Silvia & Katja | Coworking | 2 Kinder

Silvia & Katja | Coworking | 2 Kinder

Nicht zu lange grübeln, sondern anfangen!

Wer seid ihr und was macht ihr?

Wir sind Katja Thiede, 33, und Silvia Steude, 43, und haben im Juni 2016 zusammen den juggleHUB, einen Coworking und Event Space mit flexibler Kinderbetreuung, in Berlin gegründet. Katja ist Texterin, lebt seit 14 Jahren in Berlin und hat eine fast 2-jährige Tochter. Silvia ist Architektin, hat vor ihrem Umzug nach Berlin in 2010 lange Zeit in New York gelebt und hat einen fast 7-jährigen Sohn.

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Woher kam die Idee für euer Business? Wie seid ihr gestartet und wie habt ihr das finanziert?

Wir hatten die Idee ursprünglich unabhängig voneinander. Katja suchte nach der Geburt ihrer Tochter vergeblich nach einem Ort, an dem sie arbeiten und ihre Tochter mitbringen konnte. Außerdem setzte sie sich in ihren Texten mit den Themen „New Work“ und „Vereinbarkeit“ auseinander.

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Silvia erkannte nach ihrem Umzug von NY nach Berlin den Mangel an flexiblen, familienfreundlichen Arbeitsstrukturen und kam auf diesem Weg auf die Idee. Zueinander fanden wir schließlich durch einen Post von Katja in der MomPreneurs Facebook-Gruppe. Kurz danach lernten wir uns persönlich kennen.

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Über den Zeitraum von einem Jahr haben wir die Idee mit Hilfe eines kostenlosen Vorgründungscoachings weiterentwickelt, einen Business Plan geschrieben und einen IBB Kredit beantragt – mit Erfolg! Mit etwas Eigenkapital, sehr viel Glück bei der Immobiliensuche (die jetzigen Räume des juggleHUB fanden wir über einen persönlichen Kontakt) und dank der Unterstützung von Freunden und Familie hat der juggleHUB im Juni seine Türen geöffnet.

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Wie läuft es jetzt? Haben sich eure Erwartungen erfüllt? Und finanziell?

Wir stehen zwar noch ganz am Anfang, haben jedoch schon einen unglaublich sympathischen, vielseitigen und internationalen Kundenstamm. Das macht Mut und viel Freude! Uns war klar, dass eine Eröffnung in den Sommermonaten eher ruhig ablaufen würde.

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Das gibt uns die Möglichkeit für Anpassungen und Weiterentwicklungen, denn uns ist es wichtig, gemeinsam mit den Kunden zu wachsen, ihnen ein Mitspracherecht zu geben, vor allem was die Gestaltung unserer Räume und des Kinderbetreuungsangebots angeht.

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Finanziell ist ein positiver Trend spürbar, wir haben für den Herbst schon einige größere Raumbuchungen und auch das Interesse an Coworking-Mitgliedschaften wächst zum September hin auffällig. Wir sind optimistisch!

Wo und wie arbeitet ihr?

Wir arbeiten fast ausschließlich in unseren Räumen (ist ja schließlich ein Coworking Space), denn es gibt immer was zu tun: neue Mitglieder begrüßen, Raumbuchungen entgegennehmen, Buchhaltung, Mitgliederverwaltung und natürlich Kaffee kochen – die Liste ist lang!

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Das Tolle ist, dass wir uns gegenseitig vertreten können, gerade jetzt in der Urlaubszeit ist das unbezahlbar. Wir haben ein tolles Team von BetreuerInnen, die je nach Buchung eingesetzt werden. Über WhatsApp werden kurzfristige Buchungen, Vertretungen, Schichttausch etc. abgesprochen.

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Ansonsten arbeiten wir momentan noch recht einfach mit Hilfe von Excel-Tabellen und Papier, das wird sich jedoch vielleicht ändern (müssen), wenn wir weiterhin wachsen. Wenn es soweit ist, werden wir uns die in Berlin entwickelte Coworking Space Management Software „Cobot“ mal näher anschauen. Das Beste an unserer Arbeit ist, dass wir sie nach unseren Vorstellungen gestalten können, ein Freiraum, den wir als Angestellte mitunter vermisst haben.

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Wie ist euer Setup und wie schafft ihr es Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?

