Katja Brunkhorst | Branding & Kommunikation | 1 Kind

MomPreneurs Portrait Katja Brunkhorst Bright Idea

Katja Brunkhorst | Branding & Kommunikation | 1 Kind

F*CK THE SCHLECHTE GEWISSEN!

 

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Katja Brunkhorst, Texterin und Gründerin von Bright Idea, Agentur für Branding und Kommunikation. Gemeinsam mit meinem Mann, einem Designer und WordPress-Crack (aka Hans aus Holland), und unserem internationalen Netzwerk machen wir in besonders kreativer Werbung – mit allem, was dazugehört. Bei uns gibt es maßgeschneiderte CI, Logos, Claims, Konzepte und komplette Webauftritte. Dreisprachig (EN, DE, NL), immer individuell und high-end, das sind wir für unsere Kund*innen. Am liebsten MomPreneurs, die schon gut dabei sind, wissen, wo sie stehen und bereit zum Outsourcen sind! Meinen Ausgleich finde ich in meiner Tätigkeit als Yogalehrerin BDY und Musikerin. Kreativität, wohin Frau schaut.

MomPreneurs Katja Brunkhorst Bright Idea Logo

Woher kam die Idee für dein Business? Wie bist du gestartet und wie hast du das finanziert?

Vor drei Jahren hatte ich zwei Jahre als Texterin und kreative Kundenberaterin in einer sehr klassischen Werbeagentur hinter mir sowie eine ebenfalls auf zwei Jahre befristete Postdoc-Stelle an einer Uni. Beide Male in sehr patriarchalen, „Heulen-auf-dem-Klo“-hierarchischen und unfreien Strukturen, die mit einem kleinen Kind – unsere Tochter wurde 2010 geboren – schlicht nicht zu vereinbaren waren. Präsenzkultur herrschte vor, New Work kannte man nicht, Wertschätzung für die Angestellten war Mangelware und der Burnout vorprogrammiert. Immer öfter fühlte ich: „Mit mehr Freiheit könnte ich die Dinge so viel besser machen!“

Katja Brunkhorst Bright Idea

Gegründet hatte ich bereits einmal zuvor, wurde aber direkt wieder von meinem damaligen Hauptkunden abgeworben. 2015 war mir dann endgültig klar: Ich bin zu sehr Freigeist, Feministin (und ausgebildete Philosophin), um mich weiter derart unhinterfragt unterordnen zu können. Als dann noch während meiner Festanstellung ein Global Player auf mich zukam und um Text für die neue Website bat, wagte ich den Schritt ins MomPreneur-Dasein: Dieses Mal für immer.

Katja Brunkhorst Lebenslauf

Mit Hilfe eines Gründungsberaters wurde ich zum zweiten Mal mit dem Gründungszuschuss gefördert und dank des großen ersten Kunden sowie meiner Berufserfahrung war der perfekte Start garantiert. Mein Mann hat mich von Anfang an unterstützt; aus meinem Job aussteigen konnte ich aber erst, als er wiederum eine feste Stelle als Art Director bekam (davor war er der Freiberufler).

Wie läuft es jetzt? Haben sich deine Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Am Anfang war es hart ohne die tägliche Routine, die Kollegen und die regelmäßigen Geldeingänge. Nach etwa einem Jahr aber schaute ich nicht mehr zurück: Das Netzwerk wuchs – anfangs auch maßgeblich durch die MomPreneurs, über die mich u.a. unsere erste Lieblingskundin Katharina Maier fand. Als relativ rebellische „Kreativtexterin“, die den Namen auch verdient, fand ich immer mehr meinen Tribe, online in Weiterbildungen wie B-School, Money Bootcamp oder SOMBA und „in echt“ auf Tagungen; und auch das Yoga-Unterrichten nimmt stetig einen größeren Platz in meinem Tun ein, mit Business-Kursen, Retreats und Workshops neben den wöchentlichen Gruppenkursen, die ein super Ausgleich sind zur Schreibtischarbeit.

Katja Brunkhorst und ihr Mann

Die Zusammenarbeit mit meinem Mann hat sich organisch entwickelt, die Leute kommen immer mehr von selbst auf uns zu, weil sie unsere wundervollen Webseiten sehen oder meine Texte lesen. Ich arbeite weiterhin solo als Texterin – über meinen Agenten in Amsterdam auch mit großen Kunden wie NIKE oder dem International Rescue Committee – und Bloggerin. Da ich von Haus aus Literaturwissenschaftlerin bin und das Unterrichten liebe, ist der nächste logische Schritt last but not least Online-Learning. Mit Produkten von uns für euch, die alles verbinden, was wir zu bieten haben. Stay tuned!

Katja Brunkhorst von Bright Idea mit ihrem Mann

Wo und wie arbeitest du?

Ich hatte zeitweilig ein Büro im Co-Working-Space, der dann leider schloss und in einem angemieteten Büro wurde ich auch nicht glücklich. Aktuell arbeite ich also zuhause und es gibt durchaus Tage, da kämpfe ich gegen den inneren Schweinehund, Netflix und/oder das schlechte Gewissen, mittags um drei immer noch den Pyjama zu tragen. Meistens genieße ich jedoch die Freiheit, mal eben eine Runde Yoga oder laute Musik einzuschieben bzw. auf meinem „Arbeitssofa“ zu werkeln!

