Martina | Babymode | 1 Kind

Martina | Babymode | 1 Kind

Ich wollte einfach etwas Schönes schaffen

Wer bist du und was machst du?

Mein Name ist Martina Sturainer de Cueto, ich bin 32 Jahre alt und ich habe einen ganz zauberhaften zweijährigen Sohn. Gemeinsam mit meinem peruanischen Mann leben wir im schönen Voralpenland, wo wir vor gut 3 Jahren mit Mama Ocllo unser eigenes Modelabel für Babys ins Leben gerufen haben. Mit unseren Produkten wollen wir Babys einen seidenweichen Start ins Leben bereiten. Daher verwenden wir für Wickelbodys, Strampler und Kleidchen ausschließlich feinste bio-zertifizierte Naturfasern, wie Perus vegane Seide und natürlich farbig gewachsene Inka Baumwolle.

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Neben Babykleidung findet man bei uns im Shop handgestrickte Baby Boots aus Alpakawolle und Kuscheltiere aus Bio Baumwolle. Mit unseren Kuscheltieren unterstützen wir ein Sozialprojekt in Peru, das Frauen in den peruanischen Bergen den Weg in die finanzielle Unabhängigkeit ebnet.

Woher kam die Idee für dein Business? Wie bist du gestartet und wie hast du das finanziert?

Der Wunsch, ein Projekt mit Peru zu starten, entstand bereits im Jahr 2007, als ich das erste Mal zum Studium in Lima war. Damals lernte ich meinen Mann und unsere französische Modedesignerin Telma kennen. 5 Jahre später entstand, parallel zum Babywunsch, die Idee, mit Mama Ocllo ein Business zu starten, das einmal eine Brücke zwischen Deutschland und Peru bauen würde und mir zugleich die Möglichkeit einräumte, künftig als Mama im Homeoffice zu arbeiten. Ein halbes Jahr lang besuchten wir Lieferanten in Peru, schmiedeten wir Pläne, und arbeiteten ein Konzept aus. Zurück in Europa entstanden bald darauf die ersten Designs, unser Businessplan und unser Onlineshop.

Obwohl wir aus unserer eigenen Berufspraxis bereits einiges an Know How mitbrachten, waren wir regelmäßig in Kontakt mit der IHK, Prüfstellen und Zollbehörden. Die Teilnahme an einem regionalen Gründerwettbewerb, bei dem wir mit auf das Siegertreppchen durften, war uns damals eine große Stütze. Ein halbes Jahr lang wurden wir mithilfe verschiedener Workshops durch die Bestandteile eines Businessplans geleitet, bis unser Konzept Hand und Fuß hatte.

Finanziert haben wir Mama Ocllo von Anfang an über unsere eigenen Ersparnisse und die Einnahmen meines Mannes aus seiner Vollzeitstelle. Unser Lebensstil ist gut aber bescheiden und so bleibt Monat für Monat etwas übrig, das letztlich unserem jungen Modelabel zu Gute kommt. Investoren kommen für uns nicht in Frage, schließlich wollen wir uns wichtige Entscheidungen nicht aus der Hand nehmen lassen. Kurzum, wir setzen auf ein langsames, nachhaltiges Wachstum ganz ohne Fremdmittel und fahren bisher ganz gut damit.

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Wie läuft es jetzt? Haben sich deine Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Mama Ocllo entwickelt sich sehr positiv und wir wagen uns zu behaupten, dass unser Start-up die Durststrecke bald überstanden haben wird. Noch haben wir unseren Break-Even-Point nicht erreicht, aber wir sind auf einem guten Weg dorthin. Die arbeitsintensivste Phase haben wir mittlerweile hinter uns gelassen und es ist an der Zeit auch einmal durchzuatmen.

Als die Idee von Mama Ocllo entstand, hatte ich ehrlich gesagt keine großen Erwartungen. Ich wollte einfach etwas Schönes schaffen, das mir die Möglichkeit bietet, mich kontinuierlich weiterzuentwickeln, nicht nur als Mama. In mir schlummerte schon immer der Wunsch, etwas Gutes für unseren Planeten tun und einen positive Spur hinterlassen zu wollen. Mit der Unternehmensgründung und den ersten konkreten Zahlen vor Augen kam dann natürlich der Wunsch hinzu, eines Tages von Mama Ocllo leben zu können.

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Meine Erwartung war es in erster Linie, möglichst viele Menschen mit Mama Ocllo zu erreichen, um ihnen die natürlichen Ressourcen unseres Planeten näherzubringen und ein Bewusstsein zu schaffen für die Vorteile, die vor allem unsere Babys haben, die in einem grünen, gesunden und nachhaltigen Ambiente aufwachsen.

Die vielen positiven Rückmeldungen von Kunden und der Presse bestärken mich in meiner täglichen Arbeit und signalisieren mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und doch haben wir noch so vieles vor, das wir gerne verwirklichen möchten. Denn ihr kennt das sicherlich, schnuppert man einmal die Freiheit der Selbstständigkeit, öffnen sich Türen wohin man auch blickt. Wäre da nicht ein kleiner Mann, der einem zur rechten Zeit vor Augen führt, dass er auf der Prioritätenliste ganz oben stehen möchte… Und das zurecht.

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Wo und wie arbeitest du?

Ich arbeite meist im Homeoffice. Dienstags und donnerstags von ca. 9-16 Uhr ist meine Kernarbeitszeit. Aber auch abends und an den Wochenenden sitze ich vor dem PC, führe Telefonate oder skizziere neue Produktideen. Mitarbeiter in dem Sinne haben wir nicht. Bei der Programmierung unserer Website und in der Pressearbeit bekommen wir Unterstützung. Auch arbeiten wir ab und an mit Studenten an Projekten, aber das Kerngeschäft liegt in unseren Händen, tagsüber vor allem in meinen.

Was Arbeitstools angeht bin ich eher traditionell, manchmal auch etwas chaotisch in meiner Art, aber damit fahre ich bisher ganz gut. Mein ständiger Begleiter ist ein Kalenderbuch mit genug Platz für Notizen. Darin finde ich meine tägliche To Do Liste, Termine und Ideen, die mir bei einem gemütlichen Kaffee, vorm Einschlafen oder im Zug einfallen. Für interessante Kontakte und Visitenkarten nutze ich einen Karteikasten; ein sinnvolles Überbleibsel aus dem Studium.

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Ich brauche einfach einen Stift in der Hand, ein paar Farben und Post-Its. Auch unseren Kunden lege ich gerne mal eine handgeschriebene Postkarte ins Päckchen. Ja, dieses kleine Stück Persönlichkeit möchte ich mir in unserer digitalisierten Welt einfach bewahren.

Wie ist dein Setup und wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Wir haben uns bewusst gegen einen Krippenplatz für Miguel entschieden. Diesen Luxus können wir uns leisten, weil wir große Unterstützung von meiner Familie bekommen. Zweimal die Woche ist unser Sohn bei seiner Oma, einmal halbtags in der Spielgruppe. Die kinderfreie Zeit nutze ich für Telefonate, die Pflege unserer Onlineshops und die Bearbeitung von Bestellungen.

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Auch die Abende gehören meist Mama Ocllo. Sobald Miguel schläft, besprechen mein Mann und ich uns, dann telefonieren wir mit unseren Lieferanten in Peru oder unserer Designerin in Frankreich. Auch an den Wochenenden wird gearbeitet. Hier schaffen mein Mann und ich uns je nach Bedarf gegenseitig Freiräume. Papa geht mit Miguel in den Wald, während Mama einen Blogbeitrag aufsetzt und Mama organisiert einen Bastelnachmittag, wenn Papa Zeit für die Buchhaltung braucht.
Das funktioniert meist wunderbar so.

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Einmal im Jahr fliegen wir für 4 Wochen nach Peru, um unsere dortige Familie und unsere Lieferanten zu besuchen. Für Miguel wird es diesen April das dritte Mal, dass er gemeinsam mit uns einen Blick auf neue Produktentwicklungen vor Ort werfen und diese auch gleich testen darf. Unser Geheimrezept: wir sprechen über alles, nehmen uns Zeit, um gemeinsam nach Lösungen privater oder beruflicher Natur zu suchen! Diese Zeit ist so wertvoll, ganz gleich ob mit dem Partner, dem Team oder mit Gleichgesinnten.

Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Nehmt Hilfe an! Als Existenzgründerin wird man vor ganz neue Herausforderungen gestellt. Meist wird man mit Sachverhalten konfrontiert, die man bis dato nur einmal beiläufig gehört hatte. Auf einmal wird die Steuer wichtig, der Zoll, die Buchhaltung, gesetzliche Vorgaben und noch vieles mehr. In vielen Frauen steckt dieses großes Verlangen, alles selbst managen zu müssen, um nur keine Schwäche zu zeigen. Doch genau das sollte man tun. Wir Frauen und Mütter sind sehr belastbar, doch stoßen auch wir regelmäßig an unsere Grenzen.

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Dieses schönes Netzwerk, um nur ein Beispiel zu nennen, hat mir schon so oft weitergeholfen, mir eine Menge Recherchezeit erspart und mich mit vielen wundervollen Frauen in Kontakt gebracht. Und warum sich nicht gegenseitig helfen, wenn einem die Möglichkeit dazu auf einem Silbertablett präsentiert wird!

Deine Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

  • Bastle ein Vision Board: wenn du dir noch nicht sicher bist, wohin die berufliche Reise gehen soll oder du das Gefühl hast, mit deinem Unternehmen in eine Sackgasse geraten zu sein, kann ich dir nur ein Vision Board empfehlen. Nimm dir einen Abend Zeit, durchforste Zeitschriften nach Bildern und Sprüchen, die deine Träume und Visionen für einen gewissen Zeitraum widerspiegeln. Erstelle damit eine Collage und hänge diese an einer gut sichtbaren Stelle auf. Das Vision Board hilft dir einmal, deine Wünsche zu visualisieren und dient zugleich als Motivator.
  • Frage dich, wo du Menschen finden könntest, die dich während deiner aktuellen Lebensphase begleiten und unterstützen können. Das kann ein Netzwerk, eine Facebook-Gruppe, die IHK oder ein Gründungsseminar sein. Fordere die Unterstützung ein, die du brauchst, um auf die Beine zu kommen, und du wirst sehen, dass man dir gerne hilft.
  • Reflektiere immer wieder was du tust und was du planst! Meist sind wir so in unser Unternehmen involviert, dass wir den Blick auf das Wesentliche verlieren. Von Zeit zu Zeit ist es wichtig, einen Schritt zurückzutreten und zu versuchen, einen objektiven Blick auf das eigene Unternehmen zu werfen. Denn die Gefahr ist sehr groß, dass wir uns verzetteln und unsere Zielgruppe dabei aus den Augen verlieren.

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Bilder + Video: Martina Sturainer de Cueto

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