Ich habe nicht das Geld

Ich habe nicht das Geld

Du hast sie. Die Idee mit der du etwas bewegen möchtest. Zumindest für dich und vielleicht auch für die Gesellschaft. Du erzählst anderen Menschen davon, die Bilder werden in deinem Kopf lebendig. Du hast dein Business quasi vor Augen. Und während du von deinem Business träumst, kommen die ersten Showstopper, wie bspw. „Ich weiß nicht wo und wie ich anfangen soll?“ oder auch „Alleine (als Mutter) schaffe ich das eh nicht“. Und wenn ich Hilfe brauche, dann brauche ich ja auch Geld. Das braucht schließlich jeder, der ein „richtiges“ Business aufbauen möchte. Aber soooo viel Geld habe ich ja gar nicht! Und wer weiß, ob das ÜBERHAUPT klappt. Und bevor dein Traum stirbt, möchte ich dir heute einige Gedanken mitgeben.

Big is NOT beautiful

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In der männlich-geprägten Unternehmerwelt von heute zählt nach wie vor „Big is beautiful“. Ein „richtiges“ Business ist GROSS, d.h. große Zahlen, Teams, Büros etc. Wer will schon kleine Brötchen backen? Und für so etwas brauchst du natürlich auch das entsprechende Startkapital. Unter einer GmbH wird man bzw. Frau nicht (wirklich) ernst genommen. Ich dachte auch mal so und bin damit auf die Nase gefallen. Heute bin ich quasi vom Gegenteil überzeugt, d.h. der Charme und die Möglichkeiten liegen gerade darin klein zu starten, kleine Schritte zu gehen und selbst herauszufinden, wo der Markt und das Potential ist. Und hierfür brauchst du nicht viel Geld, sondern vielmehr die „richtige“ Einstellung, Mut und das Wissen wie du anfängst und was du auf deinem Weg an (freien oder kostengünstigen) Tools und Ressourcen nutzen kannst.

Dein To-Do:

  • Du brauchst die „richtige“ Einstellung. Überlege dir was für DICH richtig und wichtig ist. Versuche bitte NICHT, es anderen recht zu machen, d.h. stehe für DICH und DEINEN Traum ein und nicht für das was andere „richtig“ finden! Fang an! Wenn du nicht weißt wie, dann lies bitte hier noch einmal nach.

Simplify!

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Und noch einmal zurück zu deinen Business Träumen, in denen du dir so schön „Nacht für Nacht“ ausmalst, wie dein Business aussehen kann und soll. Gut, wenn du das so klar vor Augen hast, aber hier geht es ja gerade darum, klein zu starten. Deshalb: Vereinfache, vereinfache, vereinfache! Und auch, wenn du verliebt in dein Business bist, überlege dir die einfachste Form, die du brauchst, um herauszufinden, ob deine Idee, dein Produkt oder dein Service überhaupt Potential hat. Das ist die Idee des sog. MVP (Minimum Viable Product). Wenn du unsicher bist: Priorisiere! Was muss sofort da sein und was kann später kommen? Vergiss NIE: Die besten Lösungen sind oftmals die einfachsten Lösungen.

Dein To-Do:

Werde kreativ und improvisiere

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Und jetzt: Du brauchst einen Prototypen! Du brauchst etwas, womit du OHNE großes Geld und OHNE großes Risiko testen kannst, ob a) deine Idee gut ist, d.h. funktioniert bzw. was die Kunden wirklich wollen. Und auch wenn es dir (als Frau) schwer fällt: Hier musst du kreativ werden und so tun als ob. „Fake it till you make it“ heißt die Devise.

Du kannst bspw. zu Kunden hingehen und kurz deine Idee schildern (Achtung: Elevator Pitch!) und dafür einen Fragebogen vorbereiten: Das kostet dich kein Geld, sondern vor allem Gehirnschmalz. Eine einfache Form kann bspw. ein Prototyp aus Pappe sein oder noch einfacher: Eine gute Geschichte! Nutze deine Fantasie! Erzähle eine Geschichte: Wie oft haben Sie sich schon selbst angerufen, weil Sie ihr Handy nicht gefunden haben? Ich habe hier einen kleinen Chip. Den können Sie übrigens an ihren Schlüsselbund machen. Mit einem Knopfdruck meldet sich ihr Handy mit einem Ton/Melodie. Das macht es übrigens auch, wenn Sie es irgendwo liegenlassen! Boooom! Echt? Das ist ja toll! Wo gibt es das denn?

