Wie du deine Idee testen, umsetzen und bekannt machen kannst

Wie du deine Idee testen, umsetzen und bekannt machen kannst

Letzte Woche habe ich mir das erste Mal die Sendung „Die Höhle der Löwen“ angesehen. In der MomPreneurs-Facebookgruppe wurde ich darauf aufmerksam, dass eine MomPreneur dabei sein wird! „Eine von uns“ sozusagen und das wollte ich auf keinen Fall verpassen. Dass mich Eva Malawskas Auftritt und ihre Geschichte gleich doppelt überraschen – damit hatte ich allerdings nicht gerechnet, als ich den Fernseher einschaltete. Aber der Reihe nach.

Dein Business zum Wachsen zu bringen wird dir nicht geschenkt, soviel ist sicher. Ganz am Anfang steht unter der Spalte „Gewinn“ allenfalls eine kleine rote schwarze Zahl und alles, was nicht nach einer gewissen Zeit relevantes Geld abwirft gilt beim Finanzamt sogar als „Liebhaberei“.

Ganz ohne finanzielle Unterstützung lässt es sich in vielen Fällen (nicht in allen) allerdings schwer gründen, geschweige denn wachsen und du musst anfangen zu überlegen, wo das Geld zur Umsetzung deiner Ideen herkommen könnte. Du kannst

  • Freunde und Verwandte fragen, ob sie in deine Idee investieren wollen (kann Auswirkungen auf das Verhältnis haben)
  • bei der Bank vorsprechen, ob du einen Kredit erhälst (gute Startzahlen und ein sehr guter Businessplan sind nötig)
  • Fördergelder beantragen (zum Beispiel über die Agentur für Arbeit oder regionale Angebote, hierfür sind bestimmte Voraussetzungen nötig)
  • Investoren suchen (sehr aufwändig mit wenig Aussicht auf Erfolg)
  • oder auf eigene Ersparnisse zurückgreifen

Eva Malawska hat es genau so gemacht. Als sie 2014 gründete, ging sie an die eigenen Reserven, um ihren Online-Shop „Kleine Prints“ auf die Beine zu stellen, in dem sie individuelle Pappfotobücher für Kinderhände anbietet. Organisches Wachstum war geplant. Langsam aber stetig und aus eigener Kraft.

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Die ersten Fotobücher verkauften sich schnell und Evas Freunde und ihre Schwester waren so begeistert, dass sie ihr dazu rieten, sich bei der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“ zu bewerben, die sie selber so gerne verfolgte.

Nach einigem Zögern schickte Eva also eine E-Mail an die Redaktion und erhielt tatsächlich einen Anruf und ein erstes Interview. „Danach dauerte es einige Zeit, bis ich wieder angerufen wurde. Das nette, überwiegend weibliche Redaktionsteam hatte sich für mich und meine Idee eingesetzt und so konnte ich kurzfristig für jemanden einspringen, der doch nicht teilnehmen konnte.“ berichtete mir Eva.

Dann ging alles ganz schnell. Eva bekam einen Berater an die Seite gestellt, der ihr bei der Vorbereitung ihrer Präsentation vor den „Löwen“ half und ihre Zahlen mit ihr zusammen aufbereitete. Ihre Unternehmensbewertung und ihre finanziellen Anforderungen an die Investoren hatte Eva vorab mit ihrem Freund festgelegt – ein BWLer, wie praktisch 😉

Dass nicht-gewinnbringende Unternehmungen Liebhaberei sind, sieht nicht nur das Finanzamt so, sondern auch die fachkundige Jury der Show „Die Höhle der Löwen“ und ich war sehr gespannt darauf, wie sie auf Evas kleines aber feines Business reagieren würde.

Wenn du die Show verpasst hast, kannst du dir Evas Auftritt jetzt hier ansehen:

Soviel positives Feedback! Ich habe mich wirklich für Eva gefreut!

Zum Thema Investoren musst du wissen, dass sie nicht so sehr nach Einzelunternehmern Ausschau halten. Sie suchen in erster Linie ganze Teams mit guten Ideen, denn sie wissen, wieviel Arbeit ein Markteintritt bedeutet und was alles dazu gehört, um schnell zu wachsen. Die meisten sind nicht in erster Linie daran interessiert, dich operativ zu unterstützen, sie wollen investieren und entsprechend schnell von der eigenen Investition profitieren. Daher ist die Suche nach Investoren nichts, was ich dir pauschal empfehlen möchte. Es kommt ganz auf dein Business und seine Voraussetzungen an.

Dennoch fand sich in der Sendung nicht nur positives Feedback sondern auch eine Investorin, Lencke Steiner, die bereit ist, in Evas Unternehmen zu investieren. Wow! Ihr seht, was alles möglich ist! Aber was ist nach der Show passiert? Ich war heute mit Eva zum Telefonieren verabredet und wirklich richtig neugierig.

evamalawska

„Cathrin, es war der WAHNSINN! Der Shop ist noch während der Ausstrahlung der Sendung zusammengebrochen. Ich habe so viele E-Mails bekommen, mit Lob für mein Produkt aber auch mit sehr wertvollem Feedback zum Fotobuch und zum Online-Shop. Diese Reaktion hat meine Erwartung total übertroffen.“

Und ist die Zusammenarbeit mit Lencke wirklich zustande gekommen? Die Sendung wurde immerhin bereits im März aufgezeichnet.

„Die Gespräche mit Lencke waren sehr hilfreich und das Angebot der Investition steht. Auf einen Marketingeffekt der Fernsehshow hatte ich zwar gehofft, aber mit den Ausmaßen habe ich nicht gerechnet. Mal sehen wie es weitergeht.“

Obwohl Eva als Einzelunternehmerin also „nur“ ein kleines Business hat, gab es sehr positives Feedback von namhaften Investoren (die Investoren erfahren wirklich erst bei der Aufzeichnung von den einzelnen Projekten und reagieren spontan!). Die zweite Überraschung: der Marketingeffekt ist so groß, dass Eva einen ordentlichen Anschub für ihr Business erhalten hat, unabhängig von eingesetztem Fremdkapital.

Die Teilnahme an einer Fernsehshow ist natürlich nicht für jede MomPreneur möglich oder sinnvoll. Aber es gibt auch eine andere Möglichkeit, a) die Marktchance deiner Idee bei potenziellen Kunden zu prüfen und dir b) den Markteintritt finanzieren zu lassen, während du gleichzeitig c) vom Marketingeffekt der Kampagne profitierst – quasi ohne eigenes Kapital: Crowdfunding!

Hände hoch: Wer kennt Anna Yona von Wildling Shoes NICHT? 😉 Beim MomPreneurs-Meetup in Düsseldorf hat Anna gerade letzte Woche von ihrer erfolgreichen Kampagne auf Kickstarter.de berichtet: Anna wollte für den Markteintritt ihrer Kinderschuhe 15.000 Euro sammeln, um die erste Kollektion produzieren zu lassen.

Der Marketingeffekt der Kampagne war riesig, denn das Produkt kommt bei den Kunden einfach gut an. On top wurde die benötigte Summe weit übertroffen: 75.000 Euro sind am Ende herausgekommen! Übrigens: Am 6.11. könnt ihr Anna auf dem MomPreneurs Meetup in Köln treffen.

Auch Shirley und Stephanie vom Wunderhaus gehen den Weg über eine Kickstarter Kampagne, um ihren Traum einer Wellness-Oase für Familien zu verwirklichen.

Und Eva? Sie bereitet jetzt das Weihnachtsgeschäft vor und freut sich über jeden einzelnen Neu-Kunden.

Fazit

Teste dein Produkt zuerst am Kunden und ziehe organisches Wachstum ohne Fremdfinanzierung in Erwägung. So bewahrst du dir nicht nur deine Unabhängigkeit, du hälst auch das finanzielle Risiko gering (Bootstrapping). Wenn du wirklich Geld brauchst, um dein Produkt zu finanzieren, denke über ein Crowdfunding nach, um deine Idee am Markt zu testen und gleichzeitig den Marketingeffekt mitzunehmen!

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Zur Autorin

Cathrin Eggers ist Mom eines 8-jährigen Sohnes und hat viele Jahre als Management-Assistentin gearbeitet, unter anderem in der Unternehemensberatung. Seit drei Jahren ist sie Bloggerin. Auf ihrer Seite SterneBewerbung berät sie Frauen, die sich erfolgreich bewerben wollen. Cathrin ist Teil des MomPreneurs-Teams und organisiert die Düsseldorfer MomPreneurs-Meetups.

Bilder: Eva Malawska, CC0 Public Domain/Pixabay

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