzwecke als besonders hilfreich erwiesen:

  • Einkaufshilfe
  • Rezeptdatenbank
  • Reise- und Ausflugsplanung
  • Bedienungs- und Spieleinleitungen sichern
  • Sammlung von Kinderkunstwerken
  • Wunschzettel

Ich schreibe keine Einkaufslisten in Evernote, obwohl das natürlich auch geht. Was ich aber mache: Ich fotografiere Verpackungen von Staubsaugerbeuteln oder Glühbirnen ab und hab dann immer die Infos dabei, denn ich kann und will mir sowas nie merken.

Interessante Rezepte, die ich in Blogs, Kochcommunities oder Zeitschriften finde, wandern in meine Rezeptdatenbank. Mittels Schlagwörtern kann ich sie organisieren (spezielle Zutaten, Zubereitungszeit, Art usw.). Rezepte, die ich in der Woche kochen will, bekommen ein spezielles Schlagwort und sind mit gespeicherten Suchen sofort aufrufbar.

Bei Reisen oder Ausflügen speichere ich Informationen wie Fahrpläne, Adressen, Karten, etc. in ein spezielles Notizbuch. Dieses mache ich in der Smartphone-App offline verfügbar. So kann ich auch ohne Netz unterwegs auf die Informationen zugreifen.

Bedienungs- und Spielanleitungen wandern abfotografiert oder als PDF nach Evernote. Oft schmeiße ich die Papierversion dann auch weg. Der Vorteil: bei Bedarf schneller auffindbar und weniger Papier daheim.

Meine drei Kinder malen sehr viel. Viele der Kinderkunstwerke oder kleinen Zettelchen habe ich abfotografiert und so dokumentiert. Auch die übers Jahr geäußerten Wünsche meiner Lieben oder meine eigenen Geschenkideen sammle ich nebenbei. Dann kommt Weihnachten oder der Geburtstag nicht gar so plötzlich.

Evernote und ich

Unternehmen und Familie nehmen viel Zeit in Anspruch. Da muss man schon schauen, dass die eigenen Bedürfnisse nicht zu kurz kommen. Hobbys sind mir sehr wichtig und auch hier hilft mir Evernote. Als Handarbeitsfan sammle ich hier Anleitungen aller Art. Der Vorteil: Ich kann Anmerkungen zu Änderungen oder Material notieren und hab diese so dokumentiert.

Evernote ist auch mein privater Pinterest-Ersatz, das heißt hier wandern Bilder, Texte und Zitate hin. Interessante Bücher oder Filme merke ich mir auch durch einen Eintrag oder ein Handyschnappschuss.

Weitere Einsatzbeispiele wären das Schreiben eines Tagebuchs. Hier schwanke ich oft zwischen analog, was ich persönlich schöner finde, und digital, was einfach praktisch ist.

Fazit

Für mich ist Evernote aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken! Auch wenn es für einige Einsatzzwecke sicher geeignetere Tools gibt, ist es für mich ein großer Vorteil, alles unter einem Dach zu haben. Viele meiner Tools wähle ich auch bewusst danach aus, ob sie mit Evernote zusammenarbeiten oder nicht.

Ich weiß aber, dass viele mit Evernote nichts anfangen können. Ich hab ja schon geschrieben: Evernote ist das, was du draus machst. Das bedeutet, dass du gerade am Anfang und immer mal wieder zwischendurch Zeit investieren musst, um ein System für dich zu entwickeln und auch in Evernote Ordnung zu halten. Und du solltest es dann, damit es zur Routine werden kann, auch möglichst täglich nutzen!

Oft wird auch die Frage gestellt, ob Evernote ein Ersatz für eine ToDo-App ist. Meine Antwort: Jein! Es kommt drauf an… Wenn du es gerne einfach magst auf alle Fälle. Wenn du aber viel mit Fälligkeiten, Erinnerungen, Prioritäten und wiederholenden Aufgaben arbeitest, gibt es sicher bessere Tools dafür. Es gibt aber auch User, die ein komplettes Getting Things Done-System mit täglichen, monatlichen und jährlichen Listen anlegen und das funktioniert für sie super.

Vielleicht macht dich der Artikel ja neugierig und du probierst Evernote einfach mal aus. Vielleicht hast du Evernote auch schon im Einsatz und hast noch ganz andere Ideen, wie man es einsetzen kann? Dann freue ich mich über deine Fragen oder Ideen unten in den Kommentaren!

Zur Autorin

Katharina Hirsch ist Social Media Beraterin und Onlineredakteurin und berät Einzel- und Kleinunternehmerinnen vor allem rund um Facebook. Unter www.web-und-wissen.de bloggt sie über Social Media- und Webthemen. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Fürth bei Nürnberg.

 

Titelbild: sangaku/Shutterstock.com

4 Kommentare
  • Elena vom LANDGLUECK - MAMI BLOG
    Posted at 20:51h, 30 Mai Antworten

    Seit einiger Zeit arbeite ich auch mit Evernote und bin begeistert. Danke für diesen schönen Artikel mit so vielen neuen Tipps für mich. Insbesondere das Abfotografieren von Gebrauchsanleitungen etc. merke ich mir!!!
    LG
    Elena

  • Jule Hessler
    Posted at 05:55h, 19 Juni Antworten

    Toller Artikel, Evernote ist ja ein Allrounder.,
    Hast du das alles selber rausgefunden, ein Buch darüber gelesen oder einen Workshop besucht?

  • Barbara Ottnad
    Posted at 12:42h, 15 Oktober Antworten

    Schöner Artikel, Danke!
    Ich habe mehrere Pinwände so ähnlich wie das Foto oben, und meine Notizen verteilen sich wie Staub durch alle meine Lebensbereiche. Habe auch Evernote und diverse andere cloudbasierte Dienste schon probiert, aber nichts richtig beherrscht. Hab auch schon ein Buch zu Evernote gekauft und etwas in Foren herumgelesen, aber das waren nur noch mehr „Möglichkeiten“ und führte nicht zu einer persönlichen Lösung. Inzwischen nutze ich Evernote nur sporadisch, schreibe viel auf Papier – aber die Zettel nerven…
    Meine Frage: gibt es in München (oder zur Not auch anderswo) jemanden, der persönliches Training oder Coaching in Informationsmanagement mit Evernote anbietet? Meine Google-Recherche hat mich „in den Wald“ geführt…. LG Barbara

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