Dein To-Do:

  • Nimm dein Angebot auseinander. D.h. überlege dir GANZ GENAU den Prozess, also das was, wann, wo und wie deines Angebots. Und übe deinen Pitch!

Nutze freie oder kostengünstige Ressourcen

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Bitte erfinde das Rad nicht neu! Es gibt heute viele Tools und Baukästen, die erprobt sind und funktionieren. Natürlich kannst du in Selbstregie und Eigenbau lange und mit (vermutlich) viel Geld dein Produkt selbst bauen, oder du nutzt vorgefertigte „Bausteine“ und (Standard-) Lösungen und – tadaaa – in 3 Tagen hast du DEIN ANGEBOT. Wenn du bspw. tolle selbst gemachte Häkelmützen (individualisierbar) anbietest, dann nutze z.B. DaWanda oder Etsy. Damit hast du dein Angebot eins, zwei, drei draußen und nutzt zudem die Bekanntheit dieser Anbieter. Und wenn das fliegt, dann kannst du immer noch deinen eigenen Shop mit einem Standard-Shopsystem wie bspw. Shopify einrichten.

Arbeite im Home-Office und lerne zu delegieren

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Wenn du (erst mal) alleine startest, dann richte dir einen Home-Office-Platz ein. Du sparst damit nicht nur das Geld für ein Büro, sondern vor allem auch die An- und Abfahrtzeit. Und das kann im Stau auch schnell mal Nerven kosten. Außerdem bist du damit flexibel und gleich zu Hause, falls ein Kind krank wird. Wenn du starten möchtest und dich fragst, wie du produktiv im Home-Office arbeiten kannst, dann empfehle ich dir das Buch „Remote – Office not required“. Und zuletzt noch ein wichtiger Punkt: Konzentriere dich auf das was DU gut kannst und überlege was andere besser können. Lerne zu delegieren und überlege was du auslagern kannst und willst, d.h. mental und finanziell.

Fazit

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Klein zu starten, kleine Schritte zu gehen ist kein Manko oder „Gründen für Arme“, sondern hat einen absolut praktischen Nutzen für dich und dein Business. Und wie meine Oma schon sagte: „Not macht erfinderisch.“ Wenn du wenig hast, dann bist du gezwungen mit wenigen Mitteln Lösungen zu finden. Das minimiert nicht nur deine Kosten, sondern vor allem auch dein Risiko und du bist und bleibst flexibel. Habe Vertrauen in dich, dein Wissen, deine Erfahrung und deine Kreativität, auch wenn du denkst, dass du es alleine nicht schaffen kannst. Es ist ein Vorteil nicht gleich „groß“, d.h. mit Mitgründern oder Mitarbeitern zu starten. Dafür muss erst mal das Geld oder der Kuchen da sein. Aber wenn du es wirklich ernst mit deinem Business meinst, dann MUSST du investieren. Und zwar zu allererst in dich und deine Fähigkeiten, mit denen du dann „groß“ wirst!

Und wenn du alleine nicht weiterkommst und dich bspw. fragst: „Wie kann ich das einfach umsetzen?“, dann komm in unsere MomPreneurs Facebook Gruppe oder triff Gleichgesinnte auf unseren MomPreneurs Meetups.

Teil 1: Top 5 Mompreneur Showstopper

Teil 2: Ich weiß nicht wo und wie ich anfangen soll?

Teil 3: Wie soll ich es alleine schaffen?

Teil 5: Ich habe davon keine Ahnung

Titelbild: Nonwarit/Shutterstock.com

1 Comment
  • Elisabeth
    Posted at 21:12h, 29 Oktober Antworten

    Toller Artikel, danke schön dafür! Die Tipps helfen mir gerade richtig gut weiter 🙂

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