Wie du mit akutem Schlafmangel zum MombiePreneur wirst – und durchhälst

Wie du mit akutem Schlafmangel zum MombiePreneur wirst – und durchhälst

Gestern musste ich schmunzeln, als mir zufällig beim Aufräumen eine alte Brigitte MOM mit dem Cover Titel „Ich bin ein Mombie. Überleben ohne Schlaf“ (Mombie: Mom, die durch Schlafentzug zum Zombie wird) in die Hände fiel.

In dem Artikel heißt es: „Kennst du „Die Nacht der lebenden Toten?“ Das ist ein Zombie Film. Noch grauenhafter aber ist der Tag der todmüden Mütter… Nachtschichten auf Autopilot sind eine gruselige Mischung aus tödlicher Müdigkeit und Erschöpfung, kombiniert mit einem Adrenalin-Dauerhoch, weil das Baby seit drei Tagen 40 Grad Fieber hat oder der Fünfjährige wegen verstopfter Nase und Ohren nicht schlafen kann.“

Die Frage, ob du diese Situation kennst, erübrigt sich, weil du wahrscheinlich genauso gut weißt wie ich, wie sich das anfühlt. Das wünscht man keinem. Und schon gar nicht uns MomPreneurs.

Meine beiden Mädels sind inzwischen 7 und 9 Jahre alt und ich konnte mich bis vor 10 Tagen (ehrlich gesagt und glücklicherweise) nur noch aus der Vergangenheit an solche Situationen erinnern. Man verdrängt ja auch viel mit der Zeit.

Aber dann war ich plötzlich wieder voll im Bilde und mittendrin: Meine kleine Tochter hatte zum Ende der Sommerferien über Tage hinweg hohes Fieber. Nach drei Autopilot-Nächten mit Adrenalin-Dauerhoch, in denen ich ihr gefühlt 50 x pro Nacht an die Stirn fasste, ihr schlückchenweise Wasser gab und selbst Schweißausbrüche bekam, wenn das Fieberthermometer schon wieder auf die 40°C kletterte, war (auch ich) am Ende. Ich hatte Angst, war erschöpft und einfach hilflos., während meine (extra angereiste) Schwiegermutter im Nebenzimmer fest und selig schlief.

Ich nehme mal das Happy-End vorweg, damit wir zum Punkt kommen und du dir keine Sorgen machen musst: Inzwischen ist die Kleine Gott sei Dank wieder wohlauf und hat ausreichend Energie zurückgewonnen, um mit mir zu streiten. Also, alles gut. Oder? Nein, nicht ganz. Nicht nur, weil ICH noch einige Nächte brauchte, um MICH von den Mombienächten zu erholen, sondern auch mein Business.

Für die meisten von uns ist das eigene Business auch wie ein Kind, dass wir genauso hegen und pflegen und das wir, wenn auch auf ganz andere Weise, genauso innig lieben wie unsere Kinder. Und genau deshalb ist es für uns eben meistens so schwer, einfach alles stehen und liegen zu lassen, auch wenn alle Verständnis dafür haben. Dazu kommt bei den meisten noch der wirtschaftliche Gedanke: Es muss einfach laufen!

Ich denke aber, das Gute an solchen Situationen ist, dass sie uns zwingen, uns auf das Wesentliche zu beschränken. Auf das, was WIRKLICH zählt. Und uns zeigen, dass manchmal eine bestimmte Sache wirklich die Wichtigste ist. Das bedeutet mehr denn je zu fokussieren, zu priorisieren, NEIN zu sagen und das auch aus- und durchzuhalten. Und damit meine ich nicht nur unser Business, sondern auch und vor allem unsere Gesundheit. Es ist eben nicht damit getan, heute mal ein bisschen früher ins Bett zu gehen.