Katja Brunkhorst im Buero

Wenn Hans zuhause ist, machen wir gemeinsam Home Office, also oft Kunden-Calls, gemeinsames Brainstormen zu Projekten bzw. mit unserem Netzwerk oder Admin. Tools an sich nutzen wir nicht außer E-Mail, Lexoffice, unserem Steuerberater & Datenschutz-Profi-Anwalt, Zoom und – ganz altmodisch – Anrufen. 🙂

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Abends ist fast immer einer von uns weg: Beim Yoga-Machen oder Unterrichten, beim Fußball oder auf der Bandprobe (wir sind beide aktive Musiker). Sonst würden wir uns nicht so gut verstehen als Ehepaar und Business-Partner! Ganz ehrlich: Ich habe den allergrößten Respekt vor den Single Mums in unserem Freundeskreis. Ich weiß nicht, wie ich das alles alleine schaffen würde!

Katja Brunkhorst beim Musikmachen

Daher beklage ich mich auch nicht, sondern erwähne nur, dass wir keinerlei Familie an unserem Wohnort haben – der sich daher wohl auch nochmal ändern wird, wenn unsere Tochter die Grundschule abgeschlossen hat. Hans will nach Amsterdam, ich zurück nach Berlin – schauen wir mal, wer gewinnt. 😉

Katja Brunkhorst mit ihrer Tochter

Tipps und Tricks habe ich nicht, außer einem Mann, der den Haushalt weitestgehend alleine schmeißt (ich empfehle einen Holland-Export!). Unsere Aufteilung klappt wunderbar, da wir uns super ergänzen (ich bin gut im Chaos verursachen – Scherz!): Ich bin für Weiterbildung, Strategie, Netzwerken, Kommunikation, Text, Beratung und Akquise zuständig, mein Mann für Haushalt, Design & Programmieren. Dazu hat unsere Schule einen wunderbaren Hort, den unser Kind liebt und ohne den wir nicht klarkämen. Dennoch bin ich oft mit abschätzigen Kommentaren konfrontiert in die Richtung, dass eine „richtige Frau“ anscheinend immer noch eine ist, die in erster Linie für zwei Dinge zu sorgen hat: Haushalt und Kind. Da können wir uns von den Holländern eine Scheibe abschneiden!

Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Warte nicht zu lang! Das Leben ist kurz und es ist deins. Hier in Deutschland ist das Risiko auch relativ gering…trau dich! Ich habe zu viele Kolleg*innen kennengelernt, die ihren Job hassten und darin krank wurden, die nur für Wochenenden und Urlaub existierten und dennoch verharrten – in Abhängigkeit von der vermeintlichen Sicherheit. Wir machen zu oft den Fehler, uns für unsterblich zu halten. Da kann es helfen – ganz ohne Witz – einer Beerdigung beizuwohnen. Oder sich vorzustellen, was die eigenen Kinder über einen sagen beim eigenen Begräbnis. Was lässt dich wirklich lebendig werden und was fällt dir leichter als vielen anderen? Darin bist du dann wahrscheinlich so gut, dass die Kunden – mit etwas Geduld – von alleine kommen. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“ (Erich Kästner): Hol dir Hilfe, die dich genau darin bestärkt. Zum Beispiel bei den MomPreneurs. 🙂

Katja Brunkhorst beim Yoga

Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

  1. Lesen & Weiterbildung. Ich bin ein Fan lebenslangen Lernens und mache eigentlich immer irgendeine Ausbildung (bisher: BA, MA, PHD, BDY; aktuell drei verschiedene, alle rund ums Online-Biz). Bei mir stapeln sich überall Bücher; besonders hilfreich auf meinem Weg fand ich die von Liz Gilbert, Glennon Doyle, Tim Ferriss, Gary Vee, Rachel Brathen und Kino MacGregor, zum Beispiel.
  2. Outsourcen & Netzwerken. Z.B. bei den MomPreneurs oder in der Female Future Force von Edition F. Der Austausch mit Gleichgesinnten ist nicht nur Balsam für Herz und Seele, sondern du lernst auch fast nebenbei Leute kennen, die können, was du nicht kannst – und du musst nicht alles alleine machen. Dazu investiere ich jetzt, im dritten Jahr, in 1:1-Coaching und einen Mastermind – die sollen Wunder wirken in Sachen Ansporn, Accountability und Anti-Overwhelm!
  3. Sharpen the saw: Schaffe Ausgleich und Auszeiten NUR FÜR DICH. Tägliche Meditation, Tanzen und natürlich Singen, Headbangen und Yoga sind meine persönlichen Geheimwaffen; plus Mini-Breaks am Meer oder im Wald, wann immer es sich ergibt. Gerne mit Kind, aber genauso gerne alleine oder nur mit Mann. Abends nach 20 Uhr, wenn’s geht, nicht mehr arbeiten/mailen, damit du besser schlafen kannst. Wichtigster Tip: F*CK THE SCHLECHTE GEWISSEN! Für mich sind wir Mütter verdammt nochmal Heldinnen.

Katja Brunkhorsts Buch "Verwandt Verwandelt"

Links:

Website: bright-idea.de/

Blog: bright-idea.de/wortgewidder/

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