Katja: Mein Freund arbeitet an einer Ganztagsschule, schafft es aber glücklicherweise recht oft, unsere Tochter aus der Kita abzuholen. Dafür bringe ich sie morgens weg und starte etwas später im juggleHUB. Ich finde es toll, dass die Selbstständigkeit und die Arbeit im Team mit Silvia mir da meine eigene Form der Vereinbarkeit ermöglichen. Beide Partner unterstützen uns auch mit Erledigungen, Handwerkstätigkeiten und der IT – ohne diesen Rückhalt wäre alles um einiges schwerer zu wuppen.

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Silvia: Mein Freund ist beruflich viel unterwegs, was bedeutet, dass ich unter der Woche meist alleine für unseren Sohn zuständig bin. Er geht glücklicherweise auf eine Ganztagsschule und kann (und will) dort bis 18 Uhr betreut werden. Zweimal pro Woche ist aber Fußball Training, da muss ich dann auch mal früher los. Katja und ich sprechen uns von Woche zu Woche ab, wer an welchen Tagen abschließt. Eine gute Freundin von Katja springt in den Fällen ein, wo wir beide nicht da sein können. Zukünftig wird das dann von einer MitarbeiterIn übernommen.

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Was würdet ihr anderen Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Katja: Nicht zu lange grübeln, sondern anfangen an der Idee zu arbeiten und mit anderen darüber zu sprechen. Berlin hält unglaublich viele tolle Netzwerkveranstaltungen und Start-up- Events bereit, auf denen eine große Offenheit da ist, sich zu unterstützen. Und den Partner rechtzeitig mit einbinden und offen darüber reden, was eine Selbstständigkeit für beide und die Familie bedeutet. Denn das Arbeitspensum ist gerade am Anfang enorm – das sollte allen bewusst sein.

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Silvia: Ich habe lange Zeit gezögert, mich selbständig zu machen, da ich den Weg nicht allein gehen wollte. Ich bin unglaublich froh, dass ich Katja gefunden habe. Wir ergänzen uns super und geben einander moralische sowie praktische Unterstützung. Auch das Vorgründungscoaching, organisiert durch die Arbeit in Berlin GmbH und gefördert durch die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, welches wir durchlaufen haben, kann ich jedem ans Herz legen. So haben wir viele Fehler vermieden und wurden gezwungen uns auf das Wesentliche zu konzentrieren.

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Eure Top 3 Tipps & Tools für selbständige Mütter, die Zeit, Geld und Nerven sparen?

  1. Wir haben permanent Ideen und Gedanken und hilfreiche Links in einem „Google Doc“ gespeichert. Gerade am Anfang schießen einem ständig Dinge durch den Kopf oder man findet bei der Recherche Informationen, die man zwar nicht sofort braucht, die aber mit Sicherheit später nützlich sein können. Somit konnten wir beide unabhängig voneinander auf die gesammelten Infos zugreifen bzw. Sachen ergänzen, das war sehr praktisch.
  2. Wir haben viel gelesen – Bücher von anderen Gründerinnen mit und ohne Kinder, wie „Mama muss die Welt retten“ von Caroline Rosales und Isa Grütering oder „Work is not a job“ von Catharina Bruns. Die Erfahrungen von anderen sind einfach sehr inspirierend und motivierend, es selbst zu schaffen!
  3. Das Coaching hat uns oftmals geholfen die Sichtweise der anderen (auch wenn meist sehr ähnlich) und unsere gegenseitigen Erwartungen besser abzugleichen und zu verstehen, da es immer eine neutrale Instanz gab die zwischen uns „übersetzt“ hat. Ausserdem konnten wir so viele wirre Gedanken besser sortieren und festhalten. Auch bei der Finanztabelle war unser Coach eine extreme Hilfe. Gleichzeitig haben wir uns dadurch viel besser kennengelernt. Manchmal sind es die Nuancen, die abweichen. Diese zu kennen hilft dabei, sich noch besser aufeinander einzustellen und zu verstehen, wie die andere tickt und was ihr an dem Projekt besonders wichtig ist – gerade, wenn man sich noch nicht lange kennt, wie in unserem Fall.

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Links

Website: https://jugglehub.de/

juggleHUB Blog: https://jugglehub.de/juggleblog/

Facebook: https://www.facebook.com/jugglehub/

Twitter: https://twitter.com/jugglehub

Instagram: https://www.instagram.com/jugglehub_coworking/

Katja’s Blog: https://female-perspectives.de/

Xing: https://www.xing.com/companies/jugglehubcoworking

LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/jugglehub-coworking

Bilder: Esther Eisenhardt

1 Comment
  • Antje
    Posted at 07:14h, 21 August Antworten

    Hallo, tolle Idee, Frage an die Grünerinnen: Warum nehmt ihr eure Kinder nicht mit in die schönen Räume?

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