Die Brigitte MOM bringt das ganz gut auf den Punkt: „Nach ungefähr einer kompletten schlaflosen Woche in der Hölle stirbt man. Mütter sind über Kleinkinderjahre hinweg chronisch schlaflos. Und dadurch gereizt, unkonzentriert, immunschwach, oft depressiv.“

Ich kenne das aus dem ff. Wenn du denkst „das geht (doch) noch, weil es einfach gehen muss und du da durch musst. ABER gerade in solchen Schwächemomenten, in denen du Schokolade aus Schlafmangel isst, damit das Gehirn überhaupt noch irgendwie funktioniert, verschwimmen Prioritäten und du kannst null mehr zwischen unwichtig und wichtig unterscheiden.

[Tweet „Jedes „Ja“ zu unwichtigen Dingen ist gleichzeitige ein „Nein“ zu wichtigen Dingen“]

Bevor wir uns hier aber ins wirkliche Horrorkabinett begeben, möchte ich einfach mal einen Schnitt machen. Bis hierhin und nicht weiter. Denn so geht es eben nicht. Das weißt du auch, nehme ich an.

Ich selbst habe diese aktuelle Mombie(preneur) phase letztendlich gut überstanden. Warum? Weil ich mich auf das beschränkt habe, was für mich wirklich (!) wichtig ist und was mir Kraft gibt. Nach 5 Tagen habe ich wieder angefangen, mein geliebtes Morgenritual zu praktizieren. Ich habe mir die Zeit genommen, meinen grünen Kraftcocktail morgens zuzubereiten. Und ich habe eisenhardt 😉 um 20 Uhr den Rechner ausgemacht, um früh ins Bett zu gehen.

Noch mehr als sonst, habe ich aber versucht, meine Zeit in ergebnisorientierte Aktivitäten zu stecken. Aktivitäten, die Ergebnisse bringen und mir zeigen wo es langgeht. Schritte, die, wenn auch nur ein kleines, aber doch ein Adrenalin-Hoch bringen. Die Freude darüber, einen kleinen Schritt (trotz der Umstände) vorangekommen zu sein. Und das tut nicht nur der Seele, sondern auch dem angeschossenen Immunsystem einfach gut!

[Tweet „Fokus bedeutet vor allem, unwichtige Dinge einfach nicht (mehr) zu tun.“]

Deshalb ist es im alltäglichen MomPreneur-Wahnsinn umso wichtiger, einen klaren Kopf zu behalten und jeden Tag zu überlegen: Was ist mein Ziel? Was ist die eine Sache, die mich (und mein Business) heute weiterbringt? Was macht alles andere entweder leichter oder unnötig, beziehungsweise obsolet? Dies ist übrigens die Kernfrage in „The one thing“ von Gary Keller. Ein Buch, das mir im wahrsten Sinne des Wortes die Augen geöffnet hat und das ich dir guten Herzens empfehlen kann.

[Tweet „Was ist die eine Sache, die alles andere entweder leichter oder unnötig macht?“]

Probiere es doch mal aus: Konzentriere dich morgen früh einmal 150% nur auf diese eine Sache. Auch wenn dein Unterbewusstsein oder die kleinen Teufelchen im Kopf dir immer wieder zuflüstern, dass das jetzt zu anstrengend ist oder du das auch noch später machen kannst: Sei stark! Setz dich durch. Du wirst sehen, dass du dadurch jeden Tag einen Schritt mehr vorankommst.

Übung:

Liste alle deine Aktivitäten auf, die dich gerade beschäftigen und bewerte jede einzelne auf einer Skala von 1 bis 10! 1= Mehrwert, 0 = bringt mich null meinem Ziel näher; 10= damit erreiche ich ganz sicher mein Ziel. Streiche alles, was unter 9 ist!

Wie geht es dir in solchen Extremsituationen? Wie oft wolltest du schon alles hinschmeißen? Wenn du dich hierzu mit anderen MomPreneurs austauschen möchtest, dann komm in unsere MomPreneurs Facebook Gruppe oder triff Gleichgesinnte auf unseren MomPreneurs Meetups.

Titelbild: Stock-Asso/Shutterstock.